Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg fand auf Betreiben der USA und durch Beschluß des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen eine Konferenz zur Neuordnung des internationalen Handels in Genf statt. Bereits im Oktober 1946 hatte ein Vorbereitungsausschuß getagt und den sogenannten „Londoner Entwurf“ für ein Welthandelsschema vorgestellt, der auf ein friedliches Miteinander aller Völker zum gegenseitigen Nutzen ausgelegt war. Am 01. April 1947 begannen Verhandlungen über eine Welthandelscharta in Genf, die am 30. Oktober 1947 endeten. Parallel hierzu berieten 23 Staaten über Maßnahmen zur Stabilisierung und fortschreitenden Senkung der Zollsätze (Erste Welthandelsrunde). Die Ergebnisse beider Verhandlungen wurden zusammengefaßt und das neuentstandene Abkom-men „Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen“ (General Agreement on Tariffs and Trade, GATT 1947) betitelt. Es trat am 01. Januar 1948 in Kraft, sollte aber seinerseits nur bis zum Inkrafttreten der Welthandelscharta gelten.
Inhaltsverzeichnis
- Historische Entwicklung bis zur Welthandelsorganisation
- Die Welthandelsorganisation
- Das GATS und das Vierte GATS-Protokoll
- Einleitung
- Sektoren mit fortschreitender Liberalisierung: Beispiel Telekommunikation
- Einführung
- Situation auf den Telekommunikationsmärkten vor Beginn der Liberalisierungsgespräche
- Die Liberalisierungsverhandlungen im Basistelekommunikationssektor
- Streitschlichtung
- Die Umsetzung des Vierten GATS-Protokolls
- Transformation auf EG-Ebene
- Situation in Deutschland
- Stellungnahme
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht das Vierte Protokoll des Allgemeinen Übereinkommens über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO). Der Fokus liegt auf der historischen Entwicklung des GATS und der Liberalisierung des Telekommunikationssektors. Die Arbeit beleuchtet die Umsetzung des Vierten GATS-Protokolls auf europäischer und deutscher Ebene sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.
- Historische Entwicklung des GATS
- Liberalisierung des Telekommunikationssektors
- Umsetzung des Vierten GATS-Protokolls
- Herausforderungen und Chancen der Liberalisierung
- Rechtliche und politische Rahmenbedingungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einem Überblick über die historische Entwicklung des Welthandels und der Entstehung des GATS. Anschließend wird das GATS und das Vierte GATS-Protokoll im Detail vorgestellt. Die Kapitel analysieren den Liberalisierungsprozess des Telekommunikationssektors, die Verhandlungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Des Weiteren wird die Umsetzung des Vierten GATS-Protokolls auf EG-Ebene und in Deutschland beleuchtet. Abschließend werden die Chancen und Herausforderungen der Liberalisierung des Telekommunikationssektors diskutiert.
Schlüsselwörter
WTO, GATS, Vierte GATS-Protokoll, Telekommunikation, Liberalisierung, Marktzugang, Inländerbehandlung, Handelspolitik, Dienstleistungshandel, Europäische Union, Deutschland, Recht, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Vierte GATS-Protokoll?
Das Vierte GATS-Protokoll ist ein Abkommen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO), das sich speziell mit der Liberalisierung des Handels mit Basistelekommunikationsdiensten befasst.
Welche Ziele verfolgt das GATS in der Telekommunikation?
Hauptziele sind der Marktzugang für ausländische Anbieter, die Inländerbehandlung (Gleichbehandlung von in- und ausländischen Firmen) und die Schaffung eines transparenten regulatorischen Rahmens zur Förderung des Wettbewerbs.
Wie wurde das Protokoll in Deutschland umgesetzt?
Die Umsetzung erfolgte durch die Transformation europäischer Richtlinien in nationales Recht, was zur Marktöffnung und zum Ende staatlicher Monopole im deutschen Telekommunikationssektor führte.
Was ist der Unterschied zwischen GATT und GATS?
GATT (1947) regelt den internationalen Handel mit Waren und Zöllen. GATS (1995) ist das erste multilaterale Abkommen, das den Handel mit Dienstleistungen, wie Bankwesen oder Telekommunikation, regelt.
Welche Rolle spielt die Streitschlichtung in der WTO?
Die WTO verfügt über ein verbindliches Streitschlichtungsverfahren, um Handelskonflikte zwischen Mitgliedstaaten bei Verletzungen der GATS-Regeln beizulegen und fairen Wettbewerb zu garantieren.
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- Andreas Vossenkuhl (Author), 2004, WTO/GATS - Das Vierte Protokoll, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25723