Hochwasser zählen zum natürlichen System des Wasserkreislaufes. Per Definition meint der Begriff Hochwasser einen „Zustand in einem oberirdischen Gewässer, bei dem der Wasserstand oder der Durchfluss einen bestimmten Schwellenwert erreicht oder überschritten hat.“(DIN 4049) . Ihre Entstehung ist unmittelbar an den Niederschlag gekoppelt. Hochwasser treten aufgrund der ungünstigen Kombination aller auf den Abfluss einflussnehmenden Faktoren, wie etwa Sättigung des Bodens oder Niederschlagsintensität, auf. Sie entstehen aus dem Zusammenwirken von Oberflächen- und Grundwasserabfluss.
Die hydrologische Erscheinung Hochwasser wird zusätzlich durch den Menschen intensiviert. Anthropogene Einflüsse wirken sich signifikant auf die Hochwasserbildung aus und steigern das Hochwasserrisiko somit. Die Größen des gesamten Wasserhaushaltes werden durch menschliches Eingreifen verändert. Am offensichtlichsten für den Betrachter ist die stetige Verdichtung der Siedlungsstruktur entlang der Flüsse. Weiterhin ändern sich die Abflüsse und Speicher, weil Flussläufe ausgebaut, die Erdoberfläche versiegelt und künstliche Rückhaltebecken geschaffen werden, um nur einige Maßnahmen zu benennen. Nicht zuletzt hängt die Niederschlagsbildung direkt mit dem teilweise anthropogen verschuldeten Klimawandel zusammen.
Bei der Untersuchung der Hochwasserbildung werden alle Parameter der allgemeinen Wasserhaushaltsbilanz (mit Vernachlässigung der Verdunstung) , Niederschlag = Verdunstung + Abfluss + (Rücklage - Aufbrauch), wirksam.
Die häufiger und extremer vorkommenden Hochwasser, zum Beispiel 2002 an der Elbe, belegen die Brisanz des Themas Hochwasserbildung und –risiken und sind ein deutliches Indiz dafür, dass aus der Nutzung der Flüsse und der ufernahen Gebiete durch den Menschen Gefahren entstehen, die es gezielt zu verringern gilt.
Inhalt
1. Einleitung
2. Hochwasserbildung und -risiken
2.1 Bildungsvoraussetzungen
2.1.1 Das Einzugsgebiet und seine Speiche
2.1.2 Der Niederschlag
2.2 Anthropogener Einfluss
2.2.1 Veränderung des Bodenspeichers
2.2.2 Bauliche Veränderungen
3. Vorhersage und Schutz
3.1 Vorhersage
3.2 Hochwasserschutz
3.2.1 Erhaltung von Retentionsräumen und Renaturierung
3.2.2 Regenwasserrückhaltung und –versickerung
4. Anforderungen an den Hochwasserschutz
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Hochwasser definiert?
Gemäß DIN 4049 ist Hochwasser ein Zustand in einem oberirdischen Gewässer, bei dem der Wasserstand oder der Durchfluss einen bestimmten Schwellenwert überschritten hat.
Welchen Einfluss hat der Mensch auf die Hochwasserbildung?
Durch Bodenversiegelung, Flussausbau und die Verdichtung von Siedlungen entlang der Flüsse wird der natürliche Abfluss verändert und das Risiko intensiviert.
Was sind Retentionsräume?
Retentionsräume sind Flächen, die bei Hochwasser gezielt geflutet werden können, um Wassermassen zurückzuhalten und den Scheitelabfluss flussabwärts zu mindern.
Wie hängen Niederschlag und Hochwasser zusammen?
Die Hochwasserbildung ist unmittelbar an die Intensität des Niederschlags und die Sättigung des Bodens im Einzugsgebiet gekoppelt.
Welche baulichen Maßnahmen dienen dem Hochwasserschutz?
Dazu zählen künstliche Rückhaltebecken, Deiche, Regenwasserversickerungsanlagen und die Renaturierung von Flussläufen.
Spielt der Klimawandel eine Rolle bei Hochwasserereignissen?
Ja, der anthropogen verschuldete Klimawandel beeinflusst die Häufigkeit und Extremität von Niederschlägen, wie beispielsweise beim Elbehochwasser 2002 zu sehen war.
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- Antje Sigrid Kropf (Author), 2008, Hochwasserbildung und ihre Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264072