Von der romantisierenden Ansicht, dass „die wahre Bedeutung des Kinos im Reich der Träume liegt“ (Pierre-Quint 1927: 24) scheint auch heute noch ein großer Reiz auszugehen. Besonders die Ungewissheit über das Leben in der Zukunft und alternative Gesellschaftsentwürfe beflügelte im Laufe der Geschichte die Phantasie vieler Kreativer und liefert bis heute den Stoff, aus dem Filmutopien gemacht werden. Folgt man den Spuren der Filmgeschichte, so schien Autoren und Regisseuren dabei allerdings die Auseinandersetzung mit der optimistischen Utopie des Friedens und der Gerechtigkeit wenig reizvoll erschienen zu sein. Vielmehr erzählen viele Filme von alptraumhaften Gesellschaften, in denen Unterdrückung und Ungerechtigkeit an der Tagesordnung sind. Einige der bekanntesten Filmvorlagen sind die negativ-utopischen Romanklassiker A Clockwork Orange (1962), 1984 (1949) und Brave New World (1932) (vgl. Zirnstein 2006). Nun sind sowohl die Romane als auch deren Verfilmungen mehrere Jahrzehnte her. Welche negativen Utopien hat die Filmgeschichte der letzten 20 Jahre hervorgebracht?
Die vorliegende Arbeit analysiert die in drei Filmen aus den Jahren 2007, 2006 und 2005 präsentierten Gesellschaftsentwürfe, die aus Buchvorlagen der 1980/90er Jahre schöpfen. Hierbei soll die konkrete Auseinandersetzung mit negativ-utopischen Gesellschaftsentwürfen anhand der Filme V wie Vendetta, Sin City und I am Legend geschehen. Was macht Gesellschaft in diesen Filmen aus und wie ist sie strukturiert?
Inhalt
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Vorgehen bei der Ausarbeitung
1.3. Begriffsdefinitionen
2. Annäherung an den dystopischen Film
2.1. Systemversagen in der Dystopie
3. Drei Beispiele dystopischer Verfilmungen von 2007, 2006 und 2005
3.1. I am Legend (2007)
3.2. V wie Vendetta (2006)
3.3. Sin City (2005)
4. Zusammenfassung und Ausblick
Quellenverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welche Filme werden in dieser Analyse zum Systemversagen untersucht?
Die Arbeit analysiert die filmischen Dystopien "V wie Vendetta" (2006), "Sin City" (2005) und "I am Legend" (2007).
Was ist das zentrale Thema der Untersuchung?
Das zentrale Thema ist die Darstellung von Gesellschaft in filmischen Dystopien als Ausdruck von Systemversagen, wobei Struktur und Unterdrückungsmechanismen beleuchtet werden.
Welche literarischen Vorlagen dienen als Kontext für die Filmanalysen?
Die Arbeit bezieht sich auf klassische negativ-utopische Romane wie "A Clockwork Orange", "1984" und "Brave New World" sowie die spezifischen Buchvorlagen der analysierten Filme aus den 1980er und 90er Jahren.
Wie wird der Begriff der Dystopie in der Arbeit definiert?
Dystopien werden als alptraumhafte Gesellschaftsentwürfe beschrieben, in denen im Gegensatz zur optimistischen Utopie Unterdrückung und Ungerechtigkeit an der Tagesordnung sind.
Welche Rolle spielt das Systemversagen in dystopischen Filmen?
Das Systemversagen dient als Grundlage für die Analyse der gesellschaftlichen Strukturen in den Filmen, um zu zeigen, wie staatliche oder soziale Systeme kollabieren oder sich ins Negative verkehren.
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- B.A. Agata Waleczek (Author), 2011, Gesellschaft in filmischen Dystopien als Systemversagen anhand der Filme "V wie Vendetta", "Sin City" und "I am Legend", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211328