Im Rahmen dieser Seminararbeit soll die Forschungsfrage untersucht werden, welchen Erklärungsgehalt objektive beobachtbare Variablen haben, um die Wahrscheinlichkeit der Zufriedenheit mit dem Schlaf zu schätzen. Der Gang der Untersuchung im Folgenden ist dabei so gewählt, dass im zweiten Kapitel ein Überblick über die Literatur der Schlafforschung verschafft wird. Das dritte Kapitel geht auf die zugrundeliegenden Daten, die Methodologie und die erwarteten Einflüsse ein. Im vierten Kapitel werden die Schritte der Modellanpassung erklärt, die Regressionsergebnisse präsentiert und Kritik am Modell geäußert. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, sind die Ergebnisse im Appendix tabellarisch aufgeführt. Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse der Seminararbeit kritisch betrachtet und Stellung genommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Motivation
2.1 Eigenschaften des Schlafes
2.2 Theoretische Ansätze
2.3 Empirische Ansätze
3 Modell
3.1 Daten
3.2 Logistische Regression
3.3 Erwartungen
4 Ergebnisse
4.1 Modellanpassung
4.2 Auswertung
4.3 Modellkritik
5 Fazit
A Appendix
A.1 Übersicht der Variablen
A.2 Zusammenfassende Statistik
A.3 Regressionsergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht ökonomische Determinanten der Schlafzufriedenheit, um herauszufinden, inwieweit objektiv beobachtbare Variablen als Erklärungsfaktoren für die empfundene Zufriedenheit mit dem Schlaf dienen können. Im Zentrum steht dabei die Anwendung einer logistischen Regression auf Datensätze des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).
- Analyse der ökonomischen Bedeutung von Schlaf und dessen Nutzenmaximierung.
- Untersuchung des Einflusses demografischer und sozioökonomischer Variablen auf die Schlafzufriedenheit.
- Modellierung der Wahrscheinlichkeit für eine hohe Schlafzufriedenheit mittels logistischer Regression.
- Kritische Reflexion der Aussagekraft von Happiness-Studien und objektiven Messgrößen.
- Empirische Überprüfung von Erwartungen an Variablen wie Einkommen, Sport und Lebensumständen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Theoretische Ansätze
Es finden sich mikroökonomische Ansätze, die versuchen die optimale Schlafdauer als ein Nutzenmaximierungsproblem mit Hilfe von Nutzenfunktionen herzuleiten. Dabei entfachte sich eine Diskussion zwischen unterschiedlichen Ökonomen bezüglich der Beschaffenheit der Nutzenfunktionen. El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) spezifizieren die Nutzenfunktion als U(x, y) = x^2 y , wobei x den täglichen Konsum und y den Anteil der im Bett verbrachten Zeit darstellt. El Hodiri (1973) nimmt an, dass der tägliche Konsum dem täglichen Einkommen gleicht, welches wiederum gleich dem täglichen Lohn multipliziert mit dem Anteil der nicht im Bett verbrachten Zeit, sprich es gilt: x = w(1 - y). Damit lässt sich die Nutzenfunktion auch als U(x, y) = w^2 (1 - y)^2 y darstellen. Für alle w ∈ (0, 1] maximiert y=1/3 die Nutzenfunktion. Die optimale Schlafdauer ist demnach 1/3 · 24 = 8 Stunden am Tag.
Bergstrom (1976) berücksichtigt in seinem Ansatz zusätzlich nicht durch Arbeit generiertes Einkommen R und setzt dies ins Verhältnis zum Einkommen w. Für den täglichen Konsum ergibt sich also x = w[1 - y + R/w] und damit erhält man für die Nutzenfunktion U(x, y) = w^2 [1 - y + R/w]^2 y . Der Nutzen U ist maximiert, wenn y = [1 + R/w], wobei R/w = (1 - y)1/4 angenommen wird. Substituieren gibt y = 5/13. Demnach ergibt sich für die optimale Schlafdauer 5/13 · 24 = 9.231 Stunden am Tag. Die Abbildung 2.1 zeigt den Verlauf der Nutzenfunktionen nach El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) für w = 1.
Hoffman (1977) greift die Arbeit von El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) auf und erweitert das Modell indem sie zusätzlich die Rolle der Frau berücksichtigt. Auf eine weitere Ausführung mikroökonomischer Ansätze wird im Folgenden verzichtet, weil im Fokus dieser Seminararbeit die ökonometrische Erklärung der Schlafqualität steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Schlaf als ökonomische Variable dar und definiert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Motivation: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Relevanz von Schlaf, diskutiert wissenschaftliche Literatur sowie mikroökonomische Nutzenmodelle und empirische Ansätze.
3 Modell: Hier werden die Datengrundlage (SOEP), die gewählte Methode der logistischen Regression sowie die Erwartungen an die Einflussfaktoren dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Modellanpassung, die Regressionsergebnisse und eine kritische Auseinandersetzung mit der Aussagekraft der erzielten Resultate.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass objektive Variablen die Schlafzufriedenheit nur bedingt erklären können und hinterfragt kritisch die Methodik der Happiness-Forschung.
A Appendix: Der Anhang enthält detaillierte Tabellen zur Übersicht der Variablen, zusammenfassende Statistiken und die vollständigen Regressionsergebnisse.
Schlüsselwörter
Schlafzufriedenheit, Ökonomische Determinanten, Happiness-Studien, Logistische Regression, SOEP, Nutzenfunktion, Schlafdauer, Humankapital, Regressionsanalyse, Wahrscheinlichkeitsmodell, Lebensqualität, ökonometrische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von ökonomischen Determinanten der Zufriedenheit mit dem Schlaf auf Basis empirischer Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die ökonomische Bewertung von Schlaf, die Analyse von Lebenszufriedenheit sowie die Anwendung ökonometrischer Schätzverfahren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Erklärungsgehalt objektiv messbarer Variablen für die subjektive Einschätzung der eigenen Schlafzufriedenheit mittels statistischer Modelle zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der logistischen Regression, um Zusammenhänge zwischen unabhängigen Variablen und der binär kodierten Schlafzufriedenheit zu schätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Schlafforschung, die Modellspezifikation anhand von Daten des SOEP sowie die Auswertung und kritische Bewertung der Regressionsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schlafzufriedenheit, ökonomische Determinanten, Happiness-Forschung, logistische Regression und ökonometrische Modellierung.
Warum wird im Modell zwischen verschiedenen Schwellenwerten für die Schlafzufriedenheit unterschieden?
Da die Trennung zwischen „zufrieden“ und „nicht zufrieden“ bei einer Skala von 0 bis 10 relativ unscharf ist, wurden verschiedene Schwellenwerte getestet, um die Robustheit der Klassifizierung zu prüfen.
Zu welchem Schluss kommt der Autor bezüglich der Eignung objektiver Variablen zur Erklärung von Schlafzufriedenheit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass objektive Variablen die Schlafzufriedenheit insgesamt nicht ausreichend gut erklären können, was auf die Limitationen gängiger Happiness-Studien hinweist.
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- Ruben Dias Duarte (Author), 2013, Ökonomische Determinanten der Zufriedenheit mit dem Schlaf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232114