Mit der Niederlage bei Nikopolis im Jahre 1369 und spätestens durch die Eroberung Konstantinopels 1453, die das Ende des byzantinischen Reiches bedeutete, wurde der christlichen Gemeinschaft mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, dass die Osmanen zu einer ernsthaften Bedrohung geworden waren und für lange Zeit bleiben sollten. Die Menschen fühlten ihren Besitz bedroht und hatten Angst um ihr Leben.
In dieser Zeit und verstärkt nach der erfolglosen Belagerung Wiens durch Sultan Süleyman I., gab es mehr und mehr Dichter, die der Türkenthematik Raum in ihren Werken einräumten. Balthasar Mandelreiß, Peter von Renz oder auch Michel Beheim riefen in ihren Dichtungen zum Kampf gegen die Osmanen auf. Sie forderten die christliche Bevölkerung auf, innere Streitigkeiten und Kriege zu beenden, um mit der vereinten Macht der Christenheit den osmanischen Feind besiegen zu können. In der Realität herrschten allerdings viele innerchristliche Streitigkeiten und auch Probleme zwischen den Obrigkeiten der Kirche und des Adels machten ein geeintes Auftreten gegen den Feind unmöglich.
In den Texten der Zeit finden sich genaue Schilderungen über die, von den Osmanen begangenen, Grausamkeiten der Bevölkerung gegenüber und es wurden bestimmte Stereotypen aufgerufen. Auch Dramatiker wie Hans Sachs und Jakob Ayrer verarbeiteten die Türkenmotivik und schließlich entstanden auch einige Fastnachtspiele zum Thema.
Hier soll es nun um das Stück Des Turken Vasnachtspil vom Nürnberger Dichter Hans Rosenplüt gehen, bei dem das Bild der Türken auf den ersten Blick viel positiver erscheint als es zeittypisch der Fall war.
Inhalt
Einleitung
Kapitel 1: Fastnachtspiele
1.1 Der Ort
1.2 Die Spieler
1.3 Das Publikum
Kapitel 2: Zweck der Fastnachtspiele
2.1 Belustigung durch Obszönität
2.2 Belustigung durch Wiedererkennung
2.3 Belustigung durch Verkehrung
2.4 Moral und Belehrung
Kapitel 3: Des Turken Vasnachtspil
3.1 Einführung
3.2 Hans Rosenplüt
Kapitel 4: Analyse des Turken Vasnachtspils
Das Bild der Türken
Quellen
Literatur
Häufig gestellte Fragen
Wer war Hans Rosenplüt?
Hans Rosenplüt war ein Nürnberger Dichter des 15. Jahrhunderts, der vor allem für seine Fastnachtspiele und seine Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen bekannt war.
Welches Bild der Türken zeichnet Rosenplüt in seinem Spiel?
Im Gegensatz zu den zeittypischen Stereotypen von Grausamkeit erscheint das Bild der Türken bei Rosenplüt auf den ersten Blick überraschend positiv.
Was war der Zweck der Nürnberger Fastnachtspiele?
Sie dienten der Belustigung durch Obszönität, Wiedererkennung und Verkehrung, vermittelten aber oft auch moralische Belehrungen und Kritik an der Obrigkeit.
Warum war die "Türkengefahr" im 15. Jahrhundert ein großes Thema?
Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 wurden die Osmanen als ernsthafte Bedrohung für das christliche Europa wahrgenommen, was viele Dichter thematisierten.
Wie unterschied sich Rosenplüts Ansatz von anderen Dichtern?
Während viele zum Krieg gegen die Osmanen aufriefen, nutzte Rosenplüt die Figur des Türken oft als Spiegel, um die Missstände innerhalb der eigenen christlichen Gesellschaft zu kritisieren.
- Quote paper
- Bachelor Ramona Schilling (Author), 2012, Das Bild der Türken in "Des Turken Vasnachtspil" von Hans Rosenplüt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231184