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Produktives Denken

Title: Produktives Denken

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Obermeier (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In der Schule, in der Lehre, im Studium werden zwei geistige Leistungen
von uns erwartet: das Verstehen und das Behalten. Weit mehr geachtet als
Gedächtnis und Erinnerungsvermögen ist in unserem Kulturkreis jedoch die
Fähigkeit zu denken (vgl. Guss, 1997, 64). Das folgende Referat beschäftigt
sich mit verschiedenen Ansätzen, die sich alle um eine Beschreibung und
Erklärung des Phänomens „Denken“ bemühen. Was mit „Denken“ gemeint
ist, das weiß im Prinzip jeder hier im Raum. Was aber spielt sich dabei
genau in unseren Köpfen ab? Die Denk- und Problemlösepsychologie hat es
sich zur Aufgabe gemacht, diesbezügliches Wissen zu präzisieren, zu
erweitern, zu differenzieren und zu systematisieren (vgl. Hussy, 1993, S.9).
Legen wir zunächst den Gegenstandsbereich fest, der uns in den nächsten 45
Minuten beschäftigen wird. Unter „Denken“ versteht Hussy (vgl. 1993, S.
16) nicht beobachtbare, kognitive Prozesse, ...
o ...die zielgerichtet, d.h. auf eine Lösung ausgerichtet sind;
o ...bei denen Informationen neu verknüpft bzw. geordnet werden1;
o ...die über das alleinige Wahrnehmen, Abspeichern und Erinnern
von Informationen hinausgehen, auch wenn diese Prozesse für das
Denken notwendig sind.
Was wir durch Denken erschaffen, ist mehr als das Wahrgenommene oder
bereits Bekannte. Ich möchte nun drei denkpsychologische Modelle genauer
unter die Lupe zu nehmen: Das logische Denken, das Assoziationsdenken
und das produktive Denken. Beginnen wir mit dem Denken im Sinne der
formalen Logik, der wohl ältesten Modellierung dessen, was man als
„Denken“ bezeichnet.
1 Die Neuverknüpfung ist mit der Lösung gleichzusetzen und kann Schritt für Schritt
erarbeitet werden oder durch ein Aha-Erlebnis gefunden werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Denken im Sinne der formalen Logik

2.1. Induktive Logik

3. Denken im Sinne der Assoziationstheorie

3.1. Bildung von Assoziationen nach Aristoteles

3.2. Assoziationsdenken nach John Locke

3.3. Kritische Betrachtung der Assoziationstheorie

4. Denken im Sinne des „Produktiven Denkens“

4.1. Das Parallelogramm-Problem

4.2. Die Umstrukturierung

4.3. Die Übertragung

4.4. Heuristische Methoden

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die differenzierte Darstellung und kritische Analyse verschiedener denkpsychologischer Modelle. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich unterschiedliche theoretische Ansätze – von der formalen Logik über die Assoziationstheorie bis hin zur Gestaltpsychologie – auf das Verständnis menschlicher Problemlöseprozesse auswirken und welche Rolle dabei das „produktive Denken“ einnimmt.

  • Vergleichende Analyse logischer, assoziationstheoretischer und gestaltpsychologischer Denkmodelle
  • Untersuchung von Problemlöseprozessen anhand des Parallelogramm-Problems
  • Differenzierung zwischen reproduktivem Denken und kreativer Umstrukturierung
  • Darstellung heuristischer Methoden zur Förderung schöpferischer kognitiver Prozesse

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Parallelogramm – Problem

Wertheimer (1957) gab Schülern eine Aufgabe, bei der es darum ging, den Flächeninhalt eines Parallelogramms zu berechnen. Den Flächeninhalt eines Rechtecks konnten sie bereits berechnen. Die Schüler versuchten nun das Parallelogramm in seiner Struktur, als gestalthafte Ganzheit zu erfassen. Sie kamen - mehr oder minder schlagartig – zu der Einsicht, dass die schiefen Linien irgendwie zu begradigen wären. In diesem Zusammenhang wurde die Hilfslinie DE hinzugesehen. Das Dreieck AED wurde von den Schülern als störend, als ein „Zuviel“ erlebt. Gleichzeitig wurde erkannt, dass dem Zuviel auf der linken Seite ein „Zuwenig“ auf der rechten Seite (Dreieck BFC) entsprach. Wertheimer sah in diesem Vorgehen einen dynamischen Prozess: Ein Zuviel und ein Zuwenig treten in Beziehung. Dann wird die ursprüngliche Gestalt umstrukturiert in eine klarere, einfachere Gestalt (vgl. Asanger & Wenninger, 1999, S. 98). Ein wichtiger Punkt ist, dass die Schüler bei diesem Vorgehen kein spezielles Wissen erwerben, das sie später einfach nur reproduzieren. Vielmehr erwerben sie Einsicht in die allgemeine Struktur eines Parallelogramms (vgl. Hussy, 1993, S. 37). Gehen wir nun etwas näher auf den Vorgang der Umstrukturierung ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Gegenstandsbereich der Denk- und Problemlösepsychologie und grenzt den Begriff „Denken“ als zielgerichteten kognitiven Prozess ein.

2. Denken im Sinne der formalen Logik: Dieses Kapitel erläutert die traditionelle Logik als Regelwerk für korrekte Schlussfolgerungen und diskutiert deren Grenzen bei der Generierung neuen Wissens.

2.1. Induktive Logik: Hier wird die induktive Methode als wissenschaftliches Vorgehen vom Einzelfall zum Allgemeinen durch empirische Beobachtung und Experimente beschrieben.

3. Denken im Sinne der Assoziationstheorie: Dieser Abschnitt beschreibt die Auffassung, dass Denken primär auf der Verknüpfung von Ideen im Gedächtnis basiert.

3.1. Bildung von Assoziationen nach Aristoteles: Es werden die drei grundlegenden Prinzipien der Assoziationsbildung nach Aristoteles – Kontiguität, Ähnlichkeit und Kontrast – dargestellt.

3.2. Assoziationsdenken nach John Locke: Dieses Kapitel skizziert Lockes Modell des Geistes, bei dem einfache Ideen durch Kombination zu komplexen Strukturen assoziiert werden.

3.3. Kritische Betrachtung der Assoziationstheorie: Der Autor beleuchtet die Defizite des assoziationstheoretischen Ansatzes bei der Erklärung komplexer, sinnvoller Denkvorgänge.

4. Denken im Sinne des „Produktiven Denkens“: Hier wird die gestaltpsychologische Gegenströmung eingeführt, die den Menschen als aktives und schöpferisches Wesen betrachtet.

4.1. Das Parallelogramm-Problem: Anhand dieses klassischen Beispiels wird der Prozess der gestaltpsychologischen Umstrukturierung und Einsichtsbildung demonstriert.

4.2. Die Umstrukturierung: Dieses Kapitel definiert Umstrukturierung als zentralen Prozess des produktiven Denkens, bei dem defekte Problemstrukturen in intakte Lösungsstrukturen gewandelt werden.

4.3. Die Übertragung: Hier wird erläutert, wie durch das Begreifen der logischen Struktur eines Problems die Lösung auf ähnliche Sachverhalte angewendet werden kann.

4.4. Heuristische Methoden: Dieses Kapitel beschreibt planvolle Vorgehensweisen und Heuristiken, die den Denkprozess bei der Ziel-Mittel-Analyse unterstützen.

5. Schluss: Der abschließende Teil reflektiert die Erlernbarkeit produktiven Denkens und regt zur Diskussion über die Förderung kreativer Prozesse im Bildungssystem an.

Schlüsselwörter

Produktives Denken, Problemlösen, Gestaltpsychologie, formale Logik, Assoziationstheorie, Umstrukturierung, Einsicht, induktive Logik, Heuristik, kognitive Prozesse, Syllogismen, Übertragung, kreatives Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen psychologischen Modellen, die versuchen, das Phänomen „Denken“ zu beschreiben und zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die formale Logik, die Assoziationstheorie und die gestaltpsychologische Auffassung des produktiven Denkens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen mechanischem Denken und einsichtigem, produktivem Denken aufzuzeigen und deren Bedeutung für das Lösen von Problemen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene denkpsychologische Konzepte gegenüberstellt und mittels konkreter Beispiele, wie dem Parallelogramm-Problem, illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie die logische Deduktion, assoziative Verknüpfungen und gestaltpsychologische Umstrukturierungsprozesse jeweils zum Lösen von Problemen beitragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind „Produktives Denken“, „Umstrukturierung“, „Gestaltpsychologie“ und „Heuristik“.

Was unterscheidet das „produktive Denken“ vom mechanischen Lernen?

Während mechanisches Lernen auf reinem Reproduzieren basiert, geht produktives Denken mit einer inhaltlichen Umstrukturierung und dem Verständnis der zugrunde liegenden logischen Struktur eines Problems einher.

Kann man „Produktives Denken“ erlernen?

Der Autor argumentiert, dass man zwar keine universelle Formel lernen kann, aber durch den Einsatz von Heuristiken und die Entwicklung einer positiven Einstellung zum Problemlöseprozess die eigene kreative Kompetenz fördern kann.

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Details

Title
Produktives Denken
College
Neisse University Görlitz  (Studiengang Kommunikationspsychologie)
Course
Sprach- und Denkpsychologie
Grade
1,3
Author
Christoph Obermeier (Author)
Publication Year
2001
Pages
12
Catalog Number
V23160
ISBN (eBook)
9783638263405
Language
German
Tags
Produktives Denken Sprach- Denkpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Obermeier (Author), 2001, Produktives Denken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23160
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