Die Biografie 1 des Autors Rainald Maria Goetz ist für die Rezeption seiner Werke von entscheidender Bedeutung. Goetz wurde 1954 in München geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, gleichwohl sich etwa in seinem Roman Kontrolliert Hinweise darauf finden lassen, dass diese nicht besonders glücklich verlaufen sein dürfte. 2 Von 1974 bis 1982 studierte er Medizin und Geschichte und erwarb in beiden Fächern einen Doktortitel. Später schrieb er sich zudem noch für das Studium der Soziologie ein, konnte dieses aber aus Zeitgründen nicht fortführen. 3 Bereits während seiner Studienzeit veröffentlichte er verschiedene essayistische Arbeiten, unter anderem in der Zeitschrift Spex. Mit dem damaligen Chefredakteur, dem Poptheoretiker Dietrich Diederichsen, verbindet Goetz noch heute eine Freundschaft.
1983 bewarb er sich mit seiner Kurzgeschichte Subito 4 um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Während der Lesung des Textes verletzte er sich mit einer Rasierklinge die Stirn und las die Geschichte blutend zu Ende. Zwar gewann er den Preis nicht, schaffte er es aber dennoch, sich dem Gedächtnis der Literaturkritiker einzuprägen: Noch heute kommt nicht nur kaum ein Artikel über Goetz ohne die Erwähnung seines damaligen Auftrittes aus, manche Feuilletonisten weisen auch bereits auf die häufige Erwähnung dieses Auftrittes hin. 5 Im gleichen Jahr erschein sein Debüt-Roman Irre 6 , welcher ganze Passagen der Subito- Geschichteaufnimmt und fortführt. 7 Goetz verarbeitet darin die Erfahrungen, die er in seinem Praktischen Jahr als angehender Arzt in der Münchener Nervenklinik gesammelt hat.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- Biografische Bezüge im Werk von Rainald Goetz
- II. Hauptteil
- Warum schreibt Goetz Tagebuch?
- Vom Netztext zum Buch
- Semantische Überlastung als Geste
- III. Schluss
- 29.9.03
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Rainald Goetz' Werk Abfall für alle und untersucht dessen Rolle in der Gegenwartsliteratur. Es wird untersucht, wie die autobiografischen Aspekte in Goetz' Schreiben eine Rolle spielen und wie er den Prozess des Schreibens und Denkens in seiner Arbeit reflektiert.
- Die Bedeutung der Biografie für Goetz' Werk
- Die Rolle des Tagebuchs als literarisches Genre
- Die Verbindung zwischen Goetz' Texten und der digitalen Welt
- Die literarische und stilistische Auszeichnung von Abfall für alle
- Die Einordnung von Abfall für alle in Goetz' Gesamtschaffen
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet die biografischen Bezüge im Werk von Rainald Goetz. Es werden zentrale Ereignisse in seinem Leben, wie sein Studium und sein Debüt-Roman Irre, vorgestellt.
II. Hauptteil: Der Hauptteil der Arbeit widmet sich der Frage, warum Goetz Tagebuch schreibt. Es wird die Entstehung von Abfall für alle als Netztext und die Bedeutung von Aktualität für Goetz' Werk behandelt. Weiterhin wird die Semantische Überlastung in seinen Texten analysiert.
Schlüsselwörter
Rainald Goetz, Abfall für alle, Tagebuch, Biografie, Netztext, Semantische Überlastung, Gegenwartsliteratur, Digitalisierung, Aktualität
- Quote paper
- Anonym (Author), 2003, Zu viel Text gestern. Rainald Goetz und sein Tagebuch-Buch "Abfall für alle", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23833