In meiner Arbeit befasse ich mich mit der Unschärfe in der Kunst. Mein Hauptinteresse gilt den unscharf wirkenden Werken von einem der bekanntesten und bedeutendsten lebenden Künstler, dem Deutschen Gerhard Richter. Ich beschränke mich auf seine Arbeit „18. Oktober 1977“, welche er 1988 fertigte. Dieses Oeuvre umfasst 15 Gemälde, welche sich alle um die linksradikale terroristische Rote-Armee-Fraktion drehen.
Ziel meiner Arbeit ist, die Unschärfe in Gerhard Richters Oktober-Zyklus zu untersuchen und aufzuzeigen, weshalb gerade bei diesen Gemälden die Verwischungen thematisch besonders aufschlussreich sind.
Zitate von Gerhard Richter und Kunstkritikern sollen die Thematik aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Weiter soll die Arbeit, beginnend den Anfängen der Unschärfe in der Kunst und abschliessend mit Gerhard Richters Biographie, ein Gesamtverständnis zum gewählten Thema vermitteln.
Ein gemaltes oder gezeichnetes Bild als unscharf zu bezeichnen fällt uns schwer, da der Terminus der Schärfe, beziehungsweise der Unschärfe, zweifellos aus der Fotografie stammt. Aufgetragene Farbe kann weder scharf noch unscharf sein, dennoch wird in der Literatur Schärfe zum Beschreiben von Gemälden angewendet und meint klar abgetrennte Konturen. Bei unscharfen Werken werden Konturen zu Gunsten des Gesamteindrucks vernachlässigt oder gänzlich aufgelöst.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Unschärfe in der Kunst
- Anfänge der Unschärfe in der Malerei und Bildhauerei
- Anfänge der Unschärfe in der Fotografie
- Gerhard Richters unscharfe Malerei
- Gerhard Richter und die Rote-Armee-Fraktion
- Unschärfe im Oktober-Zyklus
- Biographie und Werkübersicht von Gerhard Richter
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Unschärfe in der Kunst und fokussiert insbesondere auf die unscharfen Werke von Gerhard Richter. Im Mittelpunkt steht der ,,18. Oktober 1977" - Zyklus von 15 Gemälden, der die linksradikale terroristische Rote-Armee-Fraktion thematisiert.
- Untersuchung der Unschärfe in Richters Oktober-Zyklus
- Aufzeigen der thematischen Relevanz der Verwischungen
- Einbezug von Zitaten von Richter und Kunstkritikern
- Vermittlung eines Gesamtverständnisses zum Thema, beginnend mit den Anfängen der Unschärfe in der Kunst und abschliessend mit Richters Biographie
Zusammenfassung der Kapitel
Das Kapitel ,,Unschärfe in der Kunst“ eröffnet mit einer Definition von Unschärfe und ihrer Bedeutung in der Kunst. Dabei wird die Entstehung der Unschärfe in der Malerei und Bildhauerei bis hin zur Fotografie beleuchtet.
Im Kapitel „Gerhard Richters unscharfe Malerei“ wird die Entstehung und Bedeutung des ,,18. Oktober 1977“ - Zyklus beleuchtet. Die Thematik der Roten Armee Fraktion und die Verwendung von Unschärfe als künstlerisches Mittel werden diskutiert.
Das Kapitel „Biographie und Werkübersicht von Gerhard Richter“ liefert einen Überblick über das Leben und Werk des Künstlers.
Schlüsselwörter
Unschärfe, Malerei, Fotografie, Gerhard Richter, Oktober-Zyklus, Rote-Armee-Fraktion, Kunstgeschichte, Zeitgenössische Kunst, Interpretation, Ästhetik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an Gerhard Richters „Oktober-Zyklus“?
Der Zyklus „18. Oktober 1977“ besteht aus 15 Gemälden, die auf Pressefotos der Rote-Armee-Fraktion (RAF) basieren und durch Richters typische Unschärfetechnik eine besondere emotionale und historische Distanz schaffen.
Warum nutzt Gerhard Richter Unschärfe in seinen Werken?
Richter nutzt die Unschärfe (oft durch Verwischen der Farbe), um Konturen aufzulösen und den Fokus auf den Gesamteindruck sowie die Fragwürdigkeit der fotografischen Realität zu lenken.
Woher stammt der Begriff der Unschärfe ursprünglich?
Der Begriff stammt zweifellos aus der Fotografie. In der Malerei wird er verwendet, um Werke mit weichen Übergängen und ohne klar abgetrennte Konturen zu beschreiben.
Welche historischen Ereignisse thematisiert der Oktober-Zyklus?
Er bezieht sich auf die Ereignisse rund um die RAF-Terroristen in der Justizvollzugsanstalt Stammheim und deren Tod im Jahr 1977.
Gab es Unschärfe schon vor der Fotografie in der Kunst?
Die Arbeit beleuchtet auch die Anfänge der Unschärfe in der Malerei und Bildhauerei vor der Erfindung der Fotografie.
Wie wird Schärfe in der Kunstliteratur definiert?
Schärfe meint in der Malerei meist klar voneinander abgetrennte Konturen und eine detailgetreue Wiedergabe von Formen.
- Arbeit zitieren
- S. Müller (Autor:in), 2013, Unschärfe in der Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265123