Seit geraumer Zeit gewinnt das Gebiet der Unternehmensbewertung in der Versicherungswirtschaft, wie in den anderen Branchen auch, zunehmend an Bedeutung. Obwohl die weit verbreitete Unsicherheit durch die Finanz- und Schuldenkrise zu einem „Transaktionsstau“ im Finanzsektor in den Jahren zwischen 2008 – 2011 geführt hat, können in der Versicherungswirtschaft trotzdem zahlreiche Gründe verzeichnet werden, für die eine Unternehmensbewertung notwendig ist. In der einschlägigen Literatur zu Unternehmensbewertung finden sich viele Publikationen, Schriften und Monographien zur Bewertung von Industrieunternehmen. Die Bewertung von Versicherungsunternehmen wird dagegen nur selten erwähnt. Der Prozess der Leistungserstellung eines Versicherungsunternehmens unterscheidet sich jedoch erheblich von dem eines Industrieunternehmens. Deshalb ist eine gesonderte Betrachtung der Bewertungsparameter von Versicherungsunternehmen unumgänglich. Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist, die Besonderheiten von Versicherungsunternehmen zu untersuchen und deren Auswirkungen auf den Prozess der Bewertung darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Bewertungsanlässe
2.2 Gängige Bewertungsverfahren
3 Bewertungsrelevante Besonderheiten der Versicherungsgesellschaften
3.1 Differenzierung nach Typen der Versicherungsunternehmen
3.2 Differenzierung nach Rechtsformen
3.3 Besonderheiten des Jahresabschlusses
4 Unternehmenswertermittlung bei Versicherungsgesellschaften
4.1 Relevante Bewertungsverfahren
4.2 Prognose zukünftiger Überschüsse
5 Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum unterscheidet sich die Bewertung von Versicherungen von Industrieunternehmen?
Versicherungen produzieren keine physischen Güter, sondern verkaufen Versprechen für die Zukunft. Der Produktionsprozess ist invertiert: Erst fließen die Prämien (Einnahmen), später folgen die Schäden (Ausgaben).
Welche Bewertungsverfahren sind für Versicherungsunternehmen relevant?
Neben dem Ertragswertverfahren und dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) spielt der „Embedded Value“ (Marktwert des Bestands) eine zentrale Rolle.
Was ist das Besondere am Jahresabschluss einer Versicherung?
Er ist stark durch versicherungstechnische Rückstellungen geprägt. Die tatsächliche Gewinnermittlung ist komplex, da viele Risiken erst über Jahrzehnte hinweg abgewickelt werden.
Wie wird die Prognose zukünftiger Überschüsse erstellt?
Dazu werden versicherungsmathematische Modelle genutzt, die Sterblichkeitsraten, Schadenshäufigkeiten und die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt berücksichtigen.
Welche Rolle spielt die Rechtsform bei der Bewertung?
Es gibt Unterschiede zwischen Aktiengesellschaften und Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (VVaG), was insbesondere die Gewinnbeteiligung und die Eigentümerstruktur beeinflusst.
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- Roman Redkov (Author), 2011, Besonderheiten bei Bewertung von Versicherungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264796