Das Ziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung der Systemrelevanz einer Geschäftsbank um die Verwendung öffentlicher Mittel zur Unterstützung der Geschäftsbank in Krisensituationen rechtfertigen zu können und gegebenenfalls die sich daraus ergebenden Probleme angehen zu können.
Um nach den begrifflichen Abgrenzungen im zweiten Kapitel das Thema erarbeiten zu können, bietet sich folgender Aufbau an:
Im dritten Kapitel wird nach einer kurzen Darstellung der Architektur des Bankenwesens auf die volkswirtschaftliche Relevanz einer Bank eingegangen, um die Wichtigkeit funktionsfähiger Geschäftsbanken zu betonen. Dabei wird neben der Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte auch das Kalkül der Geschäftsbanken als eigenständige und gewinnorientierte Unternehmen diskutiert.
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In einem nächsten Schritt wird in Kapitel vier die Systemrelevanz einer Geschäftsbank untersucht. Anhand einiger Indikatoren wird zunächst erläutert, was eine systemrelevante Bank auszeichnet. Da sich die vergangene Finanzmarktkrise gut zur Veranschaulichung vieler theoretischer Bestandteile dieser Arbeit eignet und weiterhin die Systemrelevanz einer Bank innerhalb der Krise sowohl öffentliche Debatten als auch wissenschaftliche Diskussionen prägte, wird in einem Exkurs nochmals die zentralen Ereignisse und Maßnahmen diskutiert. Abschließend wird erläutert, warum systemrelevante Banken ein Problem darstellen, wie es behoben werden kann und ob staatliche Unterstützungsmaßnahmen für systemrelevante Geschäftsbanken tatsächlich gerechtfertigt sind.
Da die Verwendung öffentlicher Mittel zur Stützung eines systemrelevanten Kreditinstituts sowohl in der Wissenschaft als auch in der öffentlichen Meinung kritisch gesehen wird, wird anhand zweier Fallstudien in Kapitel 5 sowohl die Möglichkeit einer Verweigerung von Staatshilfen, als auch die umfangreiche Unterstützung einer Geschäftsbank aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Begriffliche Abgrenzungen
- Geschäftsbank
- Liquidität
- Systemrelevanz
- Funktionsweise und Krisenanfälligkeit des Bankwesens
- Zentralbanken und Interbankenmarkt
- Die Rolle der Geschäftsbank in der Volkswirtschaft
- Kalkül der Geschäftsbanken und neue Geschäftsmodelle
- Gefahren und Krisen der Geschäftsbanken
- Möglichkeiten des externen Eingriffs
- Systemrelevanz
- Von der Funktion zur Systemrelevanz
- Indikatoren
- Exkurs: Finanzkrise ab 2007
- Relevanz des Themas und Ursachen der Finanzkrise
- Ausbruch der Krise
- Vertrauenskrise und Rettungsmaßnahmen
- Systemrelevanz als Problem
- Die Rechtfertigung von Staatshilfen
- Moral Hazard
- Umgang mit systemrelevanten Instituten
- Fallstudien
- Lehman Brothers
- Hypo Real Estate
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht kritisch die Systemrelevanz von Geschäftsbanken und deren Einfluss auf die Verwendung öffentlicher Mittel in Krisensituationen. Dabei werden die Rechtfertigung von Staatshilfen und die daraus resultierenden Probleme beleuchtet.
- Die Funktionsweise des Bankwesens und die Rolle der Geschäftsbanken in der Volkswirtschaft
- Die Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte und das Kalkül der Geschäftsbanken
- Die Definition und Indikatoren für Systemrelevanz
- Die Rolle der Systemrelevanz in der Finanzkrise ab 2007
- Die Problematik von „too big to fail“ und die Rechtfertigung von Staatshilfen
Zusammenfassung der Kapitel
- Vorwort: Der Text stellt die Relevanz des Themas „Systemrelevanz“ im Kontext der Finanzkrise ab 2007 dar und gibt einen Überblick über die Struktur der Arbeit.
- Begriffliche Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe „Geschäftsbank", "Liquidität" und "Systemrelevanz" im Kontext der Arbeit und stellt verschiedene Definitionen aus der Literatur dar.
- Funktionsweise und Krisenanfälligkeit des Bankwesens: Dieses Kapitel beleuchtet die Architektur des Bankwesens, die Rolle der Geschäftsbank in der Volkswirtschaft, die Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte und das Kalkül der Geschäftsbanken.
- Systemrelevanz: Dieses Kapitel untersucht die Systemrelevanz einer Geschäftsbank anhand von Indikatoren und erklärt, warum sie ein Problem darstellt. Es betrachtet die Finanzkrise ab 2007 als Beispiel für die Herausforderungen der Systemrelevanz.
- Fallstudien: Anhand von Fallstudien zu Lehman Brothers und Hypo Real Estate werden verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit systemrelevanten Banken dargestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Systemrelevanz von Geschäftsbanken, insbesondere im Kontext der Finanzkrise ab 2007. Wichtige Schlüsselbegriffe sind: Geschäftsbank, Liquidität, Systemrelevanz, „too big to fail", Moral Hazard, Staatshilfen, Finanzmarktstabilität, Krisenanfälligkeit, Kalkül, Lehman Brothers, Hypo Real Estate.
Häufig gestellte Fragen
Wann gilt eine Geschäftsbank als „systemrelevant“?
Eine Bank ist systemrelevant, wenn ihre Insolvenz aufgrund ihrer Größe, Vernetzung oder Komplexität das gesamte Finanzsystem gefährden würde („too big to fail“).
Warum sind Staatshilfen für Banken moralisch umstritten?
Kritiker führen das Problem des „Moral Hazard“ an: Banken könnten höhere Risiken eingehen, wenn sie wissen, dass der Staat sie im Notfall mit öffentlichen Mitteln rettet.
Welche Rolle spielt die Liquidität in Krisensituationen?
In Krisen kann der Interbankenmarkt zum Erliegen kommen, wodurch Geschäftsbanken Schwierigkeiten haben, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, was externe Eingriffe notwendig machen kann.
Welche Fallstudien werden in der Arbeit untersucht?
Die Arbeit vergleicht den Fall Lehman Brothers (Verweigerung von Staatshilfe) mit der Hypo Real Estate (umfangreiche staatliche Unterstützung).
Was sind Indikatoren für die Systemrelevanz einer Bank?
Wichtige Indikatoren sind die Größe der Bank, die Ersetzbarkeit ihrer Funktionen für die Volkswirtschaft und ihre globale Vernetzung im Finanzsystem.
- Quote paper
- Simon Schirmbeck (Author), 2013, Systemrelevanz von Geschäftsbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231463