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Entwicklungsförderung im Sportunterricht. Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung körperbehinderter Kinder.

Title: Entwicklungsförderung im Sportunterricht. Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung körperbehinderter Kinder.

Examination Thesis , 2001 , 152 Pages , Grade: 1

Autor:in: Tanja Jörck (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Summary Excerpt Details

In verschiedenen pädagogischen Ansätzen wird in den frühkindlichen Bewegungen, die zur Erfahrung des eigenen Körpers und der Umwelt führen, ein wesentlicher Beitrag zur Persönlichkeits- und Selbstständigkeitsentwicklung gesehen. Dieses selbstständige Handeln ist u.a. über Bewegung möglich. Die Bewegung wird als grundlegende Kommunikationsform angesehen, durch sie gelingt dem Menschen die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Einem Kind mit einer körperlichen Behinderung ist eine solche Erkundung über Bewegung nur unter erschwerten Bedingungen oder fast gar nicht möglich. Seine Erfahrungen sind andere als die von Kindern ohne eine solche Bewegungsbeeinträchtigung. Dies muss bei der Erziehung von Kindern mit körperlichen Behinderungen bedacht werden. Erziehung hat die Aufgabe entwicklungsfördernde Bedingungen bereitzustellen, um zu einer Handlungsfähigkeit zu führen, die eine Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt ermöglicht. Eine solche Auseinandersetzung vollzieht sich im Kindesalter zum großen Teil über den Körper. Die sportliche Bewegung bietet vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper sowie mit der materialen und sozialen Umwelt. Die Bewegungsförderung hat für die Entwicklung von Kindern mit einer Körperbehinderung eine besondere Bedeutung. Förderangebote für die Entwicklung von Kindern mit Beeinträchtigungen in der Bewegung müssen vor allem Bewegungsanreize bieten, die ihrem individuellen Bedarf entsprechen. Die Bewegungsförderung findet an der Schule für Körperbehinderte unter anderem im Sportunterricht statt. Innerhalb des Sportunterrichts soll für die Schüler eine Entwicklungsförderung geboten werden.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler in der Primarstufe (1.- 4. Schuljahr). Der Lehrplan Sport schreibt für die Primarstufe vor allem die Förderung der Bewegungserfahrungen vor. Als Ziel dieser Arbeit möchte ich didaktische und methodische Aspekte des Sportunterrichts an der Schule für Körperbehinderte formulieren. Das übergeordnete Ziel des Sportunterrichts ist dabei die Entwicklungsförderung. Die Körperbehindertenpädagogik ist unter anderem geprägt durch die Ideen der Kooperativen Pädagogik. Die hier beschriebenen Gedanken zum Sportunterricht an der Schule für Körperbehinderte stützen sich in vielen Punkten auf die Ideen der Kooperativen Pädagogik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Grundlegung

1.1 Einleitung

1.2 Problemaufriss

1.3 Methodisches Vorgehen

1.4 Anthropologische Grundannahmen

1.5 Die Kooperative Pädagogik und Kooperative Didaktik

1.6 Bewegungsbegriff

2. Behinderung und Körperbehinderung

2.1 Begriffsbestimmung „Behinderung“

2.2 Begriffsbestimmung „Körperbehinderung“

2.4 Zusammenfassung

3. Entwicklung

3.1 Zum Begriff „Entwicklung“

3.1.1 Gegenstand der Entwicklung

3.1.2 Verlauf der Entwicklung

3.1.3 Determinanten der Entwicklung

3.2 Die Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung

3.3 Entwicklung unter den besonderen Bedingungen einer körperlichen Behinderung

3.3.1 Besonderheiten in der sensomotorischen Entwicklung

3.3.3 Besonderheiten in der kognitiven Entwicklung

3.3.4 Besonderheiten in der emotional-sozialen Entwicklung

3.3.5 Besonderheiten in der sprachlich-kommunikativen Entwicklung

3.4 Zusammenfassung

4. Förderung

4.1 Zum Begriff „Förderung“

4.2 Förderdiagnostik und Förderplanung

4.3 Förderliche Bedingungen für Kinder mit einer Körperbehinderung

4.4 Zusammenfassung

5. Die Schule für Körperbehinderte (SfK)

5.1 Zusammensetzung der Schülerschaft

5.2 Die Aufgaben und Prinzipien der SfK

5.3 Sportunterricht als Teil der Bewegungsförderung an der SfK

5.4 Zusammenfassung

6. Sport

6.1 Begriffsbestimmung „Sport“

6.2 Sport und Entwicklungsförderung

6.3 Ziele des Sportunterrichts an der SfK

6.3.1 Erweiterung der Handlungsfähigkeit

6.3.2 Erweiterung der Bewegungserfahrungen

6.3.3 Körpererfahrung

6.3.4 Sozial- und Materialerfahrungen

6.4 Heterogenität und Sportunterricht

6.4.1 Bildung von Funktionsgruppen

6.4.2 Psychomotorik

6.4.3 Differenzierung

6.5 Zusammenfassung

7. Inhalte des Sportunterrichts

7.1 Psychomotorik

7.2 Sport- und Bewegungsspiele

7.3 Turnen

7.4 Zusammenfassung

8. Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler im Sportunterricht mit heterogenen Gruppen

8.1 Beantwortung der Leitfrage

8.2 Unterrichtbeispiel

9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie eine individuelle Entwicklungsförderung für körperbehinderte Kinder der Primarstufe im Sportunterricht gestaltet werden kann, obwohl die Schülerschaft durch eine hohe Heterogenität in ihren motorischen und kognitiven Fähigkeiten geprägt ist. Dabei liegt der Fokus auf der Erarbeitung didaktischer und methodischer Ansätze, die den Sport als Medium für Lern- und Entwicklungsprozesse nutzen.

  • Bedeutung der Bewegung für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung
  • Anwendung der Kooperativen Pädagogik im Sportunterricht
  • Strategien zum Umgang mit Heterogenität und Differenzierung
  • Konzeptionelle Gestaltung von Sport- und Bewegungsspielen

Auszug aus dem Buch

Die Problematik der Heterogenität der motorischen Möglichkeiten

Es wird das Spiel „Komm mit - Lauf weg“ gespielt. Dabei stehen alle Teilnehmer im Kreis, der Fänger läuft außerhalb des Kreises herum, tippt einem Mitspieler auf die Schulter und ruft „komm mit“ oder „lauf weg“. Es entsteht ein Wettlauf. Wer als erster an dem Platz des vom Fänger Gewählten ankommt hat den Wettlauf gewonnen. Pascal, ein Schüler mit recht guten motorischen Fähigkeiten, wählt Sabine, die mit ihrem Rollstuhl nicht sehr schnell ist und somit im Vergleich zu Pascal als guten Läufer ohne Chance ist. Bei dem dann folgenden Wettrennen läuft Pascal langsamer, um das Spiel spannender zu gestalten. Am Ende gewinnt Pascal und Sabine ist nun Fängerin.

Pascal hat seine Möglichkeiten nicht vollständig einsetzen müssen, um den Wettlauf zu gewinnen. Ähnliche Situationen waren in dieser Klasse besonders häufig zu beobachten. Dies führte ich auf das in dieser Gruppe gute Sozialverhalten der Schüler untereinander zurück. Dies ist natürlich eine sehr gute Eigenschaft einer heterogenen Gruppe. Im beschriebenen Beispiel, bei dem es um ein Spiel mit Wettkampfcharakter geht, ist deutlich zu erkennen, dass dieser Wettkampfcharakter nur aufrechterhalten wird durch die Zurückhaltung des schnelleren Läufers. Der Reiz des Spiels liegt im Wettkampf, dieser ist jedoch nur bedingt möglich. Die heterogenen Möglichkeiten der Schüler stehen in einem Konflikt zum sportlichen Handeln, das durch “echten Wettkampf“ geprägt ist. Bei einer Gruppe mit weniger gutem Sozialverhalten ist es auch möglich, dass die schnelleren Läufer keine Motivation sehen gegen die langsameren anzutreten, und die langsameren durch die Überforderung frustriert werden. Nicht jeder gewählte Inhalt des Sportunterrichts ermöglicht automatisch jedem Schüler eine gleichberechtigte Teilnahme.

Kapitelzusammenfassungen

1. Einführung und Grundlegung: Vorstellung der Relevanz von Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung und erste methodische Herleitung der Leitfrage.

2. Behinderung und Körperbehinderung: Kritische Reflexion der Begriffe Behinderung und Körperbehinderung unter Einbeziehung systemtheoretischer und handlungsorientierter Ansätze.

3. Entwicklung: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Entwicklung und den besonderen Auswirkungen einer Körperbehinderung auf sensomotorische und kognitive Prozesse.

4. Förderung: Untersuchung des Förderbegriffs sowie der Förderdiagnostik, eingebettet in ein kooperatives pädagogisches Verständnis.

5. Die Schule für Körperbehinderte (SfK): Analyse der Schülerschaft und der strukturellen Aufgaben und Prinzipien an einer Schule für Körperbehinderte.

6. Sport: Definition des Sportbegriffs und Darstellung von Sport als ergänzendes Mittel zur Entwicklungsförderung im Kontext des Unterrichts.

7. Inhalte des Sportunterrichts: Vorstellung der drei zentralen Inhaltsbereiche Psychomotorik, Sport- und Bewegungsspiele sowie Turnen für die Primarstufe.

8. Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler im Sportunterricht mit heterogenen Gruppen: Beantwortung der zentralen Leitfrage anhand der theoretischen Erkenntnisse und eines praktischen Unterrichtsbeispiels.

9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Möglichkeiten für einen Sportunterricht, der trotz Heterogenität förderlich wirkt.

Schlüsselwörter

Körperbehinderung, Entwicklungsförderung, Sportunterricht, Primarstufe, Heterogenität, Kooperative Pädagogik, Psychomotorik, Bewegungserziehung, Handlungsfähigkeit, Körpererfahrung, Differenzierung, Bewegungsspiele, Förderdiagnostik, Inklusion, Sonderpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Auswirkungen einer sportlichen Betätigung zur Entwicklungsförderung bei körperbehinderten Kindern in der Primarstufe.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Entwicklungspsychologie behinderter Kinder, die Grundlagen der Kooperativen Pädagogik sowie didaktische Konzepte für den Sportunterricht an Schulen für Körperbehinderte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Leitfrage lautet: Wie ist eine Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler in der Primarstufe unter den Bedingungen großer Heterogenität im Sportunterricht möglich?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie auf reflektierten eigenen Praxiserfahrungen aus einem Schulpraktikum.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert Begriffe von Behinderung und Entwicklung, stellt fachdidaktische Konzepte für den Sportunterricht vor und analysiert Methoden zur Bewältigung von Heterogenität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Körperbehinderung, Handlungsfähigkeit, Heterogenität, Kooperation und Psychomotorik.

Wie geht die Autorin mit dem Problem der ungleichen Leistungsfähigkeit in heterogenen Gruppen um?

Sie plädiert für Differenzierungsmethoden, wie das Anpassen von Spielregeln, Sonderaufgaben für verschiedene Schülergruppen oder zonierte Spielfelder, um jedem Kind eine befriedigende Teilhabe zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Psychomotorik im Konzept der Autorin?

Die Psychomotorik wird als wichtige Grundlage und Teilbereich angesehen, um Bewegungs- und Materialerfahrungen zu ermöglichen, sollte aber nicht den gesamten Sportunterricht dominieren.

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Details

Title
Entwicklungsförderung im Sportunterricht. Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung körperbehinderter Kinder.
College
University of Hamburg  (Institut für Sonderpädagogik in Hamburg)
Grade
1
Author
Tanja Jörck (Author)
Publication Year
2001
Pages
152
Catalog Number
V24848
ISBN (eBook)
9783638276245
ISBN (Book)
9783638723633
Language
German
Tags
Entwicklungsförderung Sportunterricht Primarstufe Schule Körperbehinderte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Jörck (Author), 2001, Entwicklungsförderung im Sportunterricht. Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung körperbehinderter Kinder., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24848
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