Sparen und Leihen sind Phänomene mit denen Individuen in den so genannten entwickelten Volkswirtschaften täglich konfrontiert werden – direkt oder indirekt, persönlich oder durch die Medien. Aufgrund der Omnipräsenz beider Vokabeln sowie der Vielzahl begrifflicher Substitute, ist es im Alltag schwierig den Einzelnen für die zielorientierte Analyse seines Spar- und Leihverhaltens
zu sensibilisieren. In Abhängigkeit von der allgemeinen Wahrnehmung der ökonomischen Situation sowie den Aktivitäten von Unternehmen im Rahmen von Werbefeldzügen, wird den Vokabeln Sparen und Leihen respektive ihren Substituten entweder Trendkonformität zu- oder abgesprochen. Diese Beeinflussung kann unter Umständen zu einer Verklärung der eigentlichen Begriffsinhalte und zur Desensibilisierung für mögliche Probleme führen. Probleme
können unter anderem dann auftreten, wenn Sparen unterlassen wird und/oder das Leihvolumen die Rückzahlungspotenz übersteigt. Dies weist auf zwei wichtige Fähigkeiten im Zusammenhang mit Sparen und Leihen hin: Langzeitperspektive und Selbstdisziplin der Individuen.
Ziel dieser Arbeit ist es, nicht nur ein inhaltliches Verständnis für Sparen und Leihen zu schaffen, sondern vor allem mögliche Gründe für beide Phänomene darzustellen. Dabei wird der Versuch unternommen sowohl ökonomische als auch psychologische Erklärungsansätze zu beleuchten. Abschließend erfolgt eine knappe Darstellung des Konzeptes der geistigen Konten, als einem Ansatz zum Erklären des haushaltssimultanen Auftretens von Sparen und Leihen.
Inhaltsverzeichnis
- Zum Verständnis von Sparen
- Gründe für Sparen
- Lebenszyklus-Theorie des Sparens
- Motive des Sparens nach Keynes
- Motive des Sparens nach Katona
- Motive des Sparens und unternehmerische Reaktionen
- Charakteristika des Sparers
- Zum Verständnis von Leihen
- Gründe für Leihen
- Leihen und Schulden
- Das Konzept geistiger Konten nach Thaler
- Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Verständnis für die Phänomene Sparen und Leihen zu entwickeln und die möglichen Gründe für diese Verhaltensweisen zu beleuchten. Der Fokus liegt dabei auf der Betrachtung sowohl ökonomischer als auch psychologischer Erklärungsansätze. Abschließend wird das Konzept der geistigen Konten vorgestellt, welches das gleichzeitige Auftreten von Sparen und Leihen im Haushalt erklären soll.
- Die Bedeutung von Sparen und Leihen in modernen Volkswirtschaften
- Ökonomische und psychologische Perspektiven auf das Sparverhalten
- Faktoren, die das Leihverhalten beeinflussen
- Die Rolle der geistigen Konten im Kontext von Sparen und Leihen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit dem Verständnis des Sparens und analysiert verschiedene Theorien und Ansätze, die das Sparverhalten von Individuen erklären. Dabei werden insbesondere die Lebenszyklus-Theorie, die Motive des Sparens nach Keynes und Katona sowie der Einfluss unternehmerischer Reaktionen auf das Sparverhalten untersucht. Das Kapitel beleuchtet auch die Charakteristika von Sparern.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Konzept des Leihens. Es werden die Gründe für das Leihen von Geld analysiert und die Verbindung zwischen Leihen und Schulden hergestellt.
Das dritte Kapitel stellt das Konzept der geistigen Konten nach Thaler vor. Dieses Konzept versucht zu erklären, wie Haushalte gleichzeitig sparen und leihen können.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen Sparen, Leihen, ökonomische Psychologie, Lebenszyklus-Theorie, Motive des Sparens, Charakteristika von Sparern, geistige Konten, und dem homo oeconomicus.
- Quote paper
- André Berndt (Author), 2004, Sparen und Leihen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24370