Kampfsportarten erwecken bei vielen Menschen Unbehagen und Unsicherheiten. Sie werden oft in Verbindung mit Gewalt, Brutalität, Überlegenheit und Ausübung von Macht gesehen. Als Ziel wird meistens die Zerstörung eines Menschen vermutet; sei es zur persönlichen Ver-teidigung oder aufgrund eines körperlichen Angriffes.
Da auch Judo zu den Kampfsportarten zählt, werden nicht selten solche Sichtweisen mit dem Judosport verknüpft. So ist es unvorstellbar, dass anstatt Zerstörung die Erhaltung eines ge-sunden Körpers, statt individuellen Machtkämpfen die soziale Eingliederung, statt körperli-cher Bedrohung die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Vordergrund stehen. Noch weni-ger vorstellbar war lange Zeit der Gedanke, Judo als pädagogische Fördermöglichkeit für Menschen mit erschwerten Bedingungen, sei es aufgrund problematischen Verhaltens, einer körperlichen, einer geistigen oder einer Sinnesbehinderung, zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Geschichte des Judo
- Ursprung und Entwicklung des Judosports
- Prinzipien und geistige Grundlagen
- Judo für Menschen mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung
- Judo als Behindertensport
- Das Judoangebot im Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) in München
- Möglichkeiten der Förderung mit Judo
- Grafische Übersicht
- Im Bereich der Körperwahrnehmung
- Im Bereich Bewegung
- Im Sozialen Bereich
- Im Bereich des Selbstwertgefühls
- Beispiel einer Judostunde
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit den Fördermöglichkeiten von Judo für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Sie analysiert die Geschichte des Judosports, seine Prinzipien und geistigen Grundlagen sowie dessen Anwendung im Bereich der Behindertensportförderung. Der Fokus liegt dabei auf dem Judoangebot im Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) in München.
- Die Geschichte des Judosports und seine Entwicklung aus dem Jiu-Jitsu
- Die Prinzipien und geistigen Grundlagen des Judo
- Die Nutzung von Judo als Fördermethode für Menschen mit Behinderungen
- Die Förderungsmöglichkeiten von Judo im Bereich der Körperwahrnehmung, Bewegung, Soziales und Selbstwertgefühl
- Ein Beispiel einer Judostunde
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Thematik der Fördermöglichkeiten von Judo für Menschen mit einer geistigen Behinderung vor und beleuchtet die gängigen Vorurteile gegenüber Kampfsportarten.
- Zur Geschichte des Judo: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Judosports aus dem Jiu-Jitsu und die wichtige Rolle des Begründers Jigoro Kano. Es werden die Prinzipien und geistigen Grundlagen des Judo beschrieben, insbesondere das technische Judoprinzip „Siegen durch Nachgeben“.
- Judo für Menschen mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung: Dieses Kapitel beleuchtet die Einbindung von Judo in die Behindertensportförderung. Es stellt das Judoangebot im HPCA in München vor.
- Möglichkeiten der Förderung mit Judo: Dieses Kapitel beschreibt die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die Judo bietet, und zwar in den Bereichen Körperwahrnehmung, Bewegung, soziales Miteinander und Selbstwertgefühl.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Judo, Geistige Behinderung, Förderung, Heilpädagogisches Centrum Augustinum (HPCA), Behindertensport, Körperwahrnehmung, Bewegung, Soziales, Selbstwertgefühl.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann Judo Menschen mit geistiger Behinderung fördern?
Judo fördert die Körperwahrnehmung, die motorischen Fähigkeiten, das soziale Miteinander und stärkt das Selbstwertgefühl durch Erfolgserlebnisse im Sport.
Was sind die Prinzipien des Judosports?
Zentrale Prinzipien sind "Siegen durch Nachgeben" und das gegenseitige Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen (Jita Kyoei).
Ist Judo als Kampfsport nicht zu gewalttätig für Behinderte?
Nein, die Arbeit räumt mit Vorurteilen auf und zeigt, dass im pädagogischen Judo die soziale Eingliederung und die Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund stehen.
Was bietet das HPCA München im Bereich Judo an?
Das Heilpädagogische Centrum Augustinum bietet spezielle Judokurse an, die auf die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung zugeschnitten sind.
Wie sieht eine typische Judostunde für diese Zielgruppe aus?
Die Arbeit beschreibt den Aufbau einer Stunde, die oft spielerische Elemente zur Körperwahrnehmung und Partnerübungen zur Stärkung der sozialen Kompetenz enthält.
- Quote paper
- Tim Tengler (Author), 2003, Fördermöglichkeiten für Menschen mit einer geistigen Behinderung im Rahmen der Judokurse des HPCA München, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24180