Seit einigen Jahren wird in Deutschland verstärkt über die Probleme des Sozialsystems diskutiert. Vor allem die soziale Absicherung im Alter sorgt für Beunruhigung. Eine Diskrepanz die durch die massenmediale Berichterstattung aufgegriffen und intensiviert wird. Das Hauptmerkmal der Medienanstalten und Verlage: Die Kinderlosigkeit Deutschlands, die ausschlaggebend für den demografischen Wandel der Bevölkerung sei. Allen voran der SPIEGEL. In dem Artikel „Land ohne Lachen“ macht eins der führenden Leitmedien Deutschlands die Kinderlosen für den demografischen Wandel verantwortlich und stellt die Frage, ob „Frauen in den Gebärstreik [...] oder die Männer in den Zeugungsstreik“ getreten sind.
In dieser Arbeit soll der demografische Wandel mit der Kinderlosigkeit gegenübergestellt werden. So soll aufgezeigt werden, ob es gerechtfertigt ist, Kinderlosen die Schuld an einer immer älter werdenden Bevölkerung zu geben.
Gliederung
1. Einleitung: Die aktuelle Bedeutung der Thematik: Der mediale Diskurs
2. Historische und soziale Gründe der Kinderlosigkeit
2.1 Historische Ursachen
2.2 Soziale Ursachen
3. Unpräzise Verfahren zur Auswertung von Kinderlosigkeit in Deutschland
3.1 Mikrozensus
3 „Family and Fertility Survey“ des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung
3.3 Perinatalstatistik der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung
4. V e r g l e i c h d e r M e t h o d e n d e s B u n d e s i n s t i t u t s f ü r Bevölkerungsforschung
5. Kinderlosigkeit und Geburtenrückgang - Ein und dasselbe Problem?
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Sind Kinderlose schuld am demografischen Wandel?
Die Arbeit untersucht kritisch den medialen Diskurs, der Kinderlose oft für die Probleme des Sozialsystems verantwortlich macht, und hinterfragt diese Schuldzuweisung.
Was sind die Ursachen für Kinderlosigkeit in Deutschland?
Es werden sowohl historische Gründe als auch soziale Faktoren wie veränderte Lebensentwürfe und wirtschaftliche Rahmenbedingungen analysiert.
Wie wird Kinderlosigkeit statistisch erfasst?
Die Arbeit kritisiert unpräzise Verfahren wie den Mikrozensus oder den „Family and Fertility Survey“ und vergleicht deren Methoden.
Ist Kinderlosigkeit dasselbe wie Geburtenrückgang?
Nein, die Arbeit differenziert zwischen dem bewussten Verzicht auf Kinder und dem allgemeinen Rückgang der Geburtenrate in der Bevölkerung.
Welche Rolle spielen die Medien in dieser Debatte?
Medien wie „Der Spiegel“ prägen durch Begriffe wie „Gebärstreik“ das Bild einer kinderlosen Gesellschaft und verstärken die Beunruhigung über das Sozialsystem.
- Citation du texte
- Alexander Soth (Auteur), 2012, Kinderlosigkeit in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230569