16-jährige Jugendliche sind in dem Bewusstsein einer globalen, vernetzten Welt aufgewachsen. Kommunikation über Internet, Urlaubsreisen mit dem Flugzeug, Konsum von Billigprodukte aus aller Welt gestalten die Lebenswelt der heutigen Jugend mit. Jeder Schüler kauft tagtäglich im Supermarkt oder in differenzierten Läden Produkte und Kleidungsstücke, die es ohne Globalisierung nicht zu kaufen gäbe. Die Unterrichtseinheit soll zum Einen helfen, den abstrakten Begriff Globalisierung für die Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen, zum Anderen soll sie ihnen auch die Schattenseiten der Globalisierung aufzeigen und bewusst machen. Denn mit dem Kauf eines, beispielsweise, Billig-H&M-Tshirts oder einem Artikel der Kik-Kette werden auch sie zu Akteuren auf dem globalen Spielfeld und sind an der globalen, ungerechten Verteilung von Wohlstand in gewisser Weise durch ihre Leichtfertigkeit automatisch beteiligt. Globalisierung wird in dieser Unterrichtsthematik nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, sondern legt zusätzlich ein Augenmerk auf den zwischenmenschlichen Aspekt. Die Zielsetzung der vorliegenden Unterrichtseinheit besteht zusätzlich darin, eine differenzierte Sicht auf die Chancen und Risiken der Globalisierung zu erhalten.
Grob und Feinziele:
Grobziel
Die Schüler sollen sich mit dem komplexen Thema Globalisierung auseinandersetzen.
Feinziele
SuS sollen erkennen, in welchen Bereichen des heutigen Lebens sich die globale Vernetzung vollzieht.
SuS sollen anhand einer Textarbeit Ursachen der Globalisierung entnehmen können.
SuS sollen anhand von Beispielen die Ursachen von Globalisierung belegen können.
SuS sollen mithilfe der Talkshow das Hineinversetzen in vorgegebene Rollen üben und lernen, die vorgegebenen Standpunkte zu vertreten.
SuS sollen durch den realen Bezug anhand der Talkshow einen tieferen Einblick in die Thematik bekommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Eigener Unterrichtsversuch
1.1 Klärung und Zielsetzung
1.1.1 Sachanalyse
1.1.2 Lebensbedeutsame Aspekte
3.1.3 Lehrplanbezug und Lernziele
3.1.3.1 Stellung der Stunde im Lehrplan und in der Unterrichtssequenz
3.1.3.2 Lernziele
3.2. Anthropologische und soziokulturelle Voraussetzungen bei den Schülern
3.3. Plan der Durchführung
3.4. Planung und Begründung des methodischen Entwurfs
3.4.1. Die methodische Struktur
3.4.2. Didaktische Aspekte
3.4.3 Einsatz von Unterrichtsformen
3.4.4 Auswahl und Einsatz der Unterrichtsmittel
3.4.5. Zur Organisation des Unterrichtsablaufs
3.4.6. Literatur
3.4.7. Materialien
3.4.7.1 Schaubild Weltkugel: Einstieg
3.4.7.2 Erarbeitungsphase I: Woher kommt Globalisierung?
3.4.7.3 Erarbeitungsphase II: Karikatur „Man nennt es Globalisierung“
3.4.7.4 Talkshow Materialien
3.4.7.5 Tafelbild
3.4.7.6 Arbeitsaufträge zur Textarbeit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Unterrichtseinheit ist es, Schülern der 10. Klasse ein komplexes Verständnis für den Prozess der Globalisierung zu vermitteln, indem sowohl die Ursachen als auch die ambivalenten Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt beleuchtet werden.
- Analyse der Ursachen der Globalisierung (Handel, Technik, Kommunikation).
- Kritische Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken der weltweiten Vernetzung.
- Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven mittels einer moderierten Talkshow.
- Fächerübergreifender Lehrplanbezug zwischen AWT, Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Sachanalyse
Nach der Definition der OECD-Staaten ist unter Globalisierung ein Prozess zu verstehen, „durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden – [Aufgrund] der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie.“1 Die Globalisierung ist also ein Prozess, bei dem weltweite Beziehungen in zahlreichen Dimensionen intensiviert werden. Dabei entsteht eine globale Verflechtung in Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Umwelt, Gesellschaft.
Der Vorgang der weltweiten Verflechtung begegnet jedem einzelnen Menschen Tag für Tag in den verschiedenen Bereichen des Lebens. Der Handel präsentiert der deutschen Bevölkerung Produkte aus beinahe allen Ländern der Welt. Das liegt zum Einen daran, dass der Wunsch nach Erzeugnissen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Konsumenten hierzulande wünschen sich ganzjährig frisches Obst und Gemüse und eine reichhaltige Angebotspalette. Zum Anderen werden Produktionsstandorte ganz gezielt ins Ausland ausgelagert, um durch günstigere Kosten die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern. Die globale Arbeitsteilung ist z.B. im Bereich der Textilindustrie zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eigener Unterrichtsversuch: Einleitung in das Thema Globalisierung inklusive Sachanalyse und der Bedeutung für Jugendliche.
1.1 Klärung und Zielsetzung: Festlegung der Lernziele und theoretische Einordnung der Sachanalyse.
1.1.1 Sachanalyse: Detaillierte Betrachtung des Globalisierungsprozesses, seiner Ursachen und der ökonomischen wie ökologischen Auswirkungen.
1.1.2 Lebensbedeutsame Aspekte: Verknüpfung des Themas mit der Alltagswelt der Schüler durch Konsum und Kommunikation.
3.1.3 Lehrplanbezug und Lernziele: Einordnung der Unterrichtsstunde in den Lehrplan für Jahrgangsstufe 10 sowie Definition von Grob- und Feinziehlen.
3.1.3.1 Stellung der Stunde im Lehrplan und in der Unterrichtssequenz: Konkrete Zuweisung der Inhalte zu den Lehrplaneinheiten in AWT und Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde.
3.1.3.2 Lernziele: Auflistung der angestrebten Kompetenzen, insbesondere im Bereich der Rollenübernahme und Meinungsbildung.
3.2. Anthropologische und soziokulturelle Voraussetzungen bei den Schülern: Beschreibung der Klassenkonstellation und der Lernmotivation.
3.3. Plan der Durchführung: Tabellarische Übersicht über den zeitlichen Ablauf und die geplanten Artikulationsphasen.
3.4. Planung und Begründung des methodischen Entwurfs: Erläuterung der didaktischen Entscheidungen und der gewählten Unterrichtsmethoden.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Welthandel, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Entwicklungsländer, Industrieländer, Talkshow, Unterrichtsmethodik, Vernetzung, Arbeitsteilung, Konsumverhalten, Umweltdumping, Kompetenzaufbau, Lehrplan, Interkulturalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtsstunde zum Thema Globalisierung für eine 10. Klasse einer Mittelschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Ursachen der Globalisierung, deren Chancen und Risiken sowie die Auswirkungen auf verschiedene globale Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, den abstrakten Begriff Globalisierung für Schüler greifbar zu machen und eine differenzierte Sichtweise auf Chancen und Risiken zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine methodische Struktur aus Lehrer-Schüler-Gespräch, Textarbeit und als Kernmethode eine Fishbowl-Talkshow zur Simulation verschiedener Standpunkte angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Durchführung, methodische Begründungen und die Vorstellung spezifischer Materialien wie Karikaturen und Rollenkarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Globalisierung, Welthandel, Didaktik, Rollenspiel, nachhaltige Entwicklung und Unterrichtsplanung.
Wie werden die Schüler in die Rollen eingeführt?
Die Schüler erhalten Rollenkarten, die Anhaltspunkte zu der von ihnen vertretenen Person und deren Meinung liefern, um das Hineinschlüpfen in die Rolle zu erleichtern.
Welche Funktion hat die Fishbowl-Methode hier?
Sie dient als abgewandelte Form der Diskussion, bei der zwei Halbkreise gebildet werden: einer für die Talkshow-Teilnehmer und einer für die Zuschauer, um einen aktiven Austausch zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Wehrl (Autor:in), 2013, Globalisierung (Unterrichtsversuch 10. Klasse mit kompletter didaktischer Analyse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265713