Gegen Ende des 13. Jahrhunderts war Mailand die angesehenste und wirtschaftlich bedeutendste Stadt in der Po-Ebene. Die Stadt fungierte als natürlicher Verkehrsknotenpunkt für die Handelsbeziehungen Venedigs und Genuas in das Hinterland, welches schon damals zu den fruchtbarsten Gebieten Italiens zählte. Weiters zog die Stadt einen erheblichen Vorteil aus der Eröffnung des neuen Alpenübergangs über den Gotthard um das Jahr 1270. Laut dem Buch „De Magnalibus urbis Mediolani“ von Bonvesin de la Riva bestand das Mailand des 13. Jahrhunderts bereits aus 200.000 Einwohnern, 11.500 Häusern, 200 Kirchen sowie 150 „villae“ mit Burgen im Umland. Weiters gab es 10 Spitäler, 300 Backstuben, mehr als tausend Handwerksbetriebe und eine immens große Zahl von Kaufleuten und Gewerbetreibenden. Ob diese Zahlen nun stimmen mögen oder nicht, so wird mit Hilfe dieser Auflistung zweifellos der Gesamteindruck einer intensiven Wirtschaftstätigkeit vermittelt. Der Reichtum Mailands beruhte hauptsächlich auf seiner landwirtschaftlichen und gewerblichen Produktion.
In diesem 13. Jahrhundert begann in Norditalien die Umbildung der Stadtgemeinde in eine Signoria. Spätestens im 14. Jahrhundert fand diese Entwicklung ihren Abschluss und dehnte sich auf Mittelitalien aus. Was Mailand betrifft, so war es die Adelsfamilie Visconti welche ca. 170 Jahre (1277-1447) das Zepter in der lombardischen Metropole in der Hand hatte. Im Rahmen dieser Proseminararbeit möchte sich der Autor mit den letzten Jahren dieser Herrschaft beschäftigen, auf die danach folgende kurze Zeit der Republik eingehen und sein Hauptaugenmerk auf Francesco Sforza und die unter sei-nem Namen begründete Dynastie legen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Ende der Visconti
3. Ambrosianische Republik
4. Francesco Sforza
5. Die Machtübernahme
6. Die „glücklichen“ Jahre
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Wachablöse in Mailand
Wie Francesco Sforza eine neue Dynastie begründete
„Wollten wir den Ruhm der Taten des Francesco Sforza in Wort und Schrift angemessen wiedergeben und mit unserem Lobe nicht hinter seinen Verdiensten zurückbleiben, so brauchten wir nicht nur die Beredsamkeit eines Cicero, sondern eine weit glücklichere und reichere, die imstande wäre, nicht bloß seine Tüchtigkeit zu schildern, sein Ansehen und seine Kriegserfahrung, - Eigenschaften, die vor allem von einem obersten Heerführer gefordert werden - sondern in erster Linie das Glück und die Güte dieses Fürsten zu preisen.“ [1]
Häufig gestellte Fragen
Warum war Mailand im 13. Jahrhundert so bedeutend?
Mailand war ein wirtschaftliches Zentrum der Po-Ebene, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Handel und profitierte massiv von der Öffnung des Gotthardpasses.
Wer waren die Visconti?
Die Visconti waren eine Adelsfamilie, die Mailand von 1277 bis 1447 als Signoria beherrschte und die Macht der Stadt festigte.
Wer war Francesco Sforza?
Sforza war ein erfolgreicher Heerführer (Condottiere), der nach dem Ende der Visconti-Herrschaft und einer kurzen republikanischen Phase die Macht in Mailand übernahm.
Was war die Ambrosianische Republik?
Es war eine kurze Phase (1447–1450) nach dem Tod des letzten Visconti-Herzogs, in der Mailand versuchte, sich als Republik selbst zu verwalten.
Wie begründete Sforza seine Dynastie?
Durch militärische Stärke, geschickte Diplomatie und die Heirat mit Bianca Maria Visconti legitimierte er seinen Anspruch auf den Herzogstitel.
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- Josef Schopf (Author), 2011, Wachablöse in Mailand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264524