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Code-Switching und Sprachkontakt am Beispiel des Elsass und Lothringens

Title: Code-Switching und Sprachkontakt am Beispiel des Elsass und Lothringens

Seminar Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Horn Brigitte (Author)

French Studies - Linguistics
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Der Begriff „Code Switching“ kommt aus dem Englischen. Das Verb to switch bedeutet soviel wie wechseln, um - oder austauschen. Da es keine einheitliche Definition dieses Begriffes gibt, ist es etwas schwierig, das Thema Code-Switching zu bearbeiten. In der vorliegenden Arbeit stütze ich mich auf unser Referat vom 16.7. diesen Jahres, in welchem wir Code Switching als das Verwenden von mehr als einer sprachlichen Varietät, sei dies nun eine eigene Sprache oder ein Dialekt, im Laufe ein und derselben Konversation definiert haben. Code-switching kann sich auf verschieden große sprachliche Einheiten beziehen wie zum Beispiel ganze Sätze und Satzteile, aber auch auf einzelne Wörter, Ausrufe oder nicht übersetzbare idiomatische Wendungen. Wird eine zweite Sprache jedoch nur für einzelne Wörter benutzt, kann es sich hierbei allerdings auch um sogenannte „borrowings“ handeln. Borrowings sind Entlehnungen aus einer anderen sprachlichen Varietät. Ob es sich jeweils um Code switching oder borrowing handelt, lässt sich am Grad der phonologischen und morphosyntaktischen Integration der Elemente aus der embedded language in die Matrix language feststellen.

Damit Code switching funktionieren kann, sollten alle Teilnehmer der Konversation in ausreichendem Maße über Kenntnisse beider Sprachen verfügen und zwar sowohl hinsichtlich der Grammatik als auch des Vokabulars. Deshalb findet Code Switching hauptsächlich bei der Konversation bi- oder multilingualer Individuen statt, wie zum Beispiel im Elsass und in Lothringen. Durch die Grenznähe und aufgrund der Geschichte ist es dort zu einem engen Sprachkontakt zwischen dem Französischen und dem Deutschen gekommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsmethoden zum Thema Code Switching

3. Bilingualismus im Elsass und in Lothringen

4. Code-Switching und Sprachwahl aus soziologischem Blickwinkel

4.1. Sozio-ökonomische Faktoren

4.2. Sozio-kuturelle Faktoren

4.3. Situational Switching

4.4. Metaphorical Switching

5.Conclusio

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene des Code-Switching und des Sprachkontakts in den Grenzregionen Elsass und Lothringen. Das Hauptziel ist die Analyse der soziologischen Faktoren, die den Sprachgebrauch und die Sprachwahl zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Französisch bestimmen.

  • Definition und theoretische Einordnung von Code-Switching, Borrowing und Code Shifting.
  • Untersuchung der Forschungsmethodik für bilinguale Sprachanalysen.
  • Analyse der sprachlichen Situation und Diglossie im Elsass und in Lothringen.
  • Einfluss sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Faktoren auf die Sprachwahl.
  • Situative und metaphorische Aspekte des Sprachwechsels in der täglichen Kommunikation.

Auszug aus dem Buch

2. Forschungsmethoden zum Thema Code Switching

Es gibt verschiedene Methoden, den Forschungsgegenstand Code Switching oder das Sprachverhalten bi- beziehungsweise multilingualer Individuen und Gruppen zu untersuchen. Hierzu können entweder Befragungen mittels Fragebögen durchgeführt werden oder aufgezeichnete, gesprochene Texte untersucht werden.

An gesprochenen Texten ist das freie Gespräch „in natürlicher Umgebung und ohne verzerrende Einflussfaktoren“ (Maurer 2002: 71) natürlich der Idealfall. Aus wissenschaftlichem Blickwinkel bietet sich hier die verdeckte Sprachaufnahme an. Verdeckte Sprachaufnahme heißt bei Maurer, dass Gespräche mitgeschnitten werden, ohne dass die Gesprächsteilnehmer sich dessen bewusst sind, dass sie aufgenommen werden. Vom ethischen Standpunkt her ist dies jedoch diskutabel. Deshalb wird das Aufnahmegerät häufig zum verzerrenden Faktor. Wenn bekannt ist, dass Gespräche aufgenommen werden, beeinflusst dies häufig die Spontaneität. Allerdings gerät das Aufnahmegerät immer mehr in Vergessenheit, je länger die Versuchspersonen diskutieren, ohne ständig auf die Präsenz des Gerätes aufmerksam gemacht zu werden. (vgl. Maurer 2002: 71ff). Bei gelenkten Gesprächen werden die Diskussionsthemen oder Gegenstände der jeweiligen Unterhaltung festgelegt (vgl. Maurer 2002: 67). Dadurch lässt sich gut untersuchen, inwieweit unterschiedliche Sprecher aus ein- und derselben Sprachgruppe unterschiedlich switchen, wenn es um die gleichen Themen geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff Code-Switching als Verwendung mehrerer sprachlicher Varietäten innerhalb einer Konversation und grenzt ihn von Borrowings ab.

2. Forschungsmethoden zum Thema Code Switching: Diskutiert die Vor- und Nachteile verschiedener Erhebungsmethoden wie verdeckte Sprachaufnahmen, gelenkte Gespräche und Fragebögen.

3. Bilingualismus im Elsass und in Lothringen: Beleuchtet die komplexe sprachliche Realität der Region, die durch ein Zusammenspiel von Dialekt, Hochdeutsch und Französisch geprägt ist.

4. Code-Switching und Sprachwahl aus soziologischem Blickwinkel: Analysiert den Sprachgebrauch unter Berücksichtigung sozialer Positionen und externer Kontexte.

4.1. Sozio-ökonomische Faktoren: Untersucht den Einfluss von Berufsstrukturen und wirtschaftlichen Veränderungen auf den Erhalt regionaler Dialekte.

4.2. Sozio-kuturelle Faktoren: Erläutert, wie Prestige, Generationenzugehörigkeit und Medieneinflüsse die individuelle Sprachwahl beeinflussen.

4.3. Situational Switching: Beschreibt den Sprachwechsel in Abhängigkeit von spezifischen sozialen Situationen und Institutionen.

4.4. Metaphorical Switching: Untersucht die strategische Wahl einer Sprache zur Erreichung persönlicher Kommunikationsziele.

5.Conclusio: Fasst die Erkenntnisse zusammen und prognostiziert eine abnehmende Relevanz des Dialekts durch den gesellschaftlichen Wandel.

6. Bibliographie: Listet die verwendete Fachliteratur zur Kontaktlinguistik und zu den regionalen Sprachstudien auf.

Schlüsselwörter

Code-Switching, Sprachkontakt, Elsass, Lothringen, Diglossie, Bilingualismus, Soziolinguistik, Dialekt, Borrowing, Situational Switching, Metaphorical Switching, Sprachwahl, Regionalismus, Kontaktlinguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse von Sprachwechseln (Code-Switching) und den komplexen Sprachkontaktphänomenen in den deutsch-französischen Grenzregionen Elsass und Lothringen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Code-Switching, die soziologische Untersuchung der Sprachwahl sowie die Auswirkungen von sozio-ökonomischen und kulturellen Faktoren auf das Sprachverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darlegung der aktuellen Sprachsituation, um aufzuzeigen, wie Sprecher zwischen Dialekt, Hochsprache und Französisch in Abhängigkeit von sozialen Kontexten navigieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener linguistischer Studien basiert, um unterschiedliche Forschungsansätze und Ergebnisse zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Forschungsmethodik, die spezifische Situation im Elsass und in Lothringen sowie eine detaillierte soziologische Betrachtung von Faktoren, die das "Situational" und "Metaphorical Switching" bestimmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Code-Switching, Soziolinguistik, Diglossie und Sprachkontakt definieren.

Wie beeinflussen sozio-ökonomische Faktoren den Dialekterhalt in Lothringen?

Der Text zeigt auf, dass beispielsweise der Bergbau und die gesellschaftliche Stellung des Bergmanns historisch zur Stärkung des Dialekts beigetragen haben, während der Strukturwandel zum Tertiärsektor den Dialekt heute eher schwächt.

Welche Rolle spielt die Generation bei der Sprachwahl im Elsass?

Die Forschung zeigt, dass die ältere Generation den Dialekt stärker nutzt, während Jugendliche auch in informellen Situationen zunehmend zum Französischen tendieren, was den langfristigen Rückgang der Regionalsprache begünstigt.

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Details

Title
Code-Switching und Sprachkontakt am Beispiel des Elsass und Lothringens
College
University of Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Course
PS: Konversationsanalyse für Romanisten
Grade
1,3
Author
Horn Brigitte (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V23040
ISBN (eBook)
9783638262446
Language
German
Tags
Code-Switching Sprachkontakt Beispiel Elsass Lothringens Konversationsanalyse Romanisten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Horn Brigitte (Author), 2003, Code-Switching und Sprachkontakt am Beispiel des Elsass und Lothringens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23040
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