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Die strafbefreiende Selbstanzeige im Steuerrecht

Titel: Die strafbefreiende Selbstanzeige im Steuerrecht

Seminararbeit , 2003 , 30 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Achim Bohlender (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fragt man nach typisch deutschen Tugenden, werden gerne Dinge wie
Disziplin, Ordnungsliebe oder Gesetztestreue genannt. Dennoch hat sich
seit Jahren ein zweifelhafter Volkssport unter genau diesen treuen und
ordnungsliebenden deutschen Bürgern entwickelt und ist zur Mode geworden.
1
Es ist zwar im ersten Augenblick kaum vorstellbar, aber der neue, zugegebenermaßen
sehr zweifelhafte Volkssport der Deutschen, ist die
Steuerhinterziehung. Beim Steuersparen kalkulieren die Deutschen fast
alles ein, nur nicht die Möglichkeit, dass sie von Steuerfahndern entdeckt
werden. Nicht zuletzt seit der Einführung der Zinsabschlagsteuer im Jahre
1993 haben Steuerstrafverfahren Konjunktur. Viele versuchten in den sog.
Bankenfällen2 durch Geldanlagen in Steueroasen wie Luxemburg oder
der Schweiz, ihr Geld vor dem deutschen Fiskus zu verbergen, um so der
Versteuerung zu entgehen.3
Der Staat hat aber nachgerüstet und die Steuerfahndungsstellen bundesweit
personell verstärkt. Die Steuerhinterziehung wird schon lange
nicht mehr als Kavaliersdelikt angesehen, sondern streng verfolgt und
geahndet.4
Es gibt jedoch für Steuersünder eine Möglichkeit, den Kopf aus der
steuerstrafrechtlichen Schlinge zu ziehen. Abgesehen vom Straftatbestand
des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt kann der
Täter bei keiner anderen Straftat so schnell und einfach ins Reine kommen
wie bei der versuchten oder vollendeten Steuerhinterziehung. Für
Steuersünder besteht nämlich die Möglichkeit Straffreiheit zu erlangen,
indem sie eine Selbstanzeige i.S.d. § 371 AO erstatten.5
Dabei gibt es jedoch eine Reihe von Gesichtspunkten, die der redliche
Steuersünder im Rahmen der steuerlichen Selbstanzeige unbedingt zu
beachten hat. Diese sollen durch folgende Ausführungen veranschaulicht
und dokumentiert werden.
1 vgl. Stahl, Die Selbstanzeige im Steuerrecht, S. 9
2 für fortführende Informationen s. Der Spiegel 34/1998, S. 64 ff.
3 vgl. Der Spiegel 34/1998, S. 65
4 vgl. Stahl, Die Selbstanzeige im Steuerrecht, S. 9
5 vgl. Hoereth, Die Selbstanzeige im Steuerrecht, S.1

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 HINFÜHRUNG ZUM THEMA

2 SINN UND ZWECK EINER SELBSTANZEIGE

3 ANWENDUNGSBEREICH DES § 371 AO

4 VORAUSSETZUNGEN DER STRAFBEFREIENDEN SELBSTANZEIGE

4.1 Person des Anzeigeerstatters

4.2 Adressat der Selbstanzeige

4.3 Form der Selbstanzeige

4.4 Inhalt der Selbstanzeige

4.5 Fristgerechte Steuernachzahlung

5 AUSSCHLUSSGRÜNDE DER STRAFBEFREIENDEN SELBSTANZEIGE

5.1 Erscheinen eines Amtsträgers

5.2 Bekanntgabe der Einleitung eines Straf- oder Bußgeldverfahrens

5.3 Tatentdeckung

6 FREMDANZEIGE

7 BESONDERHEITEN BEI LEICHTFERTIGER STEUERVERKÜRZUNG

8 AUSBLICK UND PERSÖNLICHE WERTUNG

Zielsetzung und Themen der Seminararbeit

Diese Seminararbeit befasst sich mit der strafbefreienden Selbstanzeige gemäß § 371 AO. Das primäre Ziel ist es, die rechtlichen Voraussetzungen für die Wirksamkeit einer Selbstanzeige sowie die Gründe, die zu deren Ausschluss führen, detailliert darzustellen und kritisch zu analysieren.

  • Rechtliche Grundlagen und Systematik der Selbstanzeige im deutschen Steuerstrafrecht.
  • Notwendige Voraussetzungen für den Erhalt der Straffreiheit, einschließlich der Nachentrichtungspflicht.
  • Analyse der Ausschlussgründe wie Tatentdeckung, Erscheinen eines Amtsträgers oder Einleitung eines Strafverfahrens.
  • Unterscheidung zwischen der Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung und der leichtfertigen Steuerverkürzung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Person des Anzeigeerstatters

Die Selbstanzeige kann grundsätzlich nur vom Täter selbst oder Tatteilnehmer erstattet werden. Täter sind dabei der unmittelbare aber auch der Nebentäter i.S.d. § 25 Abs. 1 StGB. Als Tatteilnehmer kommen der Mittäter (§ 25 Abs. 2 StGB), der Anstifter (§ 26 StGB) und der Gehilfe (§ 27 StGB) in Betracht.30

Die Selbstanzeige stellt einen persönlichen Strafaufhebungsgrund dar, d.h. sie kommt nur demjenigen zugute, in dessen Namen sie erstattet wird. Nicht die Tat wird straffrei, sondern der selbstanzeigende Tatbeteiligte.31

Bei möglichen anderen Tatbeteiligten kann deshalb die Selbstanzeige zur Aufdeckung der Tat32 und damit zur Bestrafung führen. Es empfiehlt sich daher ggf. die Abgabe einer koordinierten Selbstanzeige nach voriger Abstimmung mit allen Beteiligten.33

Zusammenfassung der Kapitel

1 HINFÜHRUNG ZUM THEMA: Der Autor erläutert die zunehmende Relevanz der Steuerhinterziehung in Deutschland und stellt die Selbstanzeige als strafrechtliche Möglichkeit zur Wiedergutmachung dar.

2 SINN UND ZWECK EINER SELBSTANZEIGE: Dieses Kapitel beleuchtet den Ausnahmecharakter der Selbstanzeige sowie ihre fiskalpolitische Intention als Mittel zur Steuerehrlichkeit.

3 ANWENDUNGSBEREICH DES § 371 AO: Es wird definiert, dass die Vorschrift primär auf die vorsätzliche Steuerhinterziehung Anwendung findet und andere Delikte ausschließt.

4 VORAUSSETZUNGEN DER STRAFBEFREIENDEN SELBSTANZEIGE: Hier werden die prozessualen und materiellen Bedingungen, wie Berichtigung der Angaben und die fristgerechte Steuernachzahlung, detailliert erarbeitet.

5 AUSSCHLUSSGRÜNDE DER STRAFBEFREIENDEN SELBSTANZEIGE: Dieses Kapitel analysiert die Sperrwirkungen durch Tatentdeckung, das Erscheinen von Amtsträgern oder die Einleitung eines Verfahrens.

6 FREMDANZEIGE: Der Autor erläutert die Sonderregelungen für Dritte, die im Rahmen der Korrekturpflichten gemäß § 153 AO auftreten.

7 BESONDERHEITEN BEI LEICHTFERTIGER STEUERVERKÜRZUNG: Es wird auf die abweichende Behandlung von Ordnungswidrigkeiten im Vergleich zur vorsätzlichen Straftat eingegangen.

8 AUSBLICK UND PERSÖNLICHE WERTUNG: Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Steuergesetzgebung und der Wirksamkeit des Instruments Selbstanzeige.

Schlüsselwörter

Selbstanzeige, Steuerhinterziehung, § 371 AO, Straffreiheit, Steuerverkürzung, Finanzbehörde, Tatentdeckung, Nachentrichtung, Steuerehrlichkeit, Abgabenordnung, Strafaufhebungsgrund, Tatbeteiligte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Struktur und die Anwendung der strafbefreienden Selbstanzeige im deutschen Steuerrecht gemäß § 371 der Abgabenordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Voraussetzungen für die Straffreiheit, die verschiedenen Ausschlussgründe sowie die Rolle der Selbstanzeige bei leichtfertigen Steuerverkürzungen.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine fundierte Aufarbeitung der gesetzlichen Bestimmungen und deren Interpretation in der Rechtsprechung, um dem Leser die Möglichkeiten und Risiken einer Selbstanzeige aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristische Seminararbeit, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, Kommentaren, Gesetzestexten und einschlägigen Urteilen basiert.

Was ist das zentrale Element des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bedingungen für eine wirksame Selbstanzeige (z.B. Nachentrichtung) und die Analyse der Sperrwirkungen, die die Straffreiheit verhindern können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Steuerehrlichkeit, Sperrwirkung, Tatbeteiligte, Nachentrichtungsfrist und Abgabenordnung geprägt.

Wie wirkt sich das Erscheinen eines Amtsträgers auf die Selbstanzeige aus?

Sobald ein Amtsträger zur steuerlichen Prüfung erscheint, tritt eine Sperrwirkung ein, die eine wirksame Selbstanzeige hinsichtlich der betroffenen Steuerarten und Zeiträume blockiert.

Ist eine "gestufte Selbstanzeige" rechtlich sicher?

Die Arbeit bewertet die gestufte Selbstanzeige als äußerst riskant, da die Finanzbehörde nicht zur Akzeptanz einer solchen Vorgehensweise verpflichtet ist.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die strafbefreiende Selbstanzeige im Steuerrecht
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Veranstaltung
Seminar Unternehmenssteuern/Abgabenordnung
Note
1,7
Autor
Achim Bohlender (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
30
Katalognummer
V23345
ISBN (eBook)
9783638264846
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstanzeige Steuerrecht Seminar Unternehmenssteuern/Abgabenordnung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Achim Bohlender (Autor:in), 2003, Die strafbefreiende Selbstanzeige im Steuerrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23345
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Leseprobe aus  30  Seiten
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