Integration und Inklusion sind (pädagogisch) zentrale Begriffe der Gegenwart, die heutzutage auch in den Medien zunehmend verbreitet sind. Nicht selten werden sie im alltäglichen Gebrauch miteinander gleichgesetzt, weil man denken könnte, das Wort Inklusion hat das der Integration abgelöst. Dabei verbergen sich hinter diesen zwei Begriffen unterschiedliche Forderungen und Ziele, welche im Feld der Pädagogik eine sehr wichtige Rolle einnehmen, darunter auch im Bereich der Schule. Was die Integrations- und Inklusionspädagogik gemeinsam haben, ist der Anspruch, Kinder und Jugendliche zusammen zu unterrichten, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Behinderungen sowie von ihrer sozialen, ethischen und kulturellen Herkunft. Seit 2009 hat sich Deutschland dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu errichten, und somit einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen zu gewährleisten. Jedoch stellt sich immer wieder die Frage, wie dies umgesetzt werden kann. Befasst man sich mit der Montessori-Pädagogik, so wird deutlich, dass hier bereits eine lange Erfahrung mit einem inklusiven Konzept besteht.
In der folgenden Arbeit soll die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Bereich der Schule im Mittelpunkt stehen. Zunächst einmal soll gezeigt werden, warum die Worte Integration und Inklusion oftmals nebeneinander auftauchen, und wie diese v.a. im pädagogischen Diskurs miteinander zusammenhängen. An-schließend werde ich den Begriff Inklusion definieren. Dazu ist es nötig, diesen von dem der Integration abzugrenzen, um ein klares Bild davon zu bekommen, in welchen Punkten sich die beiden voneinander unterscheiden.
Inhalt
1. Einleitung
2. Begriffsklärung von Integration und Inklusion
2.1 Zusammenhang der beiden Begriffe im pädagogischen Diskurs
2.2 Definition und Abgrenzung der Begriffe Integration und Inklusion
3. Der rechtlich verankerte Anspruch auf Inklusion im deutschen Bildungssystem als Menschenrecht
3.1 Die Salamanca-Erklärung
3.2 Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
4. Schulische Inklusion in der Montessori-Pädagogik
4.1 Maria Montessori und ihr Erziehungskonzept
4.2 Inklusive Ansätze in der Montessorischen Praxis
5. Erweiterter Schlussteil
6. Literaturverzeichnis
6.1 Verwendete Bücher
6.2 Verwendete Zeitschriftenartikel
6.3 Verwendete Internetquellen
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Integration und Inklusion?
Integration bedeutet, Kinder mit Behinderungen in ein bestehendes System einzugliedern, während Inklusion verlangt, dass das System von vornherein so gestaltet ist, dass alle Kinder unabhängig von ihren Fähigkeiten gemeinsam lernen können.
Wie setzt die Montessori-Pädagogik Inklusion um?
Durch das Konzept der Freiarbeit, altersgemischte Gruppen und spezielles Lernmaterial ermöglicht die Montessori-Pädagogik ein individuelles Lerntempo, das den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen natürlich unterstützt.
Was ist die Salamanca-Erklärung?
Es ist ein wegweisendes Dokument der UNESCO von 1994, das den Grundstein für die weltweite inklusive Bildung legte und fordert, dass Regelschulen alle Kinder aufnehmen sollten.
Ist Inklusion ein Menschenrecht?
Ja, seit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (2009) ist der Anspruch auf ein inklusives Bildungssystem rechtlich als Menschenrecht verankert.
Wer war Maria Montessori und wie beeinflusst sie die heutige Inklusion?
Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Pädagogin. Ihr Erziehungskonzept „Hilf mir, es selbst zu tun“ basiert auf der Beobachtung behinderter Kinder und ist heute ein Pfeiler der inklusiven Schulpraxis.
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- Eva Herrmann (Author), 2012, Das inklusive Konzept der Montessori-Pädagogik und das Menschenrecht auf Bildung für Behinderte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211852