Ein Schlagwort, mit dem die heutige Gesellschaft beschreiben könnte ist mit Sicherheit „ständiger Wandel“.
Neue Technologien und sich kontinuierlich verändernde wirtschaftliche und soziale Umstände
bestimmten nicht nur unser Alltagsleben, Unternehmen und Politik, sondern auch in hohem Maß unsere
Arbeitsplätze.
So waren bis vor einigen Jahren psychische Belastungen, also Vorgänge, die mit dem Denken, Erinnern,
Wahrnehmen und Empfinden zu tun haben, am Arbeitsplatz weder richtig bekannt noch wurden sie,
wenn vorhanden, wahrgenommen, wohingegen körperliche Belastungen wie Berufskrankheiten oder
beispielsweise Rückenprobleme verursacht durch schweres und falsches Heben während der Arbeit an
der Tagesordnung waren.
Heutzutage hat sich dieses Bild stark geändert. Schlagzeilen wie „ Erschöpfte Organisation, ausgebrannte
Beschäftigte“ oder „Volk der Erschöpften“ sind keine Neuheiten mehr, weder in Fachzeitschriften
noch Nachrichtenmagazinen. Auch Zahlen und Statistiken sprechen dafür, dass die Bedeutung von psychischen
Belastungen am Arbeitsplatz immer mehr zunehmen, so erklärte die Weltgesundheitsorganisation
beruflichen Stress zu „einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts". Außerdem sind seelische
Erkrankungen heutzutage „der häufigste Grund, weshalb Arbeitnehmer vorzeitig in Ruhestand gehen“.
Während jedoch für die Verhinderung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten schon Erfahrung
gesammelt wurde und viele Vorschriften und Regelungen vorhanden sind, ist diese Sachkenntnis bei
psychischen Belastungen wie Stress, Burnout oder dem Sick-Building-Syndrom, noch wenig entwickelt.
So ist die Korrelation von Arbeitsbedingung, vor allem psychischen Belastungen und deren Folgen auf
die Psyche der Arbeiter, noch wenig erforscht.
Trotzdem beeinflussen psychische Belastungen nicht nur die Arbeiter selbst, sondern auch die Unternehmen
müssen mit immer weiter wachsenden Kosten rechnen. So stiegen die durch das Burnout-
Syndrom verursachten Krankheitstage laut BKK Gesundheitsreport von 2004 bis 2010 von durchschnittlich
4,6 auf über 63 Tage, also um mehr als das 13-fache. [...]
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Entstehung psychischer Belastungen
- 2.1 Soziale Aspekte
- 2.2 Funktionale Aspekte
- 3 Erscheinungsformen und Ausprägungen psychischer Belastungen
- 3.1 Umgebungsbedingte Belastungen (Sick-Building-Syndrom)
- 3.2 Emotionale Belastungen (Burnout, Stress)
- 3.3 Psychosoziale Belastungen (Mobbing)
- 4 Folgen psychischer Belastungen
- 4.1 Folgen für Betroffene
- 4.2 Ökonomische Folgen
- 5 Bestimmung und Beurteilung psychischer Belastungen
- 6 Prävention und Abhilfe
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Entstehung, den Erscheinungsformen und den Folgen von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Faktoren wie die Arbeitsorganisation, soziale Aspekte und der wirtschaftliche Kontext die Entstehung psychischer Belastungen beeinflussen. Darüber hinaus werden die Folgen für die betroffenen Arbeitnehmer und die ökonomischen Auswirkungen betrachtet.
- Die Entstehung psychischer Belastungen in der Arbeitswelt
- Die verschiedenen Arten und Ausprägungen von psychischen Belastungen
- Die Folgen von psychischen Belastungen für Arbeitnehmer und Unternehmen
- Die Bestimmung und Beurteilung von psychischen Belastungen
- Möglichkeiten der Prävention und Abhilfe von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einleitung, die die aktuelle Bedeutung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz beleuchtet. Es werden die zunehmende Bedeutung von psychischen Belastungen im Vergleich zu körperlichen Belastungen, die steigenden Kosten für Unternehmen und die Notwendigkeit einer detaillierteren Analyse beleuchtet. Kapitel 2 befasst sich mit der Entstehung von psychischen Belastungen. Es werden die sozialen und funktionalen Aspekte der Arbeitsorganisation, die zu Belastungen führen können, näher betrachtet.
Kapitel 3 fokussiert auf die verschiedenen Erscheinungsformen von psychischen Belastungen, die durch die Arbeitsumgebung, emotionale Faktoren und soziale Interaktionen entstehen können. Es werden das Sick-Building-Syndrom, Burnout und Mobbing als Beispiele für die unterschiedlichen Formen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz vorgestellt.
Schlüsselwörter
Psychische Belastung, Arbeitsplatz, Stress, Burnout, Sick-Building-Syndrom, Mobbing, Arbeitsorganisation, Soziale Aspekte, Funktionale Aspekte, Folgen, Prävention, Abhilfe, ökonomische Folgen.
Häufig gestellte Fragen
Warum nehmen psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu?
Der ständige Wandel durch neue Technologien, Globalisierung und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen führt zu höherem Leistungsdruck und einer Verdichtung der Arbeit.
Was ist das Burnout-Syndrom?
Burnout beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz.
Was versteht man unter dem Sick-Building-Syndrom?
Das Sick-Building-Syndrom bezeichnet gesundheitliche Beschwerden, die durch die baulichen Gegebenheiten oder das Raumklima am Arbeitsplatz verursacht werden.
Welche ökonomischen Folgen haben psychische Erkrankungen?
Sie führen zu langen Ausfallzeiten (Krankheitstage), Produktivitätsverlusten und hohen Kosten für das Sozialsystem und die Unternehmen.
Wie kann Mobbing am Arbeitsplatz definiert werden?
Mobbing bezeichnet psychosoziale Belastungen durch systematisches Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Mitarbeitern über einen längeren Zeitraum.
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- Julia Steger (Author), 2012, Psychische Belastung am Arbeitsplatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233063