In der vorliegenden Arbeit gilt es vor allem zu untersuchen, vor welchen brisanten Entscheidungen die amerikanische Führung in den 13 Tagen im Oktober 1962 stand. Gegenstand ist hier die Erörterung der Optionen/Vorschläge der Mitglieder des geheimen Krisenstabs sowie ihrer entsprechenden Begründungen als Analyse sicherheitsstrategischer Überlegungen.
Im Zentrum der Arbeit steht vor diesem Hintergrund der Entscheidungsprozess des Präsidenten. Herausgearbeitet wird hierbei auch in der Beleuchtung der speziellen Höhepunkte der Krise das Zusammenspiel von taktischem Kalkül der USA als Antwort auf die sowjetische Herausforderung einerseits sowie glücklicher Umstände/Zufälle andererseits.
Schwerpunkt der Arbeit ist nachfolgend die Beurteilung der zielgerichteten Darstellung und Begründung der als „Quarantäne“ verharmlosten Blockade Kubas in der Öffentlichkeit – als Information des amerikanischen Volkes, als Legitimation vor den NATO-Verbündeten und vor allem als strategischer Schachzug als Antwort auf die sowjetische Herausforderung.
Ziel der Arbeit ist weiterhin die Beantwortung der Frage, ob der verbreitete Mythos John F. Kennedys durch die brillante Bewältigung der Kuba-Krise gerechtfertigt ist und, abschließend, ein kurzer Ausblick auf nachhaltige Folgen und Wirkungen dieser Krisenbewältigung auf die Entspannungspolitik.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
I Die Kuba-Krise als Höhepunkt des
Kalten Krieges
1. Zur Entstehung der Kuba-Krise
1.1 Die Kuba-Krise im Kontext des Kalten Krieges
1.2 Die Kuba-Krise im Brennpunkt der bipolaren Konfrontation
II: Die amerikanische Reaktion auf die
sowjetische Herausforderung
1. Entscheidungsprozesse Kennedys
1.1 Politische Ziele und Motive Kennedys
1.2 Positionen seiner politischen Berater
1.3 Der Meinungs- und Entscheidungsbildungsprozess
1.4 Begründung der Blockadelösung im Exkom
2. Umsetzung der Entscheidungen und ihre Auswirkungen
2.1 Offizielle Darstellung der Krise
2.2 Verlauf der Blockade und Höhepunkte der Krise
3. Beendigung der Krise
III Die Kuba-Krise - erfolgreiches
Krisenmanagement?
1. Berechtigung des Mythos John F. Kennedys
durch die Bewältigung der Kuba-Krise?
2. Ausblick: Folgen für die Entspannungspolitik
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
War John F. Kennedy ein brillanter Krisenmanager in der Kuba-Krise?
Die Arbeit untersucht, ob Kennedys Handeln ein Ergebnis von taktischem Kalkül war oder ob auch glückliche Umstände und Zufälle eine entscheidende Rolle spielten.
Warum wurde die Blockade Kubas als „Quarantäne“ bezeichnet?
Der Begriff „Quarantäne“ wurde gewählt, um den völkerrechtlich aggressiveren Begriff der „Blockade“ zu vermeiden und die Maßnahme gegenüber der Öffentlichkeit und den Alliierten zu legitimieren.
Welche Optionen hatte der geheime Krisenstab (ExKom)?
Die Mitglieder diskutierten verschiedene Strategien, von diplomatischen Verhandlungen über eine Seeblockade bis hin zu einem Luftangriff auf die sowjetischen Raketenstellungen.
Wie entstand die Kuba-Krise im Kontext des Kalten Krieges?
Die Krise war der Höhepunkt der bipolaren Konfrontation zwischen den USA und der UdSSR, ausgelöst durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba.
Welche Folgen hatte die Krise für die Entspannungspolitik?
Die erfolgreiche Bewältigung der Krise führte langfristig zu einem Umdenken und leitete erste Schritte der Entspannungspolitik zwischen den Supermächten ein.
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- Andreas Unger (Author), 2009, Die Kuba-Krise. John F. Kennedy - ein brillanter Krisenmanager?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215390