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Das Determinativkompositum

Title: Das Determinativkompositum

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1

Autor:in: Carsten Knobloch (Author)

Speech Science / Linguistics
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Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, zu bestimmen, wie viele Wörter die deutsche Gegenwartssprache umfasst. Der Duden beziffert schätzungsweise „dreihundert- bis vierhunderttausend Wörter[n]" 1 , während die Wahrig - Grammatik zur deutschen Sprache von ungefähr „400 000 bis 500 000 Wörter[n]" 2 ausgeht. Bereits diese Differenz, die immerhin einen Spielraum von 200 000 Wörtern offen lässt, zeigt, dass der Wortschatz der deutschen Sprache kaum zahlenmäßig zu definieren ist. Zu diesem allgemeinsprachlichen Wortschatz könnte man noch fast ebenso viele Wörter der Fachsprachen (Jura, Medizin, Ingenieurswesen, etc.) hinzu zählen, so dass man eine Zahl vermuten könnte, die nicht mehr weit von der Million entfernt wäre. 3

Die Problematik, einen vollständigen Wortschatz der deutschen Sprache zu definieren, wird dadurch verstärkt, dass Sprache kein statisches Gebilde ist. Die Sprachgemeinschaft muss ihren Wortschatz ständig an neue Ausdrucksbedürfnisse und geänderte Lebensumstände anpassen. Hier kann man zwei Vorgänge unterscheiden:

1. Wörter können außer Gebrauch geraten. Bezeichnungen für Dinge und Gegenstände zum Beispiel, die nicht mehr Bestandteil des Alltagsleben sind, können mit der Zeit auch aus der Alltagssprache verschwinden oder aus der Mode geraten. Dieser Vorgang geschieht nicht plötzlich, sondern oft fast unbemerkt. Seitdem der „Rechenschieber" vom „Taschenrechner" auf dem Schreibtisch verdrängt wurde, ereilt ihn das gleiche Schicksal auch im deutschen Sprachgebrauch.

2. Der Vorgang, den man im Allgemeinen weniger schleichend beobachten kann, ist sicherlich die Erweiterung des Wortschatzes: Benennung neuer Gegenstände, sprachliche Ökonomie oder Wunsch nach Ausdrucksvariation sind einige der Motive aus denen neue Wörter entstehen. 4 Neben Neuschöpfungen und Lehn- bzw. Fremdwörtern (z.B. „chic" als Fremdwort und „schick" als Lehnwort) ist der Komplex der Wortbildung der wohl wichtigste Bereich, der neue Wörter bildet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wortbildung

2. Das Determinativkompositum und seine Struktur

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Determinans

2.3 Determinatum

3. Glieder der Determinativkomposita

3.1 Zweigliedrige Determinativkomposita

3.2 Dreigliedrige Determinativkomposita

3.3 Vielgliedrige Determinativkomposita

4. Determinativkomposita mit substantivischem Grundwort

4.1 Determinativkomposita des Typs „Substantiv + Substantiv“

4.1.1 „Substantiv + Substantiv“ - Komposita ohne Fugenelemente

4.1.2 „Substantiv + Substantiv“ - Komposita mit Fugenelementen

4.1.3 Beziehung zwischen Determinans und Determinatum beim Substantivkompositum

4.1.4 Bewertung der „Substantiv + Substantiv“ – Konstruktionen

4.2 Determinativkomposita des Typs „Verb + Substantiv“

4.2.1 „Verb + Substantiv“ – Konstruktionen ohne Fugenelement

4.2.2 „Verb + Substantiv“ – Konstruktionen mit Fugenelement

4.2.3 Beziehung zwischen Determinans und Determinatum beim „Verb + Substantiv“ – Kompositum

4.2.4 Bewertung der „Verb + Substantiv“ – Konstruktionen

4.3. „Adjektiv + Substantiv“ – Konstruktionen

5. Determinativkomposita mit adjektivischem Grundwort

6. Possessivkomposita als Sonderform des Determinativkompositums

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Determinativkompositum als zentrales Wortbildungselement der deutschen Gegenwartssprache. Ziel ist es, die strukturelle Beschaffenheit, die unterschiedlichen Typen sowie die funktionalen Aspekte dieser Kompositionsform detailliert zu analysieren und ihre Bedeutung für die deutsche Sprache zu beleuchten.

  • Strukturelle Analyse von Determinativkomposita (Determinans und Determinatum)
  • Klassifizierung nach Gliedzahl und den beteiligten Wortarten
  • Untersuchung von Fugenelementen und deren rhythmischer/historischer Funktion
  • Bewertung der ökonomischen und präzisen Ausdrucksfunktion dieser Wortbildungen
  • Abgrenzung von Sonderformen wie dem Possessivkompositum

Auszug aus dem Buch

4.1.4. Bewertung der „Substantiv + Substantiv“ - Konstruktionen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Substantiv-Substantiv-Kompositum zunächst recht ungenau erscheint. „Erkennbare Bedingung scheint nur zu sein, daß ein (einfaches oder selbst zusammengesetztes oder abgeleitetes) Substantiv artikellos und im allgemeinen nicht eindeutig kategorial (hinsichtlich Numerus, Kasus, Genus) festgelegt vor ein anderes treten kann und dann inhaltliche Merkmale hinzubringt, die den Begriffsumfang des folgenden Grundwortes einschränken und das Bezeichnete als Sonderart der grundwörtlich genannten Gattung charakterisieren(...)“18.

Diese Ungenauigkeit ist Problem und Vorteil zugleich. Problem ist sie, weil Kasus, Genus und Numerus des Determinans zunächst ungeklärt erscheinen. Das Beispiel „Kanzlerwahl" verdeutlich zudem, dass man bei kontextloser Betrachtung der Konstruktion das Problem hat, ob die erste Konstituente ein Agens oder ein Patiens ist. Die Ungenauigkeit der Konstruktion ließe mehrere Fragen zu: Wird der Kanzler gewählt oder wählt der Kanzler selbst? Wählen etwa mehrere Kanzler?

Trotz dieser Ungenauigkeit werden Determinativkomposita mit Substantiven als 1. und 2. Konstituente äußerst häufig verwendet und müssen somit folglich auch gewisse Vorteile aufweisen. Erben erkennt, dass diese Konstruktion „bequeme Möglichkeiten der knappen umrißhaft andeutenden Benennung" bietet und „eine ökonomische Ausdrucksform"19 darstellt. Der Vorteil trotz aller Ungenauigkeiten liegt auf der Hand - gäbe es diese Kompositionsart nicht, so müsste sie mühevoll durch komplexe Paraphrasen ersetzt werden. Somit ist dieser Typ des Kompositums wesentlich eleganter und spart Wortmaterial ein. Letztlich ist dem durchschnittlichen Sprachnutzer durchaus zuzutrauen, dass er die genaue Bedeutung aus seinem Erfahrungshorizont und dem Kontext heraus erschließt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Wortbildung: Einführung in die Problematik der Wortschatzdefinition und Einordnung der Wortbildung als zentrales Instrument der Wortschatzerweiterung.

2. Das Determinativkompositum und seine Struktur: Definition und grundlegende Analyse der Bestandteile Determinans und Determinatum sowie der hypotaktischen Organisationsform.

3. Glieder der Determinativkomposita: Klassifizierung der Komposita basierend auf der Anzahl ihrer Glieder, von zweigliedrigen bis hin zu vielgliedrigen Strukturen.

4. Determinativkomposita mit substantivischem Grundwort: Detaillierte Analyse der häufigsten Kompositionsarten (Substantiv+Substantiv, Verb+Substantiv, Adjektiv+Substantiv) inklusive Fugenelementen und semantischer Beziehungen.

5. Determinativkomposita mit adjektivischem Grundwort: Betrachtung von Komposita, deren Kern ein Adjektiv bildet, inklusive Beispielen für deren Verwendung in der Werbesprache.

6. Possessivkomposita als Sonderform des Determinativkompositums: Untersuchung einer speziellen Untergruppe, bei der die Gesamtbedeutung oft metaphorisch ist und nicht direkt aus den Einzelgliedern abgeleitet werden kann.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Rolle von Determinativkomposita, ihrer Vorteile hinsichtlich Ökonomie und Prägnanz sowie aktueller Trends zu sogenannten Mammutbildungen.

Schlüsselwörter

Determinativkompositum, Wortbildung, Determinans, Determinatum, Komposition, Fugenelemente, Substantivkompositum, Possessivkompositum, Sprachökonomie, Lexem, Morphem, Wortschatz, Paraphrasierung, Elliptizität, deutsche Sprachwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse des Determinativkompositums, der am weitesten verbreiteten Form der Wortzusammensetzung im Deutschen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben den strukturellen Grundlagen stehen die unterschiedlichen Typen der Zusammensetzung (nach Wortarten) sowie die semantischen Beziehungen zwischen den Wortgliedern im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Funktionsweise von Determinativkomposita aufzuzeigen, ihre Vor- und Nachteile in Bezug auf Präzision und Ökonomie zu bewerten und ihre Bedeutung für die Sprachgemeinschaft zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven linguistischen Analyse, die durch Fachliteratur gestützt wird und die Verwendung von Paraphrasierungen zur Bedeutungserschließung nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Komposita mit substantivischem Grundwort (nach verschiedenen Wortart-Kombinationen), adjektivischem Grundwort sowie die gesonderte Betrachtung der Possessivkomposita.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Determinativkompositum, Wortbildung, Sprachökonomie, Determinans und Determinatum definiert.

Was zeichnet die "Substantiv + Substantiv"-Konstruktionen besonders aus?

Sie sind zwar die häufigsten Komposita, weisen jedoch oft eine semantische Ungenauigkeit auf, da die genaue Beziehung zwischen den Gliedern erst aus dem Kontext oder Vorwissen erschlossen werden muss.

Warum werden in der Arbeit "Mammutbildungen" kritisch betrachtet?

Vielgliedrige Komposita, die vor allem in Fachsprachen vorkommen, werden aufgrund ihrer Komplexität als schwer verständlich und teilweise als Gefahr für eine demokratische Sprachpolitik eingestuft.

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Details

Title
Das Determinativkompositum
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Wortbildung und Morphologie
Grade
1
Author
Carsten Knobloch (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V21550
ISBN (eBook)
9783638251372
Language
German
Tags
Determinativkompositum Wortbildung Morphologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Knobloch (Author), 2003, Das Determinativkompositum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21550
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