Mittlerweile ist es wissenschaftlich bewiesen, dass einfaches Zuhören, wie es im immer
noch im als Standard verwendeten Frontalunterricht geschieht, längst nicht die optimale
Lernbedingung darstellt. Statt durch selbstständiges Denken und durch knifflige Problemstellungen
hervorgerufenes Interesse der Schüler, wird in der Schule „zu viel träges bzw.
totes Wissen durchgenommen und wiedergekäut und zu wenig darauf abgestellt, intelligentes
Wissen und Können (Hervorh. d. Verf.) aufzubauen“ (Klippert 1996, S. 14). Um dem
entgegenzutreten, werden eine Vielzahl neuer Unterrichtsmethoden entwickelt, die dem
Schüler vom passiven Rezipienten zum aktiven und von sich aus interessierten Teilnehmer
zu machen, die Aufmerksamkeit zu und den Lernspaß sowie Lernerfolg zu steigern.
Eine dieser Unterrichtsmethoden ist das Planspiel. Das Planspiel wurde ursprünglich für
militärische Zwecke entwickelt und bereits im 17. Jahrhundert angewendet. In den 1950er
Jahren wurde es dann schließlich als Managertraining für die Wirtschaft entdeckt (vgl.
Dummann; Jung; Lexa; Niekrenz 2007, S. 93). Das Planspiel für den Unterricht ist allerdings
um einiges weniger komplex und auch leichter durchzuführen, als seine Vorgänger
(vgl. Klippert 1996, S. 19).
In dieser Arbeit möchte ich zunächst kurz auf das Planspiel, seine Durchführung und seine
Intentionen eingehen. Danach erläutere ich die Vorteile des Planspiels gegenüber dem
„gewöhnlichen“ Frontalunterricht und vergleiche daraufhin das Planspiel mit zwei, ihm
sehr ähnlichen weiteren alternativen didaktischen Methoden. Zuletzt gehe ich noch auf die
Grenzen des Planspiels ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau, Durchführung und Intentionen des Planspiels
3. Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und deren Erfüllung durch das Planspiel
3.1 Verknüpfung der Informationen und Sinne
3.2 Aufbau neuronaler Netze im Gehirn
3.3 Konstruktion des Lernprozesses
3.4 Vermittlung von Kompetenz
3.5 Die Umsetzung erfolgreicher Lernmethoden durch das Planspiel
4. Vergleich des Planspiels mit anderen Spielmethoden
4.1 Vergleich des Planspiels mit der Fallstudie
4.2 Vergleich des Planspiels mit dem Rollenspiel
5. Weitere Vorteile des Planspiels
6. Voraussetzungen und Grenzen für das Planspiel
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Planspiel im pädagogischen Kontext?
Ein Planspiel ist eine interaktive Unterrichtsmethode, bei der Schüler komplexe Problemstellungen durch selbstständiges Denken und Handeln lösen, anstatt nur passiv zuzuhören.
Woher stammt die Methode des Planspiels ursprünglich?
Die Methode wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert für militärische Zwecke entwickelt und in den 1950er Jahren als Managertraining für die Wirtschaft entdeckt.
Welche Vorteile bietet das Planspiel gegenüber Frontalunterricht?
Es fördert den Aufbau von „intelligentem Wissen“ statt „totem Wissen“, steigert den Lernspaß und ermöglicht eine bessere Verknüpfung von Informationen durch die Aktivierung mehrerer Sinne.
Wie unterscheidet sich ein Planspiel von einem Rollenspiel?
Die Arbeit vergleicht das Planspiel mit ähnlichen Methoden wie dem Rollenspiel und der Fallstudie, um die spezifischen didaktischen Besonderheiten und Komplexitätsgrade herauszuarbeiten.
Welche Voraussetzungen müssen für ein erfolgreiches Planspiel erfüllt sein?
Für den Erfolg sind unter anderem der Aufbau neuronaler Netze im Gehirn durch aktive Konstruktion des Lernprozesses und die Vermittlung von Handlungskompetenz entscheidend.
Gibt es Grenzen für den Einsatz von Planspielen im Unterricht?
Ja, die Arbeit geht am Ende explizit auf die organisatorischen und inhaltlichen Grenzen sowie die Voraussetzungen ein, unter denen ein Planspiel sinnvoll ist.
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- Regina Marsch (Author), 2011, Die Besonderheiten des Planspiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213858