Risiken bestimmen menschliches Handeln in vielen Situationen.
Abgesehen von der generellen Ungewissheit über die Zukunft gibt es
viele Situationen, in denen mögliche zukünftige Entwicklungen
angenommen beziehungsweise modelliert werden können. Eine solche
Abbildung möglicher Entwicklungen ist insbesondere für
Wirtschaftssubjekte bedeutend, die Risiken und Chancen ökonomischen
Handelns gegeneinander aufwiegen müssen, um Verluste zu vermeiden
und Gewinne zu erzielen. Ein Beispiel ist das erstmalige Anbieten von
Unternehmensanteilen am organisierten Kapitalmarkt (initial public
offering), bei der Risiken und Chancen für Investoren gegeneinander
aufgewogen werden müssen. Ein wissenschaftlicher Ansatz solche
Risiken zu beurteilen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten ist
die Entscheidungstheorie, die sich primär in präskriptive sowie
deskriptive Teilgebiete unterscheiden lässt. Die präskriptive
Entscheidungstheorie basiert auf streng rationalem Verhalten und
postuliert somit ein widerspruchsfreies Zielsystem. Diesem Zielsystem
konform verhält sich der Entscheider. Welches konkrete Ziel der
Handelnde hierbei verfolgt, ist individuell für jedes Zielsystem
festgelegt.
Die deskriptive Entscheidungstheorie hingegen, welcher auch die
Prospect Theory angehört, ermöglicht ein Zielsystem, welches nicht
frei von Widersprüchen ist. Sie stellt dar, wie Menschen sich in
Risikosituationen verhalten und hinterfragt, warum sie sich so
verhalten. Vor diesem Hintergrund stellt den Schwerpunkt dieser
Arbeit das rational schwer nachvollziehbare Phänomen des
Underpricings von IPO´s dar. Dieses wird anhand der PT erklärt.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Symbolverzeichnis
1. Einleitung und Ziel der Arbeit
1.1 Begrifflichkeit des Underpricing
1.2 Gang der Untersuchung und Ziel der Arbeit
2. Die Prospect Theory
2.1 Grundgedanken der Prospect Theory
2.2 Die Editing - Phase
2.3 Die Evaluation - Phase
2.3.1 Die Wertfunktion
2.3.2 Die Gewichtungsfunktion
2.3.3 Die Gesamtwertfunktion
3. Die Prospect Theory und das Underpricing
3.1 Der „certainty effect“
3.2 Der Einfluss der Segregation
4. Schlussbetrachtung
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Prospect Theory?
Die Prospect Theory (PT) ist ein Modell der deskriptiven Entscheidungstheorie, das erklärt, wie Menschen Entscheidungen unter Risiko treffen, wobei sie Verluste stärker gewichten als Gewinne.
Was bedeutet "Underpricing" bei IPOs?
Underpricing bezeichnet das Phänomen, dass der Ausgabepreis einer Aktie beim Börsengang (IPO) deutlich unter dem ersten Handelspreis am Markt liegt.
Wie hängen Prospect Theory und Underpricing zusammen?
Die PT hilft, das rational schwer erklärbare Underpricing durch psychologische Effekte wie den "Certainty Effect" oder die Segregation von Gewinnen und Verlusten zu begründen.
Was passiert in der "Editing-Phase" der Prospect Theory?
In dieser Phase werden die verfügbaren Optionen vereinfacht und strukturiert, bevor sie in der anschließenden Evaluations-Phase bewertet werden.
Was ist der Unterschied zwischen präskriptiver und deskriptiver Entscheidungstheorie?
Die präskriptive Theorie basiert auf streng rationalem Verhalten (Homo Oeconomicus), während die deskriptive Theorie (wie die PT) das tatsächliche, oft widersprüchliche menschliche Verhalten beschreibt.
- Quote paper
- Diplom Volkswirt Ingmar Dransfeld (Author), 2011, Die Prospect Theory: Ein Modell der Behavioral Economics zur Erklärung des Underpricing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264484