Nach dem Bundesgleichstellungsgesetz von 2002 und der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 wurden Projekte zur Umsetzung der Inklusion im Bildungsbereich verstärkt gefördert. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Bedürfnissen, Hindernissen und Chancen von Studierenden mit Hörbehinderung. Die Reflektion umfasst die Situation in den deutschsprachigen Ländern Deutschland und Österreich. Hauptfragestellung der Arbeit ist: „Welche Ansätze zur Umsetzung der Inklusion hörbehinderter Studenten lassen sich im deutschsprachigen Raum, Deutschland und Österreich, nachweisen und auf welche Barrieren stoßen sie?“. Diese wurde operationalisiert und es wurden Gesetzesgrundlagen und Studienverordnungen, mögliche finanzielle und personelle Hilfen, Initiativen und Projekte sowie die auftretenden Barrieren beleuchtet.
Zur Beantwortung der Fragestellung fand eine Literaturrecherche im Stil eines systematischen Reviews statt. Dazu wurden, neben der Suche nach Forschungsarbeiten in einschlägigen Datenbanken, vor allem die Publikationen der Institutionen für hörbehinderte Menschen genutzt. Des Weiteren wurden Gesetzestexte sowie Publikationen der Hochschulen und deren Projekte gesucht und auf Wirksamkeit und Barrieren hin untersucht.
Es wird deutlich, dass in beiden Ländern die Grundlagen geschaffen werden. Allerdings zeigen sich erste Barrieren in unterschiedlichen Gesetzen der Bundesländer und den universitätsinternen Regelungen zur Studienordnung. Auch die unzureichende Information zu Rechten und die Unzugänglichkeit von Bildungsinhalten werden festgehalten. Die langen Bearbeitungswege von Anträgen werden häufig bemängelt.
Fazit der Arbeit ist, dass in beiden Ländern die richtigen Grundlagen geschaffen werden und der Begriff der Inklusion in vielen Projekten und Initiativen unterstützt wird. Hörbehinderte Studenten finden vor Allem in solchen Projekten einen großen Halt zur Unterstützung. Die gesetzlichen Regelungen sollten vor Allem in Deutschland eindeutiger werden.
Inhaltsverzeichnis
- Anmerkung
- Abstract
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Theoretischer Rahmen
- 2.1 Analyse der Hörbehinderung
- 2.1.1 Formen der Hörbehinderung
- 2.1.2 Medizinische und technische Hilfsmittelversorgung
- 2.1.3 „Funktionale Gesundheit“ und „Beeinträchtigung der Teilhabe“ nach ICF
- 2.2 Inklusion in Bildungssystem
- 3 Fragestellung
- 4 Methodik
- 4.1 Literaturrecherche
- 4.2 Ein- und Ausschlusskriterien
- 5 Ergebnisse
- 5.1 Gesetzliche Grundlagen und Studienverordnungen
- 5.1.1 Deutschland
- 5.1.2 Österreich
- 5.2 finanzielle, personelle und technische Hilfen
- 5.2.1 Deutschland
- 5.2.2 Österreich
- 5.3 Initiativen Projekte
- 5.3.1 Deutschland
- 5.3.2 Österreich
- 5.4 Barrieren
- 5.4.1 Deutschland
- 5.4.2 Österreich
- 6 Zusammenfassung
- 7 Diskussion & Ausblick
- 8 Literaturverzeichnis
- 9 Glossar
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit setzt sich zum Ziel, die Bedürfnisse, Hindernisse und Chancen von Studierenden mit Hörbehinderung im Kontext der Inklusion im deutschen und österreichischen Bildungssystem zu untersuchen. Die Arbeit analysiert, welche Ansätze zur Umsetzung der Inklusion hörbehinderter Studenten in Deutschland und Österreich nachweisbar sind und auf welche Barrieren sie stoßen. Die Arbeit befasst sich dabei mit Gesetzesgrundlagen, Studienverordnungen, finanziellen und personellen Hilfen, Initiativen und Projekten sowie den auftretenden Barrieren.
- Gesetzliche Grundlagen und Studienverordnungen im deutschsprachigen Raum
- Finanzielle, personelle und technische Hilfen für hörbehinderte Studenten
- Initiativen und Projekte zur Inklusion von hörbehinderten Studenten
- Barrieren, die hörbehinderte Studenten im Studium erleben
- Zusammenhang zwischen Hörbehinderung und Inklusion im Bildungssystem
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema „Studieren mit Hörbehinderung“ ein und skizziert die Relevanz der Thematik im Kontext der Inklusion im Bildungsbereich. Das zweite Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Arbeit, indem es die verschiedenen Formen der Hörbehinderung, die medizinische und technische Hilfsmittelversorgung sowie das Konzept der Inklusion im Bildungssystem beleuchtet. Das dritte Kapitel formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit. Die Methodik wird im vierten Kapitel dargelegt, wobei der Schwerpunkt auf der Literaturrecherche im Stil eines systematischen Reviews liegt. Das fünfte Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Literaturanalyse, wobei die gesetzlichen Grundlagen, Studienverordnungen, finanziellen und personellen Hilfen, Initiativen und Projekte sowie die Barrieren in Deutschland und Österreich beleuchtet werden.
Schlüsselwörter
Hörbehinderung, Inklusion, Bildung, Studium, Barrieren, Deutschland, Österreich, Gesetzesgrundlagen, Studienverordnungen, finanzielle Hilfen, personelle Hilfen, technische Hilfen, Initiativen, Projekte, Behinderung, Teilhabe, Integration, Universität, Hochschule, Studium mit Hörbehinderung, Studienordnung, accessibility, accessibility standards.
Häufig gestellte Fragen
Welche gesetzlichen Grundlagen fördern die Inklusion hörbehinderter Studenten?
Die Inklusion im Bildungsbereich wird maßgeblich durch das Bundesgleichstellungsgesetz von 2002 und die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 gestützt und gefördert.
Auf welche Barrieren stoßen hörbehinderte Studierende in Deutschland und Österreich?
Zu den Barrieren zählen uneinheitliche Gesetze der Bundesländer, universitätsinterne Regelungen, unzureichende Informationen über Rechte, unzugängliche Bildungsinhalte und lange Bearbeitungswege für Anträge.
Welche Hilfen stehen Studierenden mit Hörbehinderung zur Verfügung?
Es gibt finanzielle, personelle und technische Hilfen sowie spezifische Initiativen und Projekte, die Studierende bei der Bewältigung ihres Studiums unterstützen.
Wie unterscheiden sich die Ansätze in Deutschland und Österreich?
Beide Länder haben die Grundlagen für Inklusion geschaffen, jedoch zeigt die Analyse, dass insbesondere in Deutschland die gesetzlichen Regelungen noch eindeutiger gestaltet werden sollten.
Was ist das Konzept der „funktionalen Gesundheit“ nach ICF?
Im theoretischen Rahmen der Arbeit wird die Hörbehinderung anhand der Konzepte der „funktionalen Gesundheit“ und der „Beeinträchtigung der Teilhabe“ gemäß der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) analysiert.
- Quote paper
- Bsc. Gesundheits- und Pflegewissenschaft Franziska Pabst (Author), 2013, Studieren mit Hörbehinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233675