Einleitung
Im Oktober 1938 startete das NS-Regime zum ersten Mal eine Zwangsausweisung von etwa 18000 Juden aus Deutschland in Richtung Polen. Dieser später als "Polen-Aktion" bezeichnete Akt markierte einen Wendepunkt in der bisherigen Judenpolitik des NS-Regimes, die sich vorher zumeist dem Mittel der Vertreibung durch diverse Schikanen verschrieben hatte. Während sich das öffentliche Interesse in diesen Tagen fast ausschließlich auf die sogenannte "Reichskristallnacht" richtet, sind die Vorgänge um diese bis dato größte Ausweisungsaktion in der deutschen Geschichte nahezu in Vergessenheit geraten.
Ich möchte mit meiner Arbeit versuchen, den Verlauf der Ereignisse, die zur Ausweisung der polnischen Juden aus Deutschland führten, darzustellen. Deshalb werde ich zunächst einen Überblick über die politische und wirtschaftliche Situation der Juden in Deutschland und Polen geben. Schließlich werde ich das so genannte März-Gesetz erläutern und abschließend auf den Oktober-Erlass eingehen. Als Arbeitsmaterialien dienten mir diverse Literatur sowie Erlebnisberichte von Betroffenen
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorgeschichte
- Das März-Gesetz
- Der Oktober-Erlass
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die „Polenaktion“ von 1938, eine Zwangsausweisung von etwa 18.000 Juden aus Deutschland nach Polen. Die Autorin beleuchtet die Vorgeschichte und politischen Rahmenbedingungen, die zu diesem Ereignis führten und untersucht insbesondere die Rolle des „März-Gesetzes“ und des „Oktober-Erlasses“ in diesem Prozess.
- Die politische und wirtschaftliche Situation der Juden in Deutschland und Polen
- Diskriminierung und Verfolgung von Juden in Deutschland und Polen
- Die Rolle des „März-Gesetzes“ in der Judenpolitik des NS-Regimes
- Der „Oktober-Erlass“ als Wendepunkt in der Judenpolitik des NS-Regimes
- Die Auswirkungen der „Polenaktion“ auf die jüdische Bevölkerung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung stellt die „Polenaktion“ als Wendepunkt in der Judenpolitik des NS-Regimes dar, der den Fokus auf die Vertreibung von Juden durch diverse Schikanen verlagerte. Die Autorin erläutert das Ziel ihrer Arbeit, den Verlauf der Ereignisse, die zur Ausweisung der polnischen Juden aus Deutschland führten, darzustellen. Sie skizziert den Inhalt der kommenden Kapitel, die sich mit der politischen und wirtschaftlichen Situation der Juden in Deutschland und Polen, dem „März-Gesetz“ und dem „Oktober-Erlass“ beschäftigen.
2.1 Vorgeschichte
Das Kapitel zeichnet die Geschichte der jüdischen Migration von Ost nach West nach, die durch religiöse Verfolgungen, Kosakenkriege und Pogrome im Russischen Reich geprägt war. Es beleuchtet die Ankunft von Ostjuden in Deutschland, die durch den Ersten Weltkrieg und die schlechte wirtschaftliche Situation zu einer Herausforderung für die deutsche Gesellschaft wurden. Die Autorin beschreibt die unterschiedliche Behandlung der Ostjuden durch die deutsche Regierung und die deutsche Bevölkerung sowie die Schwierigkeiten der Juden, in Polen ein Heimatrecht zu erlangen. Das Kapitel beleuchtet auch die diskriminierende Behandlung der Juden in Polen, die in den 1930er Jahren mit dem Plan einer jüdischen Massenauswanderung gipfelte.
2.2 Das März-Gesetz
Das Kapitel thematisiert die Annexion Österreichs im März 1938 und die damit verbundenen Befürchtungen Polens hinsichtlich der Einreise von Ostjuden. Es geht auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung der polnischen Juden in Deutschland durch die NS-Regierung ein und beleuchtet die Interventionen der polnischen Botschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was war die „Polenaktion“ von 1938?
Die Polenaktion war die erste massenhafte Zwangsausweisung von etwa 18.000 polnischen Juden aus dem Deutschen Reich nach Polen im Oktober 1938.
Warum gilt die Polenaktion als Wendepunkt in der NS-Judenpolitik?
Sie markierte den Übergang von einer Politik der Schikane und Vertreibung hin zu organisierten, gewaltsamen Massenausweisungen durch das Regime.
Welche Rolle spielte das sogenannte „März-Gesetz“?
Nach der Annexion Österreichs im März 1938 befürchtete Polen eine Masseneinreise von Juden und erließ Gesetze, um die Staatsbürgerschaft von im Ausland lebenden Polen zu entziehen, worauf das NS-Regime mit Ausweisungen reagierte.
Was war der „Oktober-Erlass“?
Der Oktober-Erlass war die unmittelbare rechtliche Grundlage, die zur Abschiebung der polnischen Juden führte, kurz bevor deren Pässe durch polnische Gesetze ungültig geworden wären.
Wie war die Situation der Ostjuden in Deutschland vor der Ausweisung?
Die Situation war geprägt von wirtschaftlicher Not nach dem Ersten Weltkrieg und einer zunehmenden Diskriminierung sowohl durch die deutsche Bevölkerung als auch durch staatliche Stellen.
Welche Auswirkungen hatte die Aktion auf die jüdische Bevölkerung?
Die Betroffenen wurden oft völlig unvorbereitet aus ihrem Leben gerissen und in das Grenzgebiet zwischen Deutschland und Polen abgeschoben, wo sie unter prekären Bedingungen ausharren mussten.
- Quote paper
- Andrea Berg (Author), 2004, Polenaktion 1938, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24706