Schichtstufenlandschaften prägen vielerorts das Bild Mitteleuropas, unter anderem
das unseres Süddeutschen Heimatraumes. Im Folgenden möchte ich diesen
Landschaftstyp vorstellen und hierbei auf das Südwestdeutsche Schichtstufenland
sowie die Wellenkalkschichtstufe in Thüringen näher eingehen. Hauptgrundlage
meiner Arbeit stellt der zweite Band des Nationalatlas dar. Leser definiert den Begriff Schichtstufenlandschaft folgendermaßen:
„Weitverbreiteter Landschaftstyp, der sich aus einer Abfolge von Schichtstufen
zusammensetzt, die voneinander durch mehr oder weniger ausgedehnte
Dachflächen meist geringer Neigung getrennt sind. Die Schichtstufen ordnen sich
gewöhnlich geotektonischen Hebungsbereichen zu, in deren Nähe oder
Nachbarschaft sie sich entwickeln. Typische Schichtstufenlandschaften Europas sind
das Pariser Becken, die Südenglische Stufenlandschaft, das Thüringer Becken und
das Schwäbisch-Fränkische Stufenland. […]“ [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Schichtstufe, Schichtkamm und Schichttafelland
3. Wichtige Begriffe
4. Das Südwestdeutsche Schichtstufenland
4.1. Genese
4.2. Lage und Aufbau der Schichtstufen
5. Die Wellenkalkschichtstufe
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den geologischen Landschaftstyp der Schichtstufenlandschaft, wobei das Südwestdeutsche Schichtstufenland und die Wellenkalkschichtstufe in Thüringen anhand der Daten des Nationalatlas detailliert analysiert werden.
- Geomorphologische Definitionen von Schichtstufen und Schichtkämmen
- Elemente und Aufbau von Schichtstufenlandschaften
- Genese des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes
- Geologischer Aufbau der Schichtenfolge im Südwesten
- Spezifika der Wellenkalkschichtstufe im Thüringer Becken
- Prozesse der Massenverlagerung in Schichtstufen
Auszug aus dem Buch
Wichtige Begriffe
Eine Schichtstufe besteht aus drei Elementen. Die Stufenfläche bildet das „Dach“ der Schichtstufe. Der Steilabfall von einer Stufenfläche zur nächsten wird Stufenhang genannt. Er gliedert sich in einen steilen Oberhang, den Stufenbildner und einen flachauslaufenden Unterhang, den Sockelbildner. Stufenbildendes Gestein ist hart, wasserdurchlässig, widerstandsfähig und besteht z.B. aus Kalken oder Sandsteinen, während Sockelgestein morphologisch weicher und wasserundurchlässig ist und meist aus Tonsteinen oder Mergeln besteht. Die oberste Kante des Stufenhangs wird Stufenfirst genannt. Hierbei wird unterschieden zwischen Trauf (d.h. einer Kante mit scharfem Knick), die durch gravitative Erosionsprozesse entstanden ist, Trauf mit Walm (d.h. die Kante hat einen Knick mit sich anschließender Verflachung) und reinem Walm (d.h. es liegt ein sanfter Übergang ohne Knick vor) der durch aquatische Spülprozesse entstanden ist.
Man unterscheidet außerdem zwischen den landschaftlich oft sehr eindrucksvollen Frontstufen, die gegen den Schichteinfall geneigt sind und den Achterstufen, die sich in Richtung des Schichteinfalls neigen.
Vor dem Stufenhang liegen häufig sogenannte Zeugenberge als „Erosionsreste des ehemals weiter ausgedehnten Schichtpakets“. Diese zeugen davon, dass sich die Schichtstufe einstmals hier bevunden hat und dem Prozess der Stufenrückverlegung unterlag.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Schichtstufenlandschaften als prägenden Landschaftstyp Mitteleuropas vor und definiert den Nationalatlas als zentrale Datengrundlage.
2. Definition Schichtstufe, Schichtkamm und Schichttafelland: Dieses Kapitel erläutert die fachwissenschaftlichen Begriffe der Schichtstufenlandschaft und unterscheidet diese von anderen geologischen Formationen.
3. Wichtige Begriffe: Hier werden die morphologischen Bestandteile einer Schichtstufe wie Stufenhang, Stufenfirst und Zeugenberge sowie verschiedene Typen von Kantenbildungen erklärt.
4. Das Südwestdeutsche Schichtstufenland: Das Kapitel behandelt die erdgeschichtliche Entstehung (Genese) sowie die detaillierte Schichtabfolge von der Buntsandsteinstufe bis zum Jura.
5. Die Wellenkalkschichtstufe: Der Abschnitt konzentriert sich auf die geologischen Bedingungen am Thüringer Becken und beschreibt auftretende Massenverlagerungen.
Schlüsselwörter
Schichtstufenlandschaft, Südwestdeutsches Schichtstufenland, Wellenkalk, Geomorphologie, Schichtstufe, Schichtkamm, Stufenhang, Zeugenberge, Trias, Jura, Mesozoikum, Massenverlagerung, Verkarstung, Nationalatlas, Geologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geomorphologie und dem geologischen Aufbau von Schichtstufenlandschaften in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Begriffsdefinitionen, die Entstehungsgeschichte (Genese) und der detaillierte Schichtaufbau spezifischer deutscher Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung des Landschaftstyps unter besonderer Berücksichtigung des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes und der Wellenkalkschichtstufe auf Basis des Nationalatlas.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturbasierte Analyse und die Auswertung geologischer Grundlagenwerke, primär des zweiten Bandes des Nationalatlas.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert die morphologischen Elemente einer Schichtstufe, die geologische Schichtenfolge von Buntsandstein bis Jura und die Prozesse der Massenverlagerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Schichtstufenlandschaft, Geomorphologie, Schichtstufe, Wellenkalk und Massenverlagerungen.
Was unterscheidet eine Frontstufe von einer Achterstufe?
Die Frontstufe ist gegen den Schichteinfall geneigt, während die Achterstufe in Richtung des Schichteinfalls geneigt ist.
Welche Bedeutung haben Zeugenberge?
Zeugenberge fungieren als Erosionsreste eines ehemals ausgedehnteren Schichtpakets und belegen die einstige Ausdehnung der Schichtstufe vor der Rückverlegung.
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- Kerstin Remshard (Author), 2004, Schichtstufenlandschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25521