Die moderne Leistungsgesellschaft verlangt den Menschen immer mehr Kompetenzen und Fähigkeiten ab, sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag. In allen Schultypen begegnet man Schülern, die dem Leistungsdruck nicht mehr standhalten. Darunter leiden nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern, die solchen Herausforderungen meist nicht gewachsen sind. Ein Kreislauf, dem viele Betroffene nicht entfliehen können.
Doch oft ist das größte Problem des Klienten die Unfähigkeit, mit dem Problem an sich um-zugehen und es aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Der systemische Beratungsan-satz, mit dem sich die vorliegende Seminararbeit beschäftigt, öffnet dem Klienten neue Sich-ten und Perspektiven und verhilft ihm so zur Selbsthilfe – nach dem Motto: von einem Prob-lem-Zustand zu einem Nicht-Problem-Zustand gelangen.
Die Seminararbeit trägt einen deskriptiven Charakter und verfolgt das Ziel, auf Basis der dar-gestellten theoretischen und praktischen Grundlagen, den systemischen Beratungsansatz zu beleuchten und die Relevanz der systemischen Beratung als eine Form der Hilfe zur Selbsthil-fe aufzuzeigen. Es soll folgenden zentralen Fragen nachgegangen werden:
1. Was ist „systemisch“ an der systemischen Beratung?
2. Was sind die Besonderheiten der systemischen Beratung?
3. Welche Handlungsmöglichkeiten eröffnet ein systemischer Beratungsansatz?
4. Welche Rolle kommt dem Berater dabei zu?
Diese vier zentralen Fragen liefern den Handlungsrahmen für die vorliegende Arbeit und werden implizit abgehandelt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Geschichte der systemischen Beratung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff System
2.2 Strukturmerkmale von sozialen Systemen
2.3 Das Konzept der Autopoiese
2.4 Systemische Weltanschauung: der Konstruktivismus
2.5 Das systemische Problemverständnis
3 Praxis
3.1 Handlungsleitende Prinzipien und Grundhaltungen
3.2 Phasen der systemischen Beratung
3.3 Systemische Interventionen
3.4 Anwendungsbereiche
4 Kritische Bemerkungen
5 Schlussbetrachtung
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kernprinzip der systemischen Beratung?
Das Kernprinzip ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es geht darum, den Klienten zu befähigen, neue Perspektiven einzunehmen und eigene Lösungen für seine Probleme zu finden.
Was bedeutet „systemisch“ in diesem Zusammenhang?
Systemisch bedeutet, dass der Einzelne nicht isoliert, sondern immer als Teil eines sozialen Systems (z. B. Familie, Arbeitsplatz) betrachtet wird, in dem alle Elemente wechselseitig aufeinander einwirken.
Welche Rolle spielt der Konstruktivismus in der systemischen Beratung?
Der Konstruktivismus geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Die Beratung nutzt dies, um starre Sichtweisen aufzubrechen und neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
Was versteht man unter Autopoiese?
Autopoiese beschreibt die Eigenschaft von Systemen, sich selbst aus ihren eigenen Elementen heraus zu reproduzieren und zu erhalten.
Welche Aufgabe hat der Berater in einem systemischen Prozess?
Der Berater fungiert als neutraler Prozessbegleiter, der durch gezielte Interventionen und Fragen Impulse gibt, ohne fertige Lösungen vorzugeben.
- Arbeit zitieren
- M.A., B.A. Natalia Lemdche (Autor:in), 2011, Systemische Beratung. Theorie und Praxis der Hilfe zur Selbsthilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230400