Denkt man an den Fremdsprachenunterricht in der Schule, so werden oftmals Assoziationen wie Grammatikregeln oder Vokabellernen geweckt. Tatsächlich gehört zum Erlernen einer Fremdsprache jedoch viel mehr, als lediglich das Beherrschen der Grammatik oder eines umfangreiches Vokabulars. Obgleich diese Aspekte für die flüssige und präzise Verständigung unumgänglich sind, genügt es nicht, sich die grammatische Struktur alleine anzueignen, d.h. Syntax, Lexis, etc. zu kennen, um eine Fremdsprache erfolgreich verinnerlichen zu können. Vielmehr spielt kulturelles Bewusstsein und Erfahrung bezüglich der Kultur(en) der entsprechenden Fremdsprache eine außerordentliche Rolle im Prozess des Sprachenlernens. Kulturelles Bewusstsein steht insbesondere dann im Vordergrund, wenn Etikette oder das Vermeiden von Missverständnissen in interkulturellen Gesprächs- situationen erfordert wird. Die interkulturelle kommunikative Kompetenz ist eine Schlüsselqualifikation der Schülerinnen und Schüler, die es ihnen ermöglichen soll, mit Muttersprachlern der entsprechenden Fremdsprache erfolgreich kommunizieren zu können. Die interkulturelle Komponente spielt in der Fremdsprachendidaktik inzwischen eine außerordentlich große Rolle – schließlich ist Befähigung zur Kommunikation in authentischen und realen Gesprächssituationen mit Hilfe der Fremdsprache das oberstes Ziel des Fremdsprachenlernens. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, das bedeutet, Platz zu schaffen für interkulturelle Erfahrungen und bedeutsame Kommunikation im und außerhalb des Klassenraums, bietet das interkulturelle Lernen viele Chancen um eine Fremdsprache erfolgreich zu erlernen, so dass auch nach Beendigung der Schullaufbahn weiterhin Motivation zum Fremdsprachenlernen bestehen bleibt – ganz im Sinne des lebenslangen Lernens. Neben den Vorteilen, die interkulturelles Lernen mit sich bringt, gibt es jedoch auch Gefahren, die im Unterricht umgangen werden müssen. Hierzu zählt unter anderem die Kulturalisierungsfalle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Kulturbegriff und dessen Verknüpfung mit Sprache
3 Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht - Entwicklung & Stand
4 Herangehensweise an interkulturelles Lernen und Gefahren
5 Zusammenfassung und Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum reicht Vokabellernen im Fremdsprachenunterricht nicht aus?
Erfolgreiche Kommunikation erfordert neben Grammatik und Lexik auch kulturelles Bewusstsein, um Missverständnisse zu vermeiden und Etikette zu wahren.
Was ist „interkulturelle kommunikative Kompetenz“?
Es ist die Fähigkeit, mit Muttersprachlern einer Fremdsprache in authentischen und realen Situationen erfolgreich und angemessen zu interagieren.
Was versteht man unter der „Kulturalisierungsfalle“?
Damit ist die Gefahr gemeint, Individuen rein über ihre kulturelle Herkunft zu definieren und dadurch Stereotypen im Unterricht eher zu verfestigen als abzubauen.
Welches Ziel verfolgt interkulturelles Lernen langfristig?
Ziel ist es, die Motivation zum lebenslangen Sprachenlernen zu fördern und Schüler auf eine globalisierte Welt vorzubereiten.
Wie hängen Sprache und Kultur zusammen?
Sprache ist untrennbar mit der Kultur ihrer Sprecher verbunden; sie transportiert Werte, Denkweisen und soziale Normen.
Wie hat sich die Fremdsprachendidaktik in diesem Bereich entwickelt?
Die interkulturelle Komponente hat heute einen zentralen Stellenwert eingenommen, weg von rein strukturellem Lernen hin zu kommunikativer Handlungsfähigkeit.
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- Nils Hübinger (Author), 2012, Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht. Entwicklung und Bedeutung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213802