“Die eigenwillige Herangehensweise, die extravagante Geschichte und auch die
teilweise verwirrende Erzählstruktur sind sicher nicht für jeden geeignet. Aber letzten
Endes fügt sich alles ausgezeichnet ineinander und es gelingt dem Film einen sehr
starken Eindruck zu hinterlassen. Die Haut, in der ich wohne ist somit sicherlich ein
hochinteressanter und vor allem mutiger Film, den man gesehen haben sollte - denn
die Faszination des Films lässt sich durch Worte nur sehr schwer erläutern.”, so lautet das Fazit eines Zuschauers über Almodóvars Film Die
Haut, in der ich wohne aus dem Jahre 2011. Der heutige Kinokenner weiß genau
wofür Pedro Almodóvar bekannt ist. Groteske Filme die sich in der Regel immer um
die selben Themen drehen: Missbrauch, Sexualität, Geschlechterrollen und -
rollenfindung und die daraus resultierenden Verhältnisse und Konflikte. Dies wird
auch in vielen seiner vorgehenden Werke bereits im Titel deutlich. Schon immer
begeisterte und empörte Almodóvar das Publikum mit Filmen wie La mala educación
– Schlechte Erziehung (2004), Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
(1988) oder Alles über meine Mutter (1999).
In der vorliegenden Arbeit soll Die Haut, in der ich wohne unter einem bestimmten
Aspekt analysiert und ausgewertet werden, auch wenn es schwierig ist in
Almodóvars Werken das Augenmerk nur auf eine Interpretationshypothese zu
beschränken. Wie bereits erwähnt, handeln seine Filme oftmals von Missbrauch. In
der Regel hat Missbrauch einen Täter und ein Opfer. Doch an diesem Film soll diese
Zuweisung genauer betrachtet werden. Das Verhältnis von Protagonist und
Antagonist soll unter folgender Hypothese ausgewertet werden: Täter- und
Opferrollen sind keine beständigen Zuweisungen. Innerhalb einer
zwischenmenschlichen Beziehung und des ständigen Einflusses ihrer Umwelt,
wechseln sich Opfer- und Täterrollen oftmals ab und bedingen sich gegenseitig. Es
ist ein kausaler Zusammenhang, in dem ein Opfer durch den Täter selbst zum Täter
werden kann, wie auch andersrum. Gleichzeitig sind es auch gesellschaftliche
Umstände, prägende Ereignisse und äußere Faktoren unserer Lebenswelt, die
unsere Rolle zwischen Täter und Opfer variieren lassen. Dieser kontinuierliche
Wandel wird in Die Haut, in der ich wohne durch die Ausgangslagen, ihrer
Veränderungen und dem zwischenmenschlichen Verhältnis der beiden
Hauptcharaktere deutlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Cast and Credits
3. Narrationsstruktur
3.1. Handlung
3.2. Die Struktur im Detail
4. Interpretationsebene
4.1. Die Charaktere und ihre Beziehungen
4.2. Wichtige Filmaussagen
4.3. Interpretationsperspektive
5. Mis-en-scéne und editing
6. Filmmuster
6.1. Handlungsentwicklung
6.2. Details, (Personen-)Symbolik und Zitate
7. Fazit
8. Quellenverzeichnis
8.1. Digitale Quellen
8.2. Internetquellen
8.3. Bildquellen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Almodóvars Film "Die Haut, in der ich wohne"?
Der Film behandelt Themen wie Missbrauch, Sexualität, Geschlechterrollen und die komplexe Dynamik zwischen Täter und Opfer.
Was ist die zentrale Hypothese der Filmanalyse?
Die Hypothese besagt, dass Täter- und Opferrollen keine beständigen Zuweisungen sind, sondern sich innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen gegenseitig bedingen und abwechseln.
Wie ist die Narrationsstruktur des Films aufgebaut?
Der Film besitzt eine teilweise verwirrende Erzählstruktur, die sich jedoch am Ende ausgezeichnet zusammenfügt, um einen starken Eindruck zu hinterlassen.
Welche filmischen Mittel werden untersucht?
Die Analyse betrachtet die Mise-en-scène, das Editing sowie spezifische Filmmuster, Personensymbolik und Zitate.
Welche Rolle spielt die gesellschaftliche Umwelt im Film?
Gesellschaftliche Umstände und äußere Faktoren werden als prägende Elemente dargestellt, die die Rollenverteilung zwischen Täter und Opfer variieren lassen.
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- Alina Gert (Author), 2013, "Die Haut, in der ich wohne" von Pedro Almodóvar: Eine Filmanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265238