Global ist seit geraumer Zeit eine zunehmende Bereitschaft zur Aufnahme regionaler Beziehungen zu verzeichnen. Dafür spricht die stetig gewachsene Zahl der, in den vergangenen Jahrzehnten beschlossenen, regionalen bzw. subregionalen ökonomischen und politischen Abkommen zwischen verschiedenen Ländern und Regionen. Zahlreiche regionale, über die Grenzen von National- und Territorialstaaten hinweg operierende Verbände, können zur Verdeutlichung dieses Trends angeführt werden: Beispielhaft sind EU, ASEAN, MERCOSUR, SADC, ECOWAS, GCC, NAFTA u.v.a. zu nennen. In diesem gewachsenen Bewusstsein der Notwendigkeit eines Ausbaus interregionaler Zusammenarbeit offenbart sich ein weltweites Bedürfnis, Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens zumaximieren. Als ursächlich für diese Entwicklung ist zum einen die sich im Zuge der Globalisierung ausweitende transnationale Vernetzung und Liberalisierung der Systeme, Gesellschaften und Märkte anzusehen. Hieraus resultiert in erster Linie eine verstärkte Erfordernis zu ökonomischer Zusammenarbeit, welche sich häufig als der Motor wachsender Kooperation erweist. Beim Aushandeln reziproker Interessen innerhalb der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nehmen jedoch zunehmend auchpolitische, militärische und sicherheitspolitische Fragen einen zentralen Raum ein. Mehr und mehr Staaten erkennen das Potential von inter- und intraregionaler Zusammenarbeit, umfassende Rechts- und Arbeitsgrundlagen bei überstaatlichen Transaktionen zu gewährleisten. Zum anderen stellt sich seit dem Ende der bipolaren Welt die Herausbildung einer neuen Weltordnung als globale Herausforderung dar. Auchvor diesem Hintergrund gewinnen regionale Organisationen in internationalen Beziehungen zunehmend an Bedeutung. Mehr Interdependenz und Kooperation unternationalen Akteuren treibt die Bildung internationaler Systeme voran. In diesem Kontext ermöglichen Regionalismus, Subregionalismus und Interregionalismus die Erschließung wichtiger Handlungsfelder bei der Schaffung einer neuen Ordnung.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema und Abgrenzung
1.1 Untersuchungs- und Erkenntnisziele
1.2 Inhalt und Aufbau
1.3 Forschungs- und Literaturstand
1.4 Begriffsbestimmung
2. Analyse der Grundlagen des Verbandes für regionale Zusammenarbeit in Südasien SAARC
2.1 Historischer Abriss: Die Entwicklung von den Vorverhandlungen bis zur Gründung der SAARC
2.2 Gründungsmotive und Ziele des strategischen Zusammenschlusses
2.3 Die strukturellen Grundlagen des Verbandes
2.3.1 Rechtsgrundlagen der SAARC
2.3.2 Organisatorische Struktur und Aufbau
2.3.3 Haushaltspolitik und Finanzen
3. Indogene und exogene Determinanten der regionalen Zusammenarbeit in Südasien
3.1 SAARC - Innenansicht eines heterogenen Zweckverbandes
3.1.1 Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den SAARC-Mitgliedsländern
3.1.2 Wirtschaftliche Ausgangslage bzw. ökonomische Entwicklung in den SAARC-Mitgliedsländern
3.2 Regionale Kontextfaktoren zwischen Mitgliedstaaten des Verbandes
3.2.1 Nationalismus und der Nationalstaat
3.2.2 Das politische Hegemoniestreben des Indiens
3.2.3 Wachsende sicherheits- und friedenspolitische Herausforderung: Der Kaschmir Konflikt
3.2.4 Andere bilaterale Konflikte
4. Handlungsfelder der Kooperation: Die Bilanz bisheriger Bemühungen
4.1 Überblick über bislang getroffene Kooperationsmaßnahmen
4.1.1 Kooperationsmaßnahmen auf administrativer Ebene
4.1.2 Kooperationsmaßnahmen auf der ‘ausführenden Ebene’
4.2 Bilanz der wirtschaftspolitischen Kooperation: Potenziale, Einschränkungen und politische Maßnahmen
4.3 Gemeinsamer Markt: Die SAARC Freihandelszone SAFTA - Ein Durchbruch?
5. Integrationsprozess in der EU: Ein Modell für die SAARC?
5.1 Theoretische Ansätze und Modelle zur Erklärung der regionalen Zusammenarbeit in Europa
5.1.1 Föderalismus/ Mehrebenenansätze (Supranationalismus)
5.1.2 Intergouvernementalismus
5.1.3.(Neo-) Funktionalismus
5.2 Relevanz der europäischen Ansätze für den Integrationsprozess der SAARC
6. Interregionale Kooperationen der SAARC
6.1 Zur Beschaffenheit und Bedeutung interregionaler Beziehungen
6.2 Kooperation zwischen EU und SAARC
6.2.1 Entwicklung der Kooperation
6.2.2 Kooperationsziele und -interessen in der Zusammenarbeit zwischen SAARC und EU
6.2.3 Schwerpunkte und Ergebnisse der interregionalen Zusammenarbeit zwischen SAARC und EU: Die Bilanz bisheriger Bemühungen
6.3 Kooperation mit den anderen regionalen und internationalen Organisationen
7. Schlussbemerkungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der erstarkenden transnationalen Kooperation am Beispiel der Region Südasien mit dem Fokus auf der SAARC und deren Kooperationsbeziehungen, insbesondere zur Europäischen Union, um Potenziale, Hemmnisse und Integrationsmöglichkeiten zu analysieren.
- Historische Genese und Entwicklung der SAARC
- Analyse der sozioökonomischen und politischen Determinanten der Mitgliedstaaten
- Evaluation wirtschaftspolitischer Kooperationsmaßnahmen und der SAFTA
- Vergleich mit europäischen Integrationstheorien als Modell für die SAARC
- Untersuchung der interregionalen Kooperationsbeziehungen zwischen SAARC und EU
Auszug aus dem Buch
1. Thema und Abgrenzung
Global ist seit geraumer Zeit eine zunehmende Bereitschaft zur Aufnahme regionaler Beziehungen zu verzeichnen. Dafür spricht die stetig gewachsene Zahl der, in den vergangenen Jahrzehnten beschlossenen, regionalen bzw. subregionalen ökonomischen und politischen Abkommen zwischen verschiedenen Ländern und Regionen. Zahlreiche regionale, über die Grenzen von National- und Territorialstaaten hinweg operierende Verbände, können zur Verdeutlichung dieses Trends angeführt werden: Beispielhaft sind EU, ASEAN, MERCOSUR, SADC, ECOWAS, GCC, NAFTA u.v.a. zu nennen. In diesem gewachsenen Bewusstsein der Notwendigkeit eines Ausbaus interregionaler Zusammenarbeit offenbart sich ein weltweites Bedürfnis, Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens zu maximieren.
Als ursächlich für diese Entwicklung ist zum einen die sich im Zuge der Globalisierung ausweitende transnationale Vernetzung und Liberalisierung der Systeme, Gesellschaften und Märkte anzusehen. Hieraus resultiert in erster Linie eine verstärkte Erfordernis zu ökonomischer Zusammenarbeit, welche sich häufig als der Motor wachsender Kooperation erweist. Beim Aushandeln reziproker Interessen innerhalb der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nehmen jedoch zunehmend auch politische, militärische und sicherheitspolitische Fragen einen zentralen Raum ein. Mehr und mehr Staaten erkennen das Potential von inter- und intraregionaler Zusammenarbeit, umfassende Rechts- und Arbeitsgrundlagen bei überstaatlichen Transaktionen zu gewährleisten. Zum anderen stellt sich seit dem Ende der bipolaren Welt die Herausbildung einer neuen Weltordnung als globale Herausforderung dar. Auch vor diesem Hintergrund gewinnen regionale Organisationen in internationalen Beziehungen zunehmend an Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema und Abgrenzung: Einleitung in das Thema Regionalismus mit Fokus auf die Relevanz der SAARC für die Region Südasien.
2. Analyse der Grundlagen des Verbandes für regionale Zusammenarbeit in Südasien SAARC: Historische Entwicklung, Zielsetzungen und strukturelle Basis der SAARC werden erläutert.
3. Indogene und exogene Determinanten der regionalen Zusammenarbeit in Südasien: Analyse der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie regionaler Konflikte, die den Integrationsprozess beeinflussen.
4. Handlungsfelder der Kooperation: Die Bilanz bisheriger Bemühungen: Darstellung und Bewertung konkreter Kooperationsmaßnahmen sowie der wirtschaftspolitischen Bestrebungen wie der SAFTA.
5. Integrationsprozess in der EU: Ein Modell für die SAARC?: Untersuchung, ob und inwieweit europäische Integrationstheorien auf die SAARC übertragbar sind.
6. Interregionale Kooperationen der SAARC: Analyse der Beziehungen der SAARC zu anderen Organisationen, insbesondere der intensiven Kooperation mit der Europäischen Union.
7. Schlussbemerkungen und Ausblick: Resümierende Betrachtung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Perspektiven der regionalen Zusammenarbeit in Südasien.
Schlüsselwörter
SAARC, Südasien, Regionale Zusammenarbeit, Integration, EU-SAARC-Kooperation, SAFTA, Entwicklungspolitik, Regionalismus, Interregionalismus, Wirtschaftliche Kooperation, Indien, Pakistan, Sicherheitspolitik, Armutsbekämpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Magisterarbeit befasst sich mit dem südasiatischen Verband für regionale Zusammenarbeit (SAARC) und analysiert dessen Geschichte, Struktur sowie die Bilanz der bisherigen Integrationsbemühungen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die historischen Grundlagen, die sozioökonomischen Bedingungen der Mitgliedstaaten, die Analyse interregionaler Beziehungen, insbesondere zur EU, sowie die Herausforderungen durch regionale Konflikte und das indische Hegemoniestreben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der SAARC sowie den politischen Willen der Mitgliedsländer zu bewerten und zu untersuchen, ob der europäische Integrationsprozess als Modell für die südasiatische Zusammenarbeit dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer retrospektiven Analyse der SAARC-Genese, einer Auswertung von Forschungsliteratur sowie einem vergleichenden Ansatz, der Theorien der europäischen Integration auf die Gegebenheiten in Südasien anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Grundlagen, die Untersuchung indogener und exogener Determinanten, die Bilanz bisheriger Handlungsfelder, die theoretische Gegenüberstellung mit europäischen Modellen sowie die Analyse interregionaler Kooperationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen SAARC, Regionale Zusammenarbeit, Südasien, Integration, EU-Kooperation, SAFTA, sowie die sozioökonomische Entwicklung in der Region.
Welche Rolle spielt Indien für die SAARC?
Indien nimmt aufgrund seiner geographischen und wirtschaftlichen Größe eine dominante Stellung ein, was bei kleineren Mitgliedstaaten Ängste vor Dominanz schürt und laut Autor die regionale Integration erschwert.
Warum wird die Kooperation mit der EU in der Arbeit thematisiert?
Die EU dient als Vergleichsmodell, da sie über jahrzehntelange Erfahrung verfügt und die Arbeit untersuchen will, ob dieses Modell für den SAARC-Raum adaptierbar ist oder Unterstützung bei der Bewältigung regionaler Krisen bieten kann.
- Quote paper
- Sohel Ahmed (Author), 2003, Der südasiatische Verband für regionale Zusammenarbeit SAARC: Geschichte und Bilanz unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation mit der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23060