„Die meisten Bürger hungern nicht nach mehr Brot, sondern nach Sinn.“ So beschreibt Bundespräsident Horst Köhler die wachsende Zahl derer ohne Orientierung und Perspektive, diejenigen, die sich verloren und überflüssig vorkommen, die Menschen ohne Vertrauen in sich selbst, geschweige denn in Staat oder Gesellschaft. Das Phänomen der sozialen Exklusion ist kein abgeschlossenes Problem der urbanen Brennpunkte. Viele aktuelle Herausforderungen finden ihren Ausdruck in gesellschaftlicher Ausgrenzung: Migration, Globalisierung und Strukturkrise, Wertewandel, Politikverdrossenheit, die Folgen der Deutschen Wiedervereinigung, Jugendkriminalität, Einkommensdisparitäten und Bildungsungleichheit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Exklusion - Ein mehrdimensionaler gesellschaftlicher Ausschluss
- Von der Mitte an den Rand - Der Abstieg als „Kultur des Zufalls“ und soziale Vererbung
- Prekarität, Unterschicht und Exklusion – Wo verläuft die Grenze zwischen Drinnen und Draußen?
- „Westside Kanaken“ – Ausgeschlossen und stolz darauf
- Lebenslauf einer exkludierten Generation
- Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit soll die vielschichtigen Facetten der sozialen Exklusion in Deutschland beleuchten. Zuerst wird der Begriff der Exklusion definiert und die quantitative Relevanz des Phänomens untersucht. Im weiteren Verlauf werden die Faktoren, die zu sozialer Exklusion führen, analysiert, wobei ein Schwerpunkt auf der Rolle der Arbeit als integrationsförderndes Element gelegt wird. Abschließend wird die Problematik der sozialen Exklusion bewertet.
- Definition und Messung von sozialer Exklusion
- Faktoren, die zur sozialen Exklusion führen
- Die Rolle der Arbeit als integrationsförderndes Element
- Soziale Exklusion in sozialen Brennpunkten
- Bewertung der Problematik sozialer Exklusion
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet den mehrdimensionalen Charakter der sozialen Exklusion und die Schwierigkeiten, sie zu messen. Es wird die Bedeutung von Partizipation am gesellschaftlichen Leben und die verschiedenen Faktoren, die zu sozialer Exklusion führen, erläutert.
Das zweite Kapitel beleuchtet die Exklusion junger Migranten in sozialen Brennpunkten am Beispiel des Dokumentarfilms „Westside Kanaken“. Es werden die Merkmale und Konfliktlinien gesellschaftlicher Entkopplung und Mehrfachexklusion untersucht, wobei der Fokus auf der Inversion von Moralvorstellungen und Wertvorstellungen der Mehrheitsgesellschaft liegt.
Schlüsselwörter
Soziale Exklusion, gesellschaftlicher Ausschluss, Abstieg, Prekarität, Unterschicht, Migration, soziale Brennpunkte, Mehrfachexklusion, „Westside Kanaken“, Partizipation, Integration, Arbeit, Moralvorstellungen, Werte, Konfliktlinien
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet soziale Exklusion?
Soziale Exklusion beschreibt den mehrdimensionalen Ausschluss von Personen aus gesellschaftlichen Teilsystemen, was zu Perspektivlosigkeit und dem Gefühl führt, „überflüssig“ zu sein.
Welche Faktoren führen zum gesellschaftlichen Abstieg?
Häufige Ursachen sind Arbeitslosigkeit, Bildungsungleichheit, Migration, Einkommensdisparitäten und strukturelle Krisen in urbanen Brennpunkten.
Was thematisiert der Film „Westside Kanaken“?
Der Film dient als Beispiel für die Exklusion junger Migranten, die sich aufgrund ihres Ausschlusses von der Mehrheitsgesellschaft eigene Moral- und Wertvorstellungen schaffen.
Welche Rolle spielt Arbeit bei der sozialen Integration?
Arbeit gilt als zentrales integrationsförderndes Element. Ihr Fehlen ist oft der Hauptgrund für den Verlust von Teilhabe und sozialem Status.
Ist Exklusion nur ein Problem von Brennpunkten?
Nein, soziale Exklusion ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das durch Globalisierung und Wertewandel verstärkt wird und die Mitte der Gesellschaft betreffen kann.
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- Timo Wilhelm Rang (Author), 2009, Das Phänomen der sozialen Exklusion. Der Abstieg an den Rand der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266829