In unserer heutigen pluralistischen Gesellschaft agieren viele verschiedene Organisationsformen zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Staatsorganen und versuchen jeweils, Einfluss auf die politischen Entscheidungen der Regierung zu nehmen. Zu diesen intermediären Gruppen zählen neben Parteien, Gewerkschaften, karitativen Organisationen, Kirchen und Verbänden auch Bürgerinitiativen und non- governmental organisations. Sie „verfolgen selbständig und autonom ihre Ziele innerhalb des politischen Systems“ , erheben aber zugleich auch oftmals den Anspruch, nicht nur Partikularinteressen, sondern das Gemeinwohl zu vertreten.
Zunächst sollte man sich jedoch darüber im Klaren werden, was es überhaupt bedeutet, das Gemeinwohl zu vertreten. Dadurch, dass der Begriff „Gemeinwohl“ ein unbestimmter Rechtsbegriff ist, gibt es mehrere Deutungsmöglichkeiten. Orientiert man sich an der Auslegung von Schubert und Klein, definiert sich Gemeinwohl dadurch, dass es den „Gegensatz zum Individual- oder Gruppeninteresse“ darstellt.
Nicht nur aufgrund dieser Unbestimmtheit stellt sich immer wieder die Frage: Sind diese Organisationen wirklich Vertreter des Gemeinwohls oder etwa doch nur von Partikularinteressen? Diese Frage wird nachfolgend mit Fokus auf Verbände und non- governmental organisations näher beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Allgemein: Organisationsformen von Bürgervertretungen.
- 2. Lobbyismus
- 2.1 Definition
- 2.2 Gemeinwohl im Pluralismus
- 3. Verbände
- 3.1 Definition
- 3.2 Funktionen.
- 3.3 Schattenpolitik? - Mittel und Methoden der Verbände
- 3.3.1 Information und Kommunikation........
- 3.3.2 Integration politischer Entscheidungsträger in das Verbandswesen.
- 3.3.3 Personelle Penetration.
- 3.3.4 Politikfinanzierung.
- 3.3.5 Politische Pression..
- 4. non-governmental organisations
- 4.1 Definition
- 4.2 Amnesty International.
- 4.3 Amnesty Schwandorf.
- 4.3.1 Ziele.
- 4.3.2 Arbeitsweisen und Aktionen.
- 5. Fazit...
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert die Rolle von Verbänden und non-governmental organisations in einer pluralistischen Gesellschaft und stellt die Frage, ob diese Organisationen tatsächlich das Gemeinwohl oder lediglich Partikularinteressen vertreten. Dabei werden grundlegende Aspekte des Lobbyismus und der jeweiligen Organisationsformen beleuchtet, um anschließend kritisch zu hinterfragen, inwiefern Verbände und NGOs den Anspruch auf Gemeinwohlvertretung erfüllen können.
- Definition von Gemeinwohl und Partikularinteressen im Kontext von Bürgervertretungen
- Analyse von Lobbyismus und dessen Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess
- Untersuchung der Funktionen und Methoden von Verbänden sowie deren Einfluss auf die Politik
- Beurteilung der Rolle von non-governmental organisations als Vertreter des Gemeinwohls
- Kritik an der Schattenpolitik von Verbänden und NGOs
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel führt in die verschiedenen Organisationsformen von Bürgervertretungen ein, die in einer pluralistischen Gesellschaft agieren. Dabei wird der Anspruch dieser Gruppen, das Gemeinwohl zu vertreten, kritisch hinterfragt.
- Kapitel 2: Hier wird der Begriff Lobbyismus definiert und die verschiedenen Formen von Lobbyismus sowie deren Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess dargestellt. Der Text beleuchtet zudem die Frage, wie das Gemeinwohl in einer pluralistischen Gesellschaft definiert und vertreten werden kann.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von Verbänden. Es werden die Definition und die Funktionen von Verbänden erläutert sowie die verschiedenen Methoden der Schattenpolitik, die Verbände zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzen.
- Kapitel 4: In diesem Kapitel werden non-governmental organisations (NGOs) vorgestellt, darunter Amnesty International und Amnesty Schwandorf. Der Text beleuchtet die Ziele und Arbeitsweisen dieser Organisationen sowie deren Rolle in der politischen Landschaft.
Schlüsselwörter
Der Text befasst sich mit den zentralen Themen von Bürgervertretung, Pluralismus, Lobbyismus, Gemeinwohl, Partikularinteressen, Verbände, non-governmental organisations (NGOs), Schattenpolitik, Interessenvertretung, politische Einflussnahme, sowie die Methoden der Interessenartikulation und -aggregation. Er untersucht kritisch, inwiefern Verbände und NGOs tatsächlich das Gemeinwohl repräsentieren oder ob sie lediglich eigene Interessen verfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Begriff "Gemeinwohl"?
Gemeinwohl ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der oft als Gegensatz zu Individual- oder Gruppeninteressen (Partikularinteressen) definiert wird.
Was ist der Unterschied zwischen Verbänden und NGOs?
Verbände vertreten oft wirtschaftliche oder berufsständische Interessen ihrer Mitglieder, während NGOs (wie Amnesty International) meist ideelle Ziele verfolgen, die sie als gemeinnützig deklarieren.
Was bedeutet "Schattenpolitik" im Zusammenhang mit Verbänden?
Schattenpolitik bezeichnet Methoden der Einflussnahme hinter den Kulissen, wie die personelle Verflechtung mit politischen Entscheidungsträgern oder die Finanzierung von Politik.
Ist Lobbyismus schädlich für das Gemeinwohl?
Das hängt von der Perspektive ab. Im Pluralismus ist Lobbyismus ein legitimes Mittel zur Interessenvertretung, kann aber problematisch werden, wenn mächtige Partikularinteressen das Gemeinwohl überlagern.
Welche Rolle spielt Amnesty International in diesem Kontext?
Amnesty International dient als Beispiel für eine NGO, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt und damit den Anspruch erhebt, universelle Werte und das globale Gemeinwohl zu vertreten.
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- Anonym (Author), 2012, Vertreter des Gemeinwohls oder Partikularinteressen: Untersuchung von Verbänden und non-governmental Organizations, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212263