Marshall McLuhans bekannteste These „The media is the message“ ist zwar allgemein geläufig und wird häufig phrasenartig verwendet, ihre theoretische Basis ist jedoch weitgehend unbekannt. Auch mit dem Namen McLuhan verbindet außerhalb der USA und Kanada kaum jemand etwas. Und das, obwohl sich auch heute noch ein großer Teil der Medientheoretiker zumindest teilweise auf seine Thesen bezieht.
Der geringe Bekanntheitsgrad des Inhalts seiner Thesen ist vermutlich zum einen darauf zurück zu führen, dass McLuhan die in seinen Werken vorgestellten Theorien nicht kausal beschreibt, sondern „die Form der Linearität durch die Figur eines Mosaiks“ ersetzt, was es einigermaßen schwierig macht, seine Werke und Thesen linear darzustellen sowie zu veranschaulichen. Denn seine Bücher sind „absichtlich unlogisch: Sie bewegen sich im Kreise, enthalten häufige Wiederholungen, sind unqualifiziert, gnomisch, zügellos.“ Einerseits finden sich dadurch Ausschnitte aus seinen Werken bruchstückartig in vielen Medientheorien wieder, allerdings wurde er aufgrund dieser Darstellungsweise auch oft als „Wirrkopf“ betrachtet und abgelehnt.
Während McLuhans Thesen damals provozierten und die Öffentlichkeit spalteten, werden sie heute eher auf einer sachlichen Ebene diskutiert, was aber nicht heißt, dass nicht noch immer eine breite Für-und-Wider-Fraktion existiert.
Die Tatsache aber, dass sich noch immer mit diesen Thesen auseinander gesetzt wird und sie folglich auch nach 50 Jahren ihre Aktualität nicht eingebüßt haben, lässt sich wohl darauf zurückführen, dass die großflächige und in alle Lebensbereiche hereinragende Mediatisierung der westlichen Welt, mit deren Wesen sich McLuhan zentral beschäftigt, erst heute realisiert und tatsächlich präsent ist. Dadurch können seine Werke – heute besser als zum Zeitpunkt ihrer Entstehung – Denkanstöße zur Macht der Medien liefern und zumindest teilweise erläutern, warum und wodurch ein Medium bzw. die Mediatisierung in die Gesellschaft eingreift und sie mit ihrem Einfluss zu verändern vermag.
Ausgehend von einer Erläuterung der Kernaussagen McLuhans sowie seiner Hauptthesen, möchte ich auf die Frage der Anwendbarkeit seiner Theorien in der heutigen Zeit eingehen und dabei auch Kritikpunkte mit einbeziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. McLuhans Medientheorie
2.1. Das Medium ist die Botschaft
2.2. Medien als Ausweitungen des menschlichen Körpers
3. Kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen
durch die Medien
3.1. Schrift und Buchdruck
3.2. Radio und Computer
4. Kritik
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet McLuhans Satz „Das Medium ist die Botschaft“?
Diese These besagt, dass nicht der Inhalt eines Mediums, sondern das Medium selbst durch seine Form und Technik die Gesellschaft und das menschliche Denken verändert.
Warum bezeichnet McLuhan Medien als „Ausweitungen des Körpers“?
Für McLuhan erweitern Medien menschliche Sinne oder Organe: Das Rad erweitert den Fuß, die Schrift das Auge und elektronische Medien das zentrale Nervensystem.
Wie beeinflusste der Buchdruck laut McLuhan die Kultur?
Der Buchdruck förderte Linearität, Individualismus und Nationalismus, indem er die visuelle Wahrnehmung gegenüber der auditiv-oralen Stammeskultur dominieren ließ.
Warum sind McLuhans Werke oft schwer zu lesen?
Er ersetzte lineare Argumentation durch ein „Mosaik“ aus Ideen und Beobachtungen, was seine Texte absichtlich unlogisch und kreisförmig erscheinen lässt.
Sind McLuhans Thesen heute noch aktuell?
Ja, durch die fortschreitende Mediatisierung und Digitalisierung werden seine Theorien zur Macht der Medien heute oft sachlicher und relevanter diskutiert als bei ihrer Entstehung.
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- Janine Knodel (Author), 2007, Marshall McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214794