In dieser Arbeit wird diskutiert, inwieweit die aus der handelsrechtlichen Unternehmensrechnung bekannten Zwecke für den Konzernabschluss zugleich Zwecke für den kommunalen Gesamtabschluss sind, so dass sich die Anwendung der speziell für diese Zwecke entwickelten Rechnungsregeln auch in Kommunen rechtfertigen lässt. Die Mängel der Einzelabschlüsse werden sollen über einen Konzernabschluss kompensiert, darum ist es notwendig zu prüfen, inwieweit sich Ähnlichkeiten oder Unterschiede zu den Einzelabschlüssen kommunaler Berichtseinheiten ergeben. So könnte eine Übersicht über die Verhältnisse der Kommune z.B. dadurch erschwert werden, dass öffentlicher Zweck und wirtschaftliche Betätigung nicht sinnvoll über ein gemeinsames Rechnungsziel bestimmen können. Als Ergebnis der Untersuchung stellt sich heraus, dass die Zwecke von Konzern- und Gesamtabschluss zwar vergleichbar sind, die Mängel auf Ebene der Einzelabschlüsse allerdings unterschiedlich gelagert sind:
während die im Konzern eingebundenen Einheiten direkt dem Mangel der Einzelbetrachtung unterliegen, der durch den Konzernabschluss berücksichtigt wird, können sich bei den einzelnen kommunalen Berichtseinheiten zusätzlich Probleme aus der Anwendung der handelsrechtlichen Vorschriften für Ansatz und Bewertung sowie aus der Übernahme des Rechnungsziels Perio- dengewinn (G + V-Periodenerfolg) ergeben, die sich im Gesamtabschluss fortsetzen und durch die Zusammenführung noch verstärken. Daher wird abschließend ein Vorschlag erstellt, an welchen Stellen anzusetzen ist, um die mit dem Gesamtabschluss im Kern die beabsichtige Zielsetzung doch zu erreiche
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zwecke des kommunalen Gesamtabschlusses
3. Konzern-)Rechnungslegungsregeln von Unternehmen als Bezugsrahmen?
3.1 Die Anwendung der handelsrechtlichen Regeln in Kommunen
3.2 Problembereiche auf Ebene der Einzelabschlüsse
3.2.1 Objektivierung von Ansatz und Bewertung in der kommunalen Bilanz?
3.2.2 Vorsichtsgeprägter Periodengewinn als Erfolgsmaßstab?
3.3 Sonderprobleme des kommunalen Gesamtabschlusses
3.3.1 Abgrenzungen des Konsolidierungskreises und einzubeziehende E Einheiten
3.3.2 Einheitlichkeit der Abschlussinhalte zur Vorbereitung der Ko Konsolidierung
3.3.3 Eignung als Steuerungsinstrument
3.3.4 Länderübergreifende Vergleichbarkeit
4. Ansätze zur Informationsverbesserung im „ Konzern“ Kommune
4.1 Ziele und Aufgaben
4.2 Rechnungsziel von kommunalen Bilanzen
4.3 Rechnungsziel Periodenerfolg
5. Schlussbemerkung
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein kommunaler Gesamtabschluss?
Ein kommunaler Gesamtabschluss fasst die Einzelabschlüsse der Kernverwaltung und ihrer ausgelagerten Einheiten (wie Stadtwerke) zusammen, ähnlich einem Konzernabschluss in der Wirtschaft.
Warum reicht ein Einzelabschluss für Kommunen oft nicht aus?
Einzelabschlüsse spiegeln oft nicht die gesamte wirtschaftliche Lage wider, wenn viele Aufgaben in rechtlich selbstständige Einheiten ausgegliedert sind. Der Gesamtabschluss soll diese Informationslücken schließen.
Können handelsrechtliche Regeln (HGB) einfach auf Kommunen übertragen werden?
Die Arbeit diskutiert dies kritisch, da öffentliche Zwecke und wirtschaftliche Betätigung unterschiedliche Rechnungsziele verfolgen können, was die Anwendung des Periodengewinns als Erfolgsmaßstab erschwert.
Was ist das Problem bei der Konsolidierung im kommunalen Bereich?
Probleme ergeben sich bei der Abgrenzung des Konsolidierungskreises (welche Einheiten gehören dazu?) und der Vereinheitlichung unterschiedlicher Abschlussinhalte.
Dient der Gesamtabschluss auch als Steuerungsinstrument?
Ja, die Untersuchung prüft, inwieweit der Gesamtabschluss der Politik und Verwaltung hilft, die wirtschaftliche Gesamtsituation der Kommune besser zu steuern.
Was ist das Fazit der Untersuchung zum kommunalen Konzern?
Obwohl die Zwecke vergleichbar sind, verstärken sich Mängel der Einzelabschlüsse oft im Gesamtabschluss. Es werden daher spezifische Ansätze zur Informationsverbesserung vorgeschlagen.
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- Alexander Schmithausen (Author), 2011, Der Konzernabschluss des "Konzerns" Kommune, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214180