Viele Krankenkassen werben mit Bonusprogrammen und Slogans wie: „Vorbeugen ist besser als Heilen“1. Damit sollen die Menschen motiviert werden beispielsweise mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren. Der Soziologe Michel Foucault behandelt in seinem Werk „Der Wille zum Wissen“2 unter anderem die Thematik der Bio-Macht. Diese soll eine weitere Modifikation der Macht in Staat und Gesellschaft darstellen. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass sich die Theorie der Bio-Macht sehr wohl auf aktuelle Beispiele übertragen lässt. Dies soll mit Hilfe dieser Theorie und dem Begriff der Disziplinierung dargestellt werden. Die zwei Pole, welche sich um den Begriff der Bio-Macht bilden, lassen sich am oben genannten Beispiel von Bonusprogrammen in Versicherungen nachweisen. Es soll gezeigt werden, wie sich die Theorie der Bio-Macht in unserer Gesellschaft integriert. Jedoch soll keineswegs bewiesen werden, dass diese Art der Machtausübung als Modell dafür geeignet ist, die Gesellschaft zu regieren. Das Modell der Bio-Macht ist in unserer Gesellschaft vorhanden und kann anhand des genannten Beispiels beschrieben werden. Im Folgenden wird nun zunächst die Theorie der Bio-Macht, sowie der Begriff der Disziplin nach Foucault erläutert, um anschließend aufzuzeigen, dass das soeben genannte Modell nicht dazu geeignet ist, die gesamte Gesellschaft zu regieren. Dann werden die Prinzipien der Bio-Macht auf das Beispiel von Bonusprogrammen der Krankenkassen übertragen, sodass deutlich wird, dass die Theorie der Bio-Macht zwar greift, jedoch nicht zur Regierung einer Gesellschaft geeignet ist.
Viele Krankenkassen werben mit Bonusprogrammen und Slogans wie: „Vorbeugen ist besser als Heilen“[1]. Damit sollen die Menschen motiviert werden beispielsweise mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren. Der Soziologe Michel Foucault behandelt in seinem Werk „Der Wille zum Wissen“[2] unter anderem die Thematik der Bio-Macht. Diese soll eine weitere Modifikation der Macht in Staat und Gesellschaft darstellen. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass sich die Theorie der Bio-Macht sehr wohl auf aktuelle Beispiele übertragen lässt. Dies soll mit Hilfe dieser Theorie und dem Begriff der Disziplinierung dargestellt werden. Die zwei Pole, welche sich um den Begriff der Bio-Macht bilden, lassen sich am oben genannten Beispiel von Bonusprogrammen in Versicherungen nachweisen. Es soll gezeigt werden, wie sich die Theorie der Bio-Macht in unserer Gesellschaft integriert. Jedoch soll keineswegs bewiesen werden, dass diese Art der Machtausübung als Modell dafür geeignet ist, die Gesellschaft zu regieren. Das Modell der Bio-Macht ist in unserer Gesellschaft vorhanden und kann anhand des genannten Beispiels beschrieben werden. Im Folgenden wird nun zunächst die Theorie der Bio-Macht, sowie der Begriff der Disziplin nach Foucault erläutert, um anschließend aufzuzeigen, dass das soeben genannte Modell nicht dazu geeignet ist, die gesamte Gesellschaft zu regieren. Dann werden die Prinzipien der Bio-Macht auf das Beispiel von Bonusprogrammen der Krankenkassen übertragen, sodass deutlich wird, dass die Theorie der Bio-Macht zwar greift, jedoch nicht zur Regierung einer Gesellschaft geeignet ist.
Die Begriffe Disziplinierung und Bio-Macht nehmen bei Foucault eine zentrale Rolle ein. Disziplin wird als das „[…] Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensweisen […]“[3] beschrieben. Foucault differenziert diesen Begriff an dieser Stelle sehr deutlich. Seiner Ansicht nach, spiegelt die Disziplin eine „[…] spezifische Technik der Macht […]“[4] wieder. Ähnlich wie bei seinen Ausführungen zum Panopticon, sieht er in der Bio-Macht die Methode des Erziehens durch Disziplinierung. Weder das Panopticon noch die Bio-Macht darf als ein Modell gesehen werden, welches Foucault versucht in die Gesellschaft zu integrieren. Er versucht lediglich aufzuzeigen, dass diese Theorien in unserer Gesellschaft vertreten und integriert sind.
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[1] Vgl. dazu den Beitrag: Weiß, Sarah: „Prävention oder doch nur Etikettenschwindel?“, online unter: http://www.swr.de/swr2/wissen/bonusprogramme/--‐/id=661224/nid=661224/did=9186642/16mylts/
index.html. [Stand: 2012-11-24].
[2] Vgl. Titel: Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit, übersetzt von Ulrich Raulff(u.a.), Bd.1, Frankfurt am Main 1977.
[3] Vgl.: http://www.duden.de/rechtschreibung/Disziplin. [Stand: 2012-12-11].
[4] Vgl. dazu: Steger, Martin: Foucault - Eine gewichtete Kurzzusammenfassung, S. 1, online unter: http://homepage.univie.ac.at/martin.steger/foucaultdeleuze.pdf. [Stand:2012-12-11].
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Michel Foucault unter dem Begriff "Bio-Macht"?
Bio-Macht ist eine Form der Machtausübung, die auf die Verwaltung, Regulierung und Disziplinierung des Lebens und des Körpers der Bevölkerung abzielt.
Wie lässt sich die Theorie der Bio-Macht auf Krankenkassen übertragen?
Bonusprogramme von Krankenkassen, die gesundes Verhalten belohnen, wirken als Disziplinierungsinstrumente, die den Einzelnen dazu motivieren, seinen Körper gemäß gesellschaftlicher Normen zu optimieren.
Was bedeutet "Disziplinierung" in Foucaults Werk?
Disziplinierung ist eine Technik der Macht, die Individuen durch Überwachung und die Einhaltung bestimmter Verhaltensvorschriften erzieht und formt.
Ist Bio-Macht laut Foucault ein geeignetes Modell zur Regierungsführung?
Foucault beschreibt die Bio-Macht als ein in der Gesellschaft vorhandenes Phänomen, sieht sie jedoch nicht zwangsläufig als ein ideales Modell an, um eine gesamte Gesellschaft zu regieren.
Welches Werk Foucaults bildet die Grundlage dieser Analyse?
Die Arbeit stützt sich primär auf das Werk „Der Wille zum Wissen“ (Sexualität und Wahrheit, Band 1).
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- Falk Köhler (Author), 2012, Michel Foucaults 'Der Wille zum Wissen': Die Biomacht in Krankenkassen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215569