Die Europäische Union wird auch als Friedensprojekt für Europa bezeichnet. Denn diese förderte nach dem Zweiten Weltkrieg das friedliche Zusammenleben der europäischen Nationalstaaten, die sich vorher immer wieder in Kriegen bekämpften. Nach dem Ende des Kalten Krieges und den neu entflammten Konflikten in der Welt steht die EU vor neuen Herausforderungen. Insbesondere die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien stellte die EU vor der Frage, inwiefern sie als außenpolitischer Akteur handlungsfähig ist. Vor diesem Hintergrund spielten die nationalstaatlichen Akteure die bedeutende Rolle in diesen Konflikten. Die EU als eigenständiger Akteur konnte kaum Akzente setzen. Mittlerweile allerdings spielt die EU auf dem Balkan durch die Erweiterungsperspektive eine wichtige Rolle für die Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Am Beispiel des Kosovokonflikts soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden, welche Entwicklung die EU als internationaler Akteur genommen hat. Dabei sollen geklärt werden welchen Einfluss die EU auf die Konfliktparteien Kosovo und Serbien ausüben kann. Welche Schwierigkeiten ergeben sich aus der Konstruktion der EU, um als handlungsfähiger Akteur zu agieren? Insbesondere soll auch aufgezeigt werden, welche Auswirkungen die uneinheitliche Haltung der EU gegenüber dem Status des Kosovos auf die Konfliktparteien hat. Die Untersuchung wurde im Rahmen des actorness Ansatzes durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Untersuchungsgenstand und Begriffsdefinitionen
- EU
- Kosovo
- Leitfragen
- Forschungsrahmen
- Der Kosovo-Konflikt
- Die Balkanpolitik der EU seit 1999
- Untersuchungshypothese
- Aufbau und Methodik
- Die Position der EU zum Status des Kosovos
- Die EU-Mitglieder
- Die EU-Kommission
- EULEX Kosovo
- Zwischenfazit
- Neuere Maßnahmen der Kommission
- Visaliberalisierung
- Machbarkeitsstudie
- Dialog zwischen Kosovo und Serbien
- Schlussteil
- Überprüfung der Hypothese
- Die Haltung der kosovarischen Regierung zur EU
- Die Haltung der serbischen Regierung zur EU
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Akteursqualitäten der Europäischen Union im Kosovokonflikt. Sie analysiert die Uneinheitlichkeit der EU-Mitgliedsstaaten in Bezug auf den Status des Kosovos und untersucht, wie diese Uneinigkeit die Handlungsfähigkeit der EU beeinflusst. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die EU den Kosovo als Staat anerkennt, welche Maßnahmen die EU im Kosovo seit 2008 ergriffen hat und wie die uneinheitliche Position der EU-Staaten auf die Konfliktparteien Kosovo und Serbien wirkt.
- Die Rolle der EU im Kosovokonflikt
- Die Uneinheitlichkeit der EU-Mitgliedsstaaten in Bezug auf den Status des Kosovos
- Die Handlungsfähigkeit der EU im Kosovokonflikt
- Die Wirkung der EU-Politik auf die Konfliktparteien Kosovo und Serbien
- Die Position der EU-Kommission im Kosovokonflikt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Akteursqualitäten der EU im Kosovokonflikt ein. Sie erläutert die Herausforderungen, die sich aus der uneinheitlichen Position der EU-Mitgliedsstaaten ergeben, und stellt die Leitfragen der Arbeit vor. Kapitel 2 definiert die relevanten Begriffe EU und Kosovo und skizziert den Forschungsrahmen mit den Schwerpunkten Kosovo-Konflikt und Balkanpolitik der EU. Die Position der EU zum Status des Kosovos wird in Kapitel 3 beleuchtet. Hierbei werden die unterschiedlichen Haltungen der EU-Mitgliedsstaaten sowie die Position der EU-Kommission analysiert, einschließlich der Rolle von EULEX Kosovo. Die neuere Maßnahmen der Kommission im Kosovo, wie die Visaliberalisierung, die Machbarkeitsstudie und der Dialog zwischen Kosovo und Serbien werden ebenfalls betrachtet.
Schlüsselwörter
Kosovokonflikt, Europäische Union, Akteursqualitäten, Status des Kosovos, Uneinheitlichkeit der EU-Mitgliedsstaaten, Handlungsfähigkeit, EU-Kommission, EULEX Kosovo, Visaliberalisierung, Machbarkeitsstudie, Dialog zwischen Kosovo und Serbien.
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt die EU im Kosovokonflikt als uneinheitlich?
Die EU-Mitgliedsstaaten sind sich uneinig über die völkerrechtliche Anerkennung des Kosovos als unabhängiger Staat, was die gemeinsame Außenpolitik erschwert.
Was ist EULEX Kosovo?
EULEX ist eine Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo, die den Aufbau von Polizei, Justiz und Zoll unterstützen soll.
Welchen Einfluss hat die EU auf Serbien und den Kosovo?
Die EU nutzt vor allem die Beitrittsperspektive als Druckmittel, um beide Parteien zum Dialog und zu Reformen zu bewegen.
Was besagt der „Actorness“-Ansatz?
Dieser politikwissenschaftliche Ansatz untersucht, inwieweit eine Organisation wie die EU als eigenständiger, handlungsfähiger Akteur auf der internationalen Bühne auftreten kann.
Welche Rolle spielt die Visaliberalisierung für den Kosovo?
Die Visaliberalisierung ist eine der zentralen Maßnahmen der EU-Kommission, um die Integration des Kosovos zu fördern und Anreize für politische Stabilität zu schaffen.
Wie wirkt sich die Uneinigkeit der EU auf die Konfliktparteien aus?
Die uneinheitliche Haltung schwächt die Vermittlerrolle der EU und wird von den Regierungen in Pristina und Belgrad unterschiedlich instrumentalisiert.
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- Shkelzen Hasani (Author), 2013, Die EU als internationaler Akteur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233261