Es ist allgemein bekannt, dass die Menschen immer älter werden und länger leben, vor allem in den Industrieländern, bedingt durch die steigende Lebenserwartung und den Rückgang der Fertilitätsraten (vgl. Skuban 2004, S. 47). Mit zunehmendem Alter steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten, besonders bei alten Menschen treten oft mehrere Krankheiten gleichzeitig auf, hier spricht man von „Multimorbidität“. Je älter die Menschen, desto immobiler werden sie. Sie sind also oftmals nicht mehr im Stand ihren Alltag zu bewältigen und werden pflegebedürftig (ebd., S. 55 f.). Aufgrund dieser Entwicklungen sind die sozialen Sicherungssysteme weltweit mit einer ständig wachsenden Zahl an alten, pflegebedürftigen Menschen konfrontiert. Dazu kommt noch, dass die Familie als Pflegedienstleister zunehmend wegfällt (ebd., S. 15).
Verschiedene Wohlfahrtsstaaten versuchen das „Lebensriskiko“ Pflegebedürftigkeit auf unterschiedliche Art und Weise abzusichern. Ich möchte in meiner Arbeit das Pflegesicherungssystem von 2 Wohlfahrtsstaaten des konservativen (oder korporatistischen) Typs nach dem Bismarck System am Beispiel Österreich und Deutschland, mit dem eines Wohlfahrtsstaats sozialdemokratischen Typs nach dem Beveridge System am Beispiel Dänemarks vergleichen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Dekommodifizierung
2.2 Solidaritätsprinzip
2.3 Subsidiaritätsprinzip
2.4 Prinzip der Leistungsgerechtigkeit
2.5 Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit
3. Wohlfahrtsstaatsmodelle nach Esping Anderson
3.1 Liberales Wohlfahrtsstaatsmodell
3.2 Konservatives (oder korporatistisches) Wohlfahrtsstaatsmodell
3.3 Sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell
4. Wohlfahrtsstaaten nach dem Bismarck- oder Beveridgesystem
4.1 Bismarck
4.2 Beveridge
5. Das Pflegesicherungssystem in einem konservativen (oder korporatistischen) Wohlfahrtsstaat des Bismarcktyps.
5.1 Österreich
5.2 Deutschland
6. Das Pflegesicherungssystem in einem sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat des Beveridgetyps
6.1 Dänemark
7. Zukünftige Herausforderungen an die Pflegesicherungssysteme
8. Fazit
9. Literatur und Quellenverzeichnis
9.1 Literatur
9.2 Internetquellen
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dem Bismarck- und dem Beveridge-System?
Das Bismarck-System (z.B. Deutschland, Österreich) basiert auf Sozialversicherungen, während das Beveridge-System (z.B. Dänemark) meist steuerfinanziert ist.
Was bedeutet „Dekommodifizierung“ in der Sozialpolitik?
Es bezeichnet den Grad, in dem ein Individuum seinen Lebensunterhalt unabhängig von der Marktbeteiligung durch soziale Leistungen sichern kann.
Wie ist die Pflegesicherung in Dänemark organisiert?
Dänemark folgt dem sozialdemokratischen Modell, bei dem die Pflege stark staatlich organisiert und über Steuern für alle Bürger zugänglich ist.
Was versteht man unter dem Subsidiaritätsprinzip?
Es besagt, dass Aufgaben zuerst von der kleinsten Einheit (z.B. Familie) übernommen werden sollen, bevor staatliche Instanzen eingreifen.
Warum stehen Pflegesysteme weltweit unter Druck?
Gründe sind die steigende Lebenserwartung (Multimorbidität), sinkende Geburtenraten und der Wegfall der Familie als primärer Pflegedienstleister.
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- Sebastian Lindinger (Author), 2012, Pflegesicherungssysteme unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264772