Bevor in dieser Arbeit das Konzept des Qualitätsmanagements genauer betrachtet wird, muss zunächst ein Verständnis des komplexen Begriffs Qualität entwickelt werden. Qualität ist etymologisch von dem lateinischen Wortstamm „qualis“ abgeleitet, das übersetzt so viel bedeutet wie „Beschaffenheit, Güte“ (Stowasser, Schulwörterbuch, 376).
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Qualität meist etwas besonders Gutes
verstanden (vgl. Bobzien & Stark 1991, 39), also Qualität als ein Synonym für Güte.
Besonders in der Wirtschaft, vor allem im Bereich des später behandelten Qualitätsmanagements
wird der Begriff Qualität jedoch wertneutral betrachtet. In der DIN ISO
8402 wurde Qualität durch die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. definiert als
„Gesamtheit von Merkmalen der Beschaffenheit einer Einheit bezüglich ihrer Eignung,
festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen“ (Pfeifer 1996, 5).
Nach der neueren EN ISO 9000:2005 (eine Norm, die Grundlagen und Begriffe des
Qualitätsmanagements definiert) gilt Qualität nun als „Grad, in dem ein Satz inhärenter
Merkmale Anforderungen erfüllt“. Damit ist unter Qualität „die auf einem Gut-Schlecht-Kontinuum beurteilte Beschaffenheit einer Leistung“ (Hentschel 2011,
818) zu verstehen, die stets relativ ist, da sie im Vergleich zu einem Standard oder
einer Erwartung gesehen wird. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Qualität & Qualitätsmanagement
- Was ist Qualität?
- Die drei Dimensionen der Qualität
- Beispiel Deutscher Turner Bund
- Beispiel Sporttourismus
- Beispiel BISP Forschungsförderung
- Qualitätsmanagement-Systeme
- Historische Wegbereiter
- Inhalte und Ziele von Qualitätsmanagement
- Beispiel Deutscher Turner Bund
- Grundprinzipien von Qualitätsmanagement-Systemen
- Die ISO-9000 Familie
- Die 8 Grundsätze eines Qualitätsmanagements
- 1. Kundenorientierung
- 2. Führung
- 3. Einbezug von Mitarbeitern
- 4. Prozessorientierter Ansatz
- 5. Systemorientierter Managementansatz
- 6. Ständige Verbesserung
- 7. Sachbezogener Ansatz zur Entscheidungsfindung
- 8. Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen
- Umsetzung des Qualitätsmanagements in 4 Phasen
- Qualitätsmanagement-Modelle im Sport
- TQM
- EFQM
- GAP-Modell der Dienstleistungsqualität
- Steuerung des Qualitätsmanagements
- Zertifizierungen
- Beispiel Gesundheitssport
- Ausblick & Kritik
- Definition und Entwicklung des Qualitätsbegriffs
- Grundprinzipien und Inhalte von Qualitätsmanagement-Systemen
- Spezielle Qualitätsmanagement-Modelle im Sport
- Umsetzung und Steuerung von Qualitätsmanagement im Sport
- Kritik und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich des Qualitätsmanagements im Sport
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Qualitätsmanagements im Sport. Die Zielsetzung ist es, ein umfassendes Verständnis des Begriffs Qualität zu entwickeln und die verschiedenen Systeme und Modelle des Qualitätsmanagements im Sport zu beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beginnt mit einer genaueren Betrachtung des Begriffs Qualität, indem sie dessen etymologische Wurzeln und die verschiedenen Interpretationen im alltäglichen Sprachgebrauch und im Kontext des Qualitätsmanagements beleuchtet. Dabei werden auch Beispiele aus dem Sportbereich, insbesondere vom Deutschen Turner-Bund, herangezogen, um die kundenorientierte Bedeutung von Qualität zu veranschaulichen.
Das Kapitel "Qualitätsmanagement-Systeme" stellt die historischen Wegbereiter und die wichtigsten Inhalte und Ziele des Qualitätsmanagements vor. Es werden die Grundprinzipien von Qualitätsmanagement-Systemen erläutert, darunter die ISO-9000 Familie und die 8 Grundsätze eines Qualitätsmanagements. Die einzelnen Grundsätze wie Kundenorientierung, Führung, Mitarbeiterbeteiligung und Prozessorientierung werden ausführlich dargestellt und mit Beispielen aus der Praxis verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselthemen des Qualitätsmanagements im Sport. Die zentralen Begriffe umfassen: Qualität, Qualitätsmanagement, ISO-9000, TQM, EFQM, GAP-Modell, Zertifizierung, Kundenorientierung, Prozessorientierung, ständige Verbesserung, Sportorganisationen und -verbände.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird „Qualität“ im Sport definiert?
Qualität im Sport ist der Grad, in dem Dienstleistungen (z.B. Training) die Erwartungen der Mitglieder oder Kunden erfüllen, oft gemessen an Standards wie der ISO 9000.
Was sind die 8 Grundsätze des Qualitätsmanagements?
Dazu gehören Kundenorientierung, Führung, Einbezug von Mitarbeitern, prozessorientierter Ansatz, ständige Verbesserung und sachbezogene Entscheidungsfindung.
Was ist das EFQM-Modell?
Ein umfassendes Modell für Business Excellence, das auch in Sportorganisationen genutzt wird, um die Qualität der Führung und der Ergebnisse zu bewerten.
Warum ist Zertifizierung im Gesundheitssport wichtig?
Zertifizierungen (z.B. „Pluspunkt Gesundheit“) sichern hohe Standards und sind oft Voraussetzung für die Anerkennung durch Krankenkassen.
Was ist das GAP-Modell der Dienstleistungsqualität?
Es analysiert Lücken (Gaps) zwischen der Erwartung des Kunden und der tatsächlich erbrachten Leistung des Sportanbieters.
- Quote paper
- Lisa Maria Hirschfelder (Author), 2013, Qualitätsmanagement im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266107