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Der sprachwissenschaftliche und orthographische Umgang mit Tönen afrikanischer Sprachen

Tonanalyse- und Tonorthographiemethoden

Titel: Der sprachwissenschaftliche und orthographische Umgang mit Tönen afrikanischer Sprachen

Seminararbeit , 2011 , 38 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: MMag. Lisa Pfurtscheller (Autor:in)

Afrikawissenschaften - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während die Untersuchung von Grammatiken schon seit Jahrtausenden vom Menschen betrieben wird, blieb die Existenz von bedeutungsunterscheidenden Tönen in afrikanischen Sprache bis vor einigen Jahrhunderten unentdeckt, und war vor dem zwanzigsten Jahrhundert noch überhaupt nicht in das Bewusstsein der meisten Sprachwissenschaftler vorgedrungen. Ein Grund dafür lag wohl darin, dass es lange keine Möglichkeit der Sprachaufzeichnung gab. Als dann aufgenommen wurde, ist die Tonhöhe nicht bewusst wahrgenommen worden. Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass Tonmelodien in Sprachen für europäische Sprachwissenschaftler etwas völlig Neues darstellten, denn während nach Verben, Nomen, Nebensätzen etc. stets „gesucht“ werden konnte, da diese ja in der Muttersprache des Linguisten existierten, stolperte man sozusagen über „Töne“, die auf Grund mangelnder oder gar nicht existierender Sensibilisierung für dieses Phänomen nicht als solche wahrgenommen, sondern als „Akzente“ oder „Intonationstöne“ fehlinterpretiert wurden. Somit mangelte es nicht nur der Kenntnis über die Existenz von Tönen schlechthin, sondern auch jedweder Methoden, um diese zu analysieren, zu repräsentieren und schlussendlich in der Orthographie zu verankern. Noch heute herrscht keine weltweit angewandte Methode zur Analyse von Tonsystemen, und auch die Orthographie unterscheidet sich von Sprache zu Sprache, wobei in vielen afrikanischen Sprachen dem Ton für die Orthographie sowohl in den Werken der Sprachwissenschaftler, als auch für die Alltagsverwendung der einheimischen Bevölkerung in vielen Fällen noch nicht ausreichend Bedeutung beigemessen wird.
In der vorliegenden Arbeit soll zunächst ein Abriss der Tonforschung im Hausa beschrieben werden, bevor die Geschichte der Tonanalyse zum zentralen Thema der Arbeit wird. Es folgt ein Kapitel über die Repräsentation der Töne in afrikanischen Sprachen.
Dazu muss gesagt werden, dass viele Publikationen existieren, die in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden konnten, weswegen das gesammelte Material zwar umfangreich ist, nicht jedoch den gesamten aktuellen Forschungsstand widerzuspiegeln vermag.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Tonbeschreibung im Hausa

3. Geschichte der Tonanalyse

3.1. Einleitung

3.2. Deskriptive Analysen

3.2.1. Christaller, 1893

3.2.2. Westermann, 1905

3.2.3. Roehl & Nekes, 1911

3.2.4. Ittmann, 1939

3.2.5. Weitere deskriptive Tonanalysen

3.3. Theoretische Analysen

3.3.1. Pike, 1948

3.3.2. Williams, 1971

3.3.3. Goldsmith, 1976

3.3.4. Halle und Vergnaud, 1982

3.3.5. Pulleyblank, 1986

3.3.6. Snider, 1988

3.3.7. Yip, Hyman, Clark- 1993

3.3.8. Cassimjee, 1998

4. Repräsentation von Tönen in Grammatiken

4.1. Einleitung

4.2. Christaller, 1893 & Ittmann, 1939

4.3. Ida Ward, 1933

4.4. Kenneth Pike, 1948

4.5. John Bendor Samuel, 1974

4.6. Neuere Erscheinungen

5. Repräsentation von Tönen in der Orthographie

5.1. Einleitung

5.2. Die Notwendigkeit der Tonorthographie

5.3. Von der Tonanalyse zur Orthographie

5.4. Diakritische Zeichen vs. Interpunktionszeichen

5.5. Vorteile einer Interpunktionszeichenrepräsentation von Tönen

6. Konklusion

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die methodischen Ansätze zur Analyse und schriftlichen Repräsentation von Tönen in afrikanischen Sprachen, um aufzuzeigen, wie komplexe Tonsysteme wissenschaftlich erfasst und orthographisch für die Sprachgemeinschaft nutzbar gemacht werden können.

  • Historische Entwicklung der Tonforschung in afrikanischen Sprachen.
  • Unterscheidung zwischen deskriptiven und theoretischen Tonanalysemethoden.
  • Repräsentation von Tönen in grammatischen Werken und in der Orthographie.
  • Vergleich zwischen diakritischen Zeichen und Interpunktionszeichen zur Tonmarkierung.
  • Bedeutung der Akzeptanz orthographischer Systeme durch die Sprecher.

Auszug aus dem Buch

3.3.3. Goldsmith, 1976

Im Jahr 1976 folgte eine weitere, äußerst berühmte gewordene Arbeit von Goldsmith, der eine Theorie zur Analyse von Tönen hervorbrachte, die man heute „Autosegmentale Phonologie“ nennt. Diese Theorie ist nicht nur bei der Analyse von Tönen, sondern auch von Vokalharmonie und anderen linguistischen Phänomenen anwendbar. Entscheidend für die Theorie ist die Annahme, dass ein Segment aus zwei getrennten Merkmalsbündeln besteht- den segmentalen Merkmalen und den Tonmerkmalen, die sich auf zwei verschiedenen Schichten befinden. Die tontragende Einheit (z.B. /à/) ist das tontragende Element (engl. tone bearing unit= TBU). Die unabhängigen Segmente wie H und T (Hochton und Tiefton) nennt man Autosegmente. Die Trennung in zwei Schichten auf Grund der Autosegmentalität des Tons muss man annehmen, weil sich Töne oft komplett unabhängig von ihrem Segment verhalten, wie etwa im Bakwiri, einer Sprache Kameruns (Durand 1990):

[kʷélí] → [líkʷé] ‘tot’

[kʷélí] → [líkʷè] ‘fallend’

Man sieht deutlich, dass die Segmente vertauscht werden, das Tonmuster bleibt jedoch erhalten. So kann der Ton auf seiner eigenen Schicht untersucht werden, was Freiheit bei der Analyse schafft. Zur Assoziierung von Tönen mit ihren TBUs führte Goldsmith die „Association Conventions“ und die Well-formedness Conditions ein, welche stets, wann immer möglich, zur Anwendung kommen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die späte Entdeckung von Tönen als bedeutungsunterscheidendes Merkmal in afrikanischen Sprachen und den Mangel an geeigneten Analysemethoden.

2. Geschichte der Tonbeschreibung im Hausa: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Tonforschung im Hausa nach, von frühen Fehlinterpretationen durch Missionare bis hin zur Anerkennung der Töne als linguistisch relevantes Merkmal.

3. Geschichte der Tonanalyse: Hier werden sowohl deskriptive als auch theoretische Ansätze der Tonanalyse chronologisch vorgestellt, inklusive einflussreicher Modelle wie der autosegmentalen Phonologie.

4. Repräsentation von Tönen in Grammatiken: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Methoden zur Darstellung von Tönen, von frühen Punkt- und Zahlensystemen bis hin zu diakritischen Zeichen und modernen Ansätzen.

5. Repräsentation von Tönen in der Orthographie: Es wird die Herausforderung diskutiert, Töne lesetauglich in die Schriftsprache zu integrieren, wobei die Vor- und Nachteile von diakritischen Zeichen gegenüber Interpunktionszeichen abgewogen werden.

6. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass bei der Erstellung von Orthographien die Balance zwischen linguistischer Genauigkeit und der praktischen Akzeptanz durch die Sprechergemeinschaft entscheidend ist.

Schlüsselwörter

Tonanalyse, Tonsprachen, afrikanische Sprachen, Tonorthographie, autosegmentale Phonologie, Tonerepräsentation, diakritische Zeichen, Interpunktionszeichen, Tontragende Einheiten, linguistische Methodik, Sprachwissenschaft, Hausa, Grammatikschreibung, Konturtöne, Sprachakzeptanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Methoden der Analyse sowie der orthographischen Repräsentation von Tönen in afrikanischen Sprachen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Tonbeschreibung, die Entwicklung von Tonanalyse-Theorien und der praktische Umgang mit Tonmarkierung in der Schriftsprache.

Welches ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch verschiedene methodische Ansätze Tonsysteme verständlich und nutzbar in der Orthographie verankert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um bestehende linguistische Modelle und deren Entwicklung kritisch zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch die Geschichte der Tonanalyse, die Repräsentation in Grammatiken sowie die Problematik und Lösungen der Tonorthographie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Autosegmentale Phonologie, Tontragende Einheiten (TBUs) und der Vergleich zwischen diakritischen und Interpunktionszeichen.

Warum ist die Wahl der Orthographie für afrikanische Sprachen so schwierig?

Da viele Tonsprachen existieren und die Akzeptanz bei den Sprechern sowie der Lesefluss durch Zusatzzeichen kritische Faktoren für den Erfolg einer Orthographie sind.

Welche Vor- und Nachteile haben Interpunktionszeichen gegenüber diakritischen Zeichen?

Interpunktionszeichen ermöglichen ein lineareres Lesen und vermeiden Verwechslungen bei der Vokalqualität, werden aber oft als unüblicher gegenüber traditionellen diakritischen Zeichen wahrgenommen.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der sprachwissenschaftliche und orthographische Umgang mit Tönen afrikanischer Sprachen
Untertitel
Tonanalyse- und Tonorthographiemethoden
Hochschule
Universität Wien  (Afrikanistik)
Note
1,0
Autor
MMag. Lisa Pfurtscheller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
38
Katalognummer
V265419
ISBN (eBook)
9783656549192
ISBN (Buch)
9783656548898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang tönen sprachen tonanalyse- tonorthographiemethoden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MMag. Lisa Pfurtscheller (Autor:in), 2011, Der sprachwissenschaftliche und orthographische Umgang mit Tönen afrikanischer Sprachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265419
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Leseprobe aus  38  Seiten
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