In der Betriebswirtschaft war das Phänomen der Personalführung lange Zeit von sekundärer Bedeutung. Kosten- und Produktionsfaktoren, ebenso wie das Rechungswesen oder die Planung und Kontrolle von strategischen und operativen Entscheidungen standen im Vordergrund der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Erst mit der interdisziplinären Erweiterung der Perspektive um sozialwissenschaftliche Ansätze, wie der Betriebssoziologie und -psychologie, fanden auch interpersonale Probleme unter den Begriffen „Mitarbeiterführung“ oder „Personalführung“ größere Beachtung. (KIESER/REBER/WUNDERER, 1995, Sp. VIII/X). Heute wird die Bedeutung der Führung bereits als herausragend von den wichtigsten deutschen Unternehmungen bewertet. Nach einer Umfrage von WUNDERER (1995, 667) unter 16 DAX-Konzernen stellten die Befragten die effektive Gestaltung der Mitarbeiterführung als die zentrale Personalfunktion ein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Führungstheoretische Grundlagen
- Begriffsbestimmung
- Klassifizierung der Führung nach TANNENBAUM/SCHMIDT
- Verhaltensmodell nach BLAKE/MOUTON
- Ausgewählte alternative Führungsstile und Führungsmodelle
- Eigenschaftstheorie der Führung
- Situationsbezogene Führungsmodelle
- Kontingenztheorie nach FIEDLER
- Reifegradtheorie nach HERSEY/BLANCHARD
- Transformationale Führung
- Zwischenfazit
- Verhandlungsprozesse und Kommunikation
- Verhandlung als interaktive Führungsaufgabe
- Zielorientierte Führung
- Konfliktbewältigung
- Praxisbezogene Darstellung von Führungs- und Verhandlungsprozessen
- Darstellung der Firmenstruktur
- Beschreibung der konkreten Problemsituation
- Interaktion Geschäftsstellenleiter und Mitarbeiter
- Interaktion Geschäftsführender Inhaber und Mitarbeiter
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Führungsstrukturen und Verhandlungsprozessen. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieser Themenfelder zu beleuchten und deren Bedeutung für die betriebliche Praxis aufzuzeigen.
- Begriffsbestimmung von Führung und unterschiedliche Führungsstile
- Einfluss von Situationsfaktoren auf die Führung
- Verhandlung als interaktive Führungsaufgabe
- Praxisbezogene Darstellung von Führung und Verhandlung in einem Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Führung in der Betriebswirtschaft und den Wandel des Blickwinkels auf das Thema. Das Kapitel "Führungstheoretische Grundlagen" definiert den Führungsbegriff und stellt zwei klassische Ansätze zur Klassifizierung von Führungsstilen vor: das Kontinuum nach Tannenbaum/Schmidt und das Verhaltensmodell nach Blake/Mouton. Anschließend werden alternative Führungsstile und -modelle betrachtet, darunter die Eigenschaftstheorie, situationsbezogene Modelle wie die Kontingenztheorie und die Reifegradtheorie, sowie die transformationale Führung.
Das Kapitel "Verhandlungsprozesse und Kommunikation" befasst sich mit der Verhandlung als interaktive Führungsaufgabe und betrachtet die Bedeutung von Zielorientierung und Konfliktbewältigung in diesem Kontext. Schließlich werden in "Praxisbezogene Darstellung von Führungs- und Verhandlungsprozessen" die Führungs- und Verhandlungsprozesse in einem konkreten Unternehmen anhand eines Problemszenarios dargestellt.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Hausarbeit sind Führung, Führungsstile, Verhandlungsprozesse, Situationsfaktoren, Konfliktbewältigung und die Anwendung dieser Konzepte in der betrieblichen Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich die Bedeutung der Personalführung in der Betriebswirtschaft gewandelt?
Lange Zeit war Führung ein Randthema hinter Kosten- und Produktionsfaktoren. Heute gilt die effektive Gestaltung der Mitarbeiterführung als zentrale Personalfunktion und wird von Top-Unternehmen als herausragend bewertet.
Was ist das Kontinuum nach Tannenbaum und Schmidt?
Es ist ein Modell zur Klassifizierung von Führungsstilen, das den Spielraum zwischen autoritärem Verhalten des Vorgesetzten und demokratischem Verhalten der Mitarbeiter beschreibt.
Was unterscheidet die Kontingenztheorie von der Reifegradtheorie?
Fiedlers Kontingenztheorie besagt, dass der Führungserfolg von der Situation und dem Führungsstil abhängt, während die Reifegradtheorie nach Hersey/Blanchard den Führungsstil an den individuellen Reifegrad des Mitarbeiters anpasst.
Was versteht man unter transformationaler Führung?
Transformationale Führung zielt darauf ab, die Werte und Ziele der Mitarbeiter zu verändern, um sie zu höheren Leistungen zu motivieren, oft durch Vorbildfunktion und Inspiration.
Warum wird Verhandlung als interaktive Führungsaufgabe betrachtet?
Verhandlungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, insbesondere bei der Zielvereinbarung und der Bewältigung von Konflikten im Arbeitsalltag.
Welche Rolle spielt die Eigenschaftstheorie der Führung heute?
Die Eigenschaftstheorie geht davon aus, dass bestimmte stabile Persönlichkeitsmerkmale eine gute Führungskraft ausmachen. Sie wird heute meist durch situative Ansätze ergänzt.
- Quote paper
- Bastian Blau (Author), 2004, Beschreiben Sie Führungsstrukturen und Verhandlungsprozesse und stellen Sie Bezüge zur betrieblichen Praxis dar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23516