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Jenseits von „TUI“ und „Neckermann“? Alternativer Massentourismus in der Spaßgesellschaft

Title: Jenseits von „TUI“ und „Neckermann“? Alternativer Massentourismus in der Spaßgesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Petra Leitmeir (Author)

Communications - Miscellaneous
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„Spaßgesellschaft“ und „Alternativtourismus“: Ein Thema, über das zu schreiben sich letztlich schwieriger gestaltete, als ich vorher angenommen hatte. Mein Grundgedanke war, dass der sogenannte „Alternativtourismus“, den ich im allgemeinen durch die Abkehr vom organisierten Pauschaltourismus definiert und mit Individualtourismus weitgehend gleich gesetzt hatte, auch eine Abkehr von der Spaßgesellschaft bedeuten würde. Die gedanklichen Verbindungen, die ich dabei zog, gehen auf unsere Seminarinhalte zurück: Die im Kontext der „Spaßgesellschaft“ besprochenen Tourismusformen charakterisierten sich durch Künstlichkeit (der Umgebung) und totale Organisiertheit des „Spaßes“: Dabei wird dem Einzelnen jede Entscheidung abgenommen und in gewissem Sinne Gleichmacherei betrieben: All- Inclusive- Erlebnisparks, Eventtourismus à la „Abi-Tours“, Pauschalreisen à la TUI und Neckermann und, in einem etwas weiteren Kontext, die Erlebnis-Einkaufszentren als 100% künstliche Gebilde, in denen man mittlerweile auch seinen Urlaub verbringen kann. Hieraus folgerte ich, dass Alternativ-, und Individualtouristen, deren größter Feind ja in der landläufigen Meinung die „Neckermänner“ sind, sich in Haltung und Reisedurchführung vom oben beschriebenen, „typischen Spaßgesellschaftstourismus“ abwenden würden. Die bestimmenden Faktoren des Alternativtourismus, so dachte ich, seien zum einen Individualität und Unabhängigkeit im Sinne eines selbstbestimmten Reisens, das an keinen Plan gebunden ist, sowie ein tiefergehendes Interesse an Kultur und Natur des besuchten Landes, was zu einem sanfteren, rücksichtsvolleren Reisen und insgesamt zu einer intensiveren Begegnung mit dem jeweiligen Land führen müsste, als dies in den „All - Inclusive- Touristenghettos“ der Fall ist. Meine Recherchen in der Fachliteratur so wie die Rezeption des Films „The Beach“ 1 , der diese Arbeit angeregt hat, ließen jedoch zwei Überraschungen zu Tage treten: Erstens wurde die Argumentation und die Strukturierung der Arbeit dadurch erschwert, dass die Unterscheidungen, die ich zog, nicht so klar sind, wie ich dachte. Zweitens war ich leider in aller Naivität eine m Mythos aufgesessen, der heutzutage kaum noch auf Touristen zutrifft: Der Mythos des naturverbundenen, unabhängigen Abenteurers als „gesellschaftlichem Aussteiger“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1.) Definitionen

a) Skizze einer problematischen Begriffsbestimmung: Pauschal-, Individual-, Alternativ-, oder Massentourismus?

b) Spaß- und Erlebnisgesellschaft

2.) Alternativ-, Individual- und Abenteuertouristen und die Urlaubsmotive

a) Die Alternativ-, Individual-, und Abenteuertouristen

b) Urlaubsmotive

c) Exkurs: Das moderne Abenteuer

3.) Formen des Individual- und Alternativtourismus (Beispiele)

a) Exotik- und Ethnotourismus

b) Trekking- und Ökotourismus

c) Survivaltourismus

d) Partytourismus, Hedonismus und Rucksack-Relaxer

4.) Folgen des alternativen Massentourismus der Spaßgesellschaft

a) Klischees, Stereotypen

b) Durcheinanderbringen des sozialen Gefüges im Gastland

c) Ökologische Probleme

5.) Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der modernen "Spaßgesellschaft" und dem sogenannten "Alternativtourismus". Ziel ist es zu analysieren, ob sich Alternativ- und Individualtouristen tatsächlich vom organisierten Massentourismus abgrenzen oder ob ihre Reiseformen lediglich eine andere Ausprägung desselben "Erlebniskonsums" darstellen.

  • Analyse der Begriffsbestimmungen von Pauschal-, Individual- und Alternativtourismus.
  • Untersuchung der psychologischen und gesellschaftlichen Motive hinter dem modernen Individual- und Abenteuertourismus.
  • Kritische Beleuchtung verschiedener touristischer Formen wie Ethno-, Trekking-, Survival- und Partytourismus.
  • Darstellung der sozialen und ökologischen Folgen des alternativen Massentourismus in den Gastländern.

Auszug aus dem Buch

c) Exkurs: Das moderne Abenteuer

Dem modernen Abenteuer soll hier ein Extrakapitel gewidmet werden, da die Sehnsucht nach dem Abenteuer für die meisten Individual- und Alternativtouristen charakteristisch ist. Köcks Dissertation „Sehnsucht Abenteuer“ argumentiert mit Otto F. Best, welcher meint: „Reise und Abenteuer können unter einem gemeinsamen Aspekt gesehen werden. Wird dieser als besonders stark (...) empfunden, setzt man die Reise mit dem Abenteuer gleich oder sieht sie zumindest als eine seiner Spielarten“. Gleichzeitig schränkt er es aber auch ein, denn Abenteuer sind nach Köck nicht alle Reisen, sondern nur jene, welche als „kulturelle Grenzübertritte“ gelten können.

Ausgangspunkt von Köcks Überlegungen bildet eine Definition in Campes Wörterbuch 1807, die das Abenteuer als „Gefahr und Wagnis auf ungewissen Ausgang“ charakterisiert. Mit der Zeit verliert das Wort immer mehr seine ursprüngliche, mit Gefahr einhergehende Bedeutung und wird nunmehr in Kontexten benutzt, die von der kulturellen Ordnung abweichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Autorin legt dar, wie ihr ursprüngliches Verständnis des Alternativtourismus als Abkehr von der Spaßgesellschaft durch ihre Recherche revidiert wurde.

1.) Definitionen: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit, die Grenzen zwischen Pauschal-, Individual- und Alternativtourismus exakt zu ziehen, und führt in das Konzept der Erlebnisgesellschaft ein.

2.) Alternativ-, Individual- und Abenteuertouristen und die Urlaubsmotive: Es werden die demografischen Hintergründe und Reisemotive dieser Touristengruppen analysiert, wobei der Fokus auf der Suche nach dem eigenen Ich liegt.

3.) Formen des Individual- und Alternativtourismus (Beispiele): Anhand von Fallbeispielen wie Exotik- und Ethnotourismus, Trekking- und Ökotourismus sowie Partytourismus werden die verschiedenen Ausprägungen des Alternativtourismus beleuchtet.

4.) Folgen des alternativen Massentourismus der Spaßgesellschaft: Das Kapitel diskutiert die negativen Auswirkungen des Tourismus, insbesondere die Verfestigung von Klischees, soziale Spannungen und ökologische Zerstörungen.

5.) Fazit und Ausblick: Abschließend wird konstatiert, dass der Trend zu immer "abenteuerlicheren" Reisen ungebrochen bleibt und der Westen lernen muss, eigene Werte zu finden, anstatt diese in fremden Kulturen zu suchen.

Schlüsselwörter

Spaßgesellschaft, Erlebnisgesellschaft, Alternativtourismus, Individualtourismus, Massentourismus, Abenteuertourismus, Ethnotourismus, Selbstsuche, Authentizität, Tourismuskritik, soziale Folgen, ökologische Probleme, Hybridtourismus, kulturelle Grenzübertritte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der modernen Spaßgesellschaft und verschiedenen Formen des Alternativ- und Individualtourismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Tourismusbegriffen, die Motivation der Reisenden sowie die sozialen und ökologischen Auswirkungen dieser Reiseformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob Alternativtourismus tatsächlich eine Abkehr von der Spaßgesellschaft darstellt oder lediglich eine weitere Facette des Erlebniskonsums ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene sozialwissenschaftliche Studien und Publikationen zum Thema Tourismus vergleicht und synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Definitionen erläutert, die Motive der Reisenden (wie die Suche nach dem Ich) hinterfragt und verschiedene touristische Formen detailliert anhand von Beispielen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Spaßgesellschaft, Individualtourismus, Authentizität und die Auswirkungen auf Gastländer.

Inwiefern spielt der Film "The Beach" eine Rolle?

Der Film diente der Autorin als Anregung und Einstieg in das Thema, um die Ambivalenz zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Realität des touristischen Massenphänomens zu verdeutlichen.

Was ist mit dem Begriff "Hybridtourismus" gemeint?

Der Begriff beschreibt das komplexe In- und Nebeneinander verschiedener Tourismusstile, da eine klare Trennung in der Realität aufgrund sich überschneidender Praktiken kaum noch möglich ist.

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Details

Title
Jenseits von „TUI“ und „Neckermann“? Alternativer Massentourismus in der Spaßgesellschaft
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Course
HS Spaß und Gesellschaft
Grade
1,3
Author
Petra Leitmeir (Author)
Publication Year
2003
Pages
34
Catalog Number
V24147
ISBN (eBook)
9783638270878
ISBN (Book)
9783638691932
Language
German
Tags
Jenseits Alternativer Massentourismus Spaßgesellschaft Spaß Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Leitmeir (Author), 2003, Jenseits von „TUI“ und „Neckermann“? Alternativer Massentourismus in der Spaßgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24147
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