Das richtige Timing scheint sehr wesentlich zu sein, sogar für Regierungsgeschäfte. Man könnte nun, absolut nicht wissenschaftlich annehmen, wenn Timing für Regierungsgeschäfte von so großer Bedeutung ist, dass es für die Finanzwelt nicht minder wichtig ist. Die vorliegende Arbeit wird darauf keine Antwort geben können, aber zumindest dem Leser einen Überblick über die Bedeutung des Timings im Rechnungslegungsprozess verschaffen.
Die Zeit ist eines der wesentlichsten Themen für Unternehmen: Produktionszeiten müssen kurz sein, Lieferzeiten ebenfalls, es muss stets zeitpunktgenau geleistet werden und egal ob Mitarbeiter, Manager oder Anteilseigner, sie alle haben etwas gemeinsam: keine Zeit.
Im Folgenden wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit eines Landes und dem zeitlichen Abstand zwischen dem fiskalischen Jahresabschluss und der Veröffentlichung der Unternehmenskennzahlen besteht. Timing ist somit auch Thema dieser Untersuchung. Bereits ohne Einbeziehung von empirischen Untersuchungen kann festgehalten werden, dass unterschiedliche Kulturen unterschiedlich „schnell“ sind. Insbesondere in aktuellen politischen Diskussionen (z.B. Eurokrise) wurde häufig von den nicht am Effizienzmaximum arbeitenden Südeuropäern gesprochen oder von den so äußerst korrekten Nordeuropäern. Die Psychologen Robert Levine und Ara Norenzayan haben 1999 in einer Untersuchung über die Geschwindigkeiten des Lebens in 31 Ländern ein Maß entwickelt, welches die Geschwindigkeit eines Landes quantifiziert. Diese Studie ist Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit. In Kapitel 3 wird auf die Details der Untersuchung von Levine und Norenzayan genauer eingegangen und ihre Ergebnisse erläutert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Rechnungslegung
- Begriffliche Abgrenzung
- Relevanz für Investitionsentscheidungen
- Literaturüberblick
- Der Einfluss negativer Unternehmenskennzahlen
- Weitere Einflussfaktoren auf das Reporting Lag
- Auswirkungen des Reporting Lag auf die Kursentwicklung
- Sonstige Forschungsschwerpunkte
- The Pace of Life
- Der Rhythmus des Lebens - die Ausgangsstudie
- Levine•s/Norenzayan • s Untersuchungsdesgin
- Levine•s/Norenzayan • s Methodik
- Eine Landkarte der Zeit - die Ergebnisse
- Der Rhythmus des Lebens - die Ausgangsstudie
- Untersuchung
- Hypothesen
- Univariate Statistik
- Multivariate Statistik
- Korrelationsanalyse
- Lineare Regressionsanalyse
- Fazit
- Quellenverzeichnis
- Literatur
- Regelwerke
- Anhang
- Weiterführende Tabelle
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Einfluss des „Pace-of-Life" auf die Größe des Reporting Lag im Rechnungslegungsprozess. Sie untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit eines Landes und dem zeitlichen Abstand zwischen dem fiskalischen Jahresabschluss und der Veröffentlichung der Unternehmenskennzahlen besteht.
- Der „Pace-of-Life" als sozio-kultureller Faktor im Rechnungslegungsprozess
- Der Einfluss des „Pace-of-Life" auf das Reporting Lag
- Die Rolle von Unternehmensgröße und Profitabilität im Zusammenhang mit dem Reporting Lag
- Empirische Analyse des „Pace-of-Life" und des Reporting Lags in verschiedenen Ländern
- Bewertung der Ergebnisse und Implikationen für die Rechnungslegungspraxis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Forschungsgegenstand und die Relevanz der Arbeit vor. Sie beleuchtet die Bedeutung von Timing im Rechnungslegungsprozess und führt den „Pace-of-Life" als ein mögliches Kriterium für kulturelle Unterschiede im Veröffentlichungsverhalten von Unternehmen ein.
Kapitel 2 definiert den Begriff der Rechnungslegung und erläutert dessen Bedeutung für Investitionsentscheidungen. Es bietet einen umfassenden Überblick über die aktuelle Forschung zum Reporting Lag, wobei verschiedene Einflussfaktoren wie negative Unternehmenskennzahlen, Unternehmensgröße und die Komplexität der Rechnungslegung beleuchtet werden.
Kapitel 3 stellt die Ausgangsstudie von Levine und Norenzayan (1999) zum „Pace-of-Life" in verschiedenen Ländern vor. Es beschreibt das Untersuchungsdesign, die Methodik und die wichtigsten Ergebnisse der Studie, welche den Overall Pace Index als ein objektives Maß für die Geschwindigkeit einer Gesellschaft definiert.
Kapitel 4 untersucht den Zusammenhang zwischen dem Overall Pace Index und der Größe des Reporting Lag. Es werden Hypothesen aufgestellt und mit Hilfe von uni- und multivariaten statistischen Verfahren geprüft. Die Ergebnisse der Korrelations- und Regressionsanalyse werden diskutiert und in Bezug auf die vorherigen Forschungsergebnisse gesetzt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den „Pace-of-Life", das Reporting Lag, die Rechnungslegung, die Unternehmensgröße, die Profitabilität und die kulturellen Unterschiede in der Rechnungslegungspraxis. Die Arbeit untersucht den Einfluss des „Pace-of-Life" auf das Reporting Lag und analysiert empirische Daten aus verschiedenen Ländern, um den Zusammenhang zwischen diesen Faktoren zu beleuchten.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem "Reporting Lag"?
Es ist der zeitliche Abstand zwischen dem Ende des Geschäftsjahres und der tatsächlichen Veröffentlichung des Jahresabschlusses eines Unternehmens.
Was ist die "Pace of Life"-Studie?
Eine Untersuchung von Levine und Norenzayan (1999), die die Lebensgeschwindigkeit in 31 Ländern anhand von Gehgeschwindigkeit und Arbeitstempo quantifizierte.
Beeinflusst die Kultur die Geschwindigkeit der Rechnungslegung?
Die Arbeit untersucht die Hypothese, dass Unternehmen in Ländern mit einem höheren "Pace of Life" ihre Zahlen schneller veröffentlichen.
Welchen Einfluss haben negative Kennzahlen auf das Reporting Lag?
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen bei schlechten Nachrichten die Veröffentlichung oft hinauszögern.
Warum ist das Timing für Investoren wichtig?
Schnellere Informationen reduzieren Unsicherheiten am Kapitalmarkt und beeinflussen die Kursentwicklung unmittelbar.
- Quote paper
- Florian Kern (Author), 2013, "The Pace of Life" im Rechnungslegungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215806