„Internationalisierung“ und „Globalisierung“ sind Schlagworte, die nahezu in jeder wirtschaftspolitischen Diskussion auftreten. Sie sind oft Gegenstand zahlreicher Erklärungsversuche, wenn es um Rechtfertigung von Regulierungen bzw. Deregulierungen geht. Von dieser Thematik ist auch die Rechnungslegung betroffen. „Internationalisierung“ und „Globalisierung“ sowie eine erhöhte Kapitalmarktorientierung von Unternehmen führen zu einer zunehmenden Bedeutung internationaler Rechnungslegungsstandards. Spektakuläre Zusammenbrüche von Unternehmen sowie diverse Bilanzskandale haben dazu geführt, dass der Berufsstand des Wirtschaftsprüfers an Ansehen und Vertrauen in der Öffentlichkeit verloren hat. Infolge dessen wurde die Qualität der Abschlussprüfung stark kritisiert. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium der Justiz am 15.12.2003 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards und Sicherung der Qualität der Abschlussprüfung (Bilanzrechtsreformgesetz - BilReG) vorgelegt, um diesen nationalen und internationalen Entwicklungen gerecht zu werden.
Dieses Buch zeigt einige Eckpunkte des Gesetzesentwurfs auf und unterzieht die geplanten Gesetzesänderungen einer kritischen Würdigung. Dazu werden zunächst die geplanten Änderungen im Bereich des Bilanzrechts dargestellt. Daran anschließend erfolgt eine Vorstellung der Modifikationen und Neuerungen im Bereich der Abschlussprüfung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Untersuchung
- Änderungen im Bereich des Bilanzrechts
- IAS-Verordnung
- Anwendung von IAS im Konzernabschluss
- Anwendung von IAS im Einzelabschluss
- Modernisierungsrichtlinie
- Schwellenwertrichtlinie
- Fair-Value-Richtlinie
- Änderungen im Bereich der Abschlussprüfung
- Internationale und nationale Entwicklungen
- Allgemeine Ausschlussgründe - § 319 HGB-E
- Besondere Ausschlussgründe - § 319a HGB-E
- Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Entwurf des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG) zielt darauf ab, die deutschen Bilanzierungsvorschriften an internationale Standards anzupassen und die Qualität der Abschlussprüfung zu verbessern. Dies soll durch die Einführung der International Accounting Standards (IAS) für Konzernabschlüsse und Einzelabschlüsse sowie durch Änderungen im Bereich der Abschlussprüfung erreicht werden.
- Harmonisierung des deutschen Bilanzrechts mit internationalen Standards
- Verbesserung der Qualität der Abschlussprüfung
- Einführung von IAS/IFRS als Rechnungslegungsstandards
- Anpassung der Schwellenwerte für die Erleichterungen und Befreiungen kleinerer und mittelgroßer Unternehmen
- Erweiterung der Angaben im Anhang und im Lagebericht
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die Problemstellung, die durch die Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft sowie durch Bilanzskandale entstanden ist. Es wird der Referentenentwurf des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG) vorgestellt, der als Reaktion auf diese Entwicklungen konzipiert wurde.
Das zweite Kapitel befasst sich mit den Änderungen im Bereich des Bilanzrechts, die durch das BilReG eingeführt werden sollen. Es wird insbesondere auf die IAS-Verordnung, die Modernisierungsrichtlinie, die Schwellenwertrichtlinie und die Fair-Value-Richtlinie eingegangen. Der Entwurf sieht die Einführung der IAS/IFRS-Rechnungslegung für Konzernabschlüsse und Einzelabschlüsse vor, sowie die Erweiterung der Angaben im Anhang und im Lagebericht.
Das dritte Kapitel befasst sich mit den Modifikationen und Neuerungen im Bereich der Abschlussprüfung. Die internationalen und nationalen Entwicklungen in diesem Bereich werden vorgestellt und kritisch beleuchtet.
Das vierte Kapitel bietet eine thesenförmige Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Seminararbeit sind die Internationalisierung der Rechnungslegung, die Einführung der IAS/IFRS, die Qualität der Abschlussprüfung und die Harmonisierung des deutschen Bilanzrechts mit internationalen Standards. Weitere wichtige Begriffe sind: Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG), Konzernabschluss, Einzelabschluss, Anhang, Lagebericht, Schwellenwerte, Modernisierungsrichtlinie, Fair-Value-Richtlinie, Internationale Rechnungslegungsstandards (IAS), International Financial Reporting Standards (IFRS), Wirtschaftsprüfer, Abschlussprüfung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG)?
Das BilReG zielt auf die Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) und die Sicherung der Qualität der Abschlussprüfung ab, um auf die Globalisierung und vergangene Bilanzskandale zu reagieren.
Für welche Abschlüsse sieht das BilReG die Anwendung von IAS vor?
Der Entwurf sieht die Anwendung von IAS/IFRS vor allem im Konzernabschluss vor, regelt aber auch deren Anwendungsmöglichkeiten im Einzelabschluss.
Wie ändert sich die Rolle des Wirtschaftsprüfers durch das BilReG?
Das Gesetz führt strengere allgemeine und besondere Ausschlussgründe (§§ 319, 319a HGB-E) ein, um die Unabhängigkeit der Prüfer zu stärken und das Vertrauen in die Abschlussprüfung wiederherzustellen.
Was beinhaltet die Schwellenwertrichtlinie im Kontext des BilReG?
Die Richtlinie befasst sich mit der Anpassung der Schwellenwerte, die entscheiden, welche Erleichterungen und Befreiungen für kleine und mittelgroße Unternehmen bei der Rechnungslegung gelten.
Was sind die zentralen Punkte der Modernisierungsrichtlinie?
Die Modernisierungsrichtlinie zielt auf eine Harmonisierung des Bilanzrechts ab und fordert unter anderem erweiterte Angaben im Anhang und im Lagebericht der Unternehmen.
- Arbeit zitieren
- Pitt Denecke (Autor:in), 2004, Darstellung und Würdigung des Entwurfs eines Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25395