Einleitung
Die Identität eines Individuums oder einer Gruppe scheint bei einem ersten naiven Blick Antworten auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Existenz zu geben - Wer oder was bin ich? Wohin gehöre ich? Zu wem gehöre ich? Mit dem Begriff der Identität verbindet man allgemein ein erkennen des Selbst und ein anerkennen durch den anderen. Das heißt sie entsteht in einem Prozess des erkannt und anerkannt Werdens (vgl. Eickelpasch, Rademacher 2004, S.5). Identität scheint ein festes Konzept zu sein, das unumstößlich mit einem Menschen oder einer Gruppen verbunden ist und sie definiert beziehungsweise ausmacht. Stellt man jedoch die eigene Identität auf den Prüfstand, verwischt dieses unumstößliche Konstrukt der Identität zusehens und es kommt zwangsläufig die Frage auf was genau sich hinter dem Konzept der Identität verbirgt. Man stellt relativ schnell fest, dass sich Identität nur schwer fassen lässt, denn bei der Suche nach Erklärungen begibt man sich auf ein weites und undurchsichtiges Feld. Nicht selten wird der Begriff Identität mit einer Selbstverständlichkeit gebraucht, die einen glauben lassen möchte, er bedürfe keiner vorangehenden klaren Definition. In diesem Zusammenhang tauchen Begriffe des Ich oder des Selbst auf, es wird zwischen Identität für sich und für andere unterschieden. Dabei wird nach Belieben zum Thema Identität interpretiert und verworfen (vgl. Vordermayer 2012, S.11).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsfrage und Vorgehensweise
3.Wortbedeutung der Identität
4. Das Identitätskonzept in den Wissenschaften – ein erster Definitionsversuch
5. Die personale, soziale und kulturelle Identität
5.1 Personale Identität
5.2 Die soziale Identität
5.3 Die kulturelle Identität
6. Zerrissene Identitäten - zwischen Postmoderne und Globalisierung
6.1 Die verlorene Einheit – Identität in der Postmoderne
6.2 Entgrenzte Identitäten – Der Einfluss der Globalisierung auf das Individuum
6.3 Das Selbst als Diskurs – Zwei Identitätskonzepte der Postmoderne
6.4 Eine kritische Betrachtung der postmodernen Identitätskonstruktion
7. Ein Ausblick – die Schaffung einer Transkulturellen Identität
8. Schluss
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie wird der Begriff „Identität“ grundlegend definiert?
Identität entsteht in einem Prozess des Erkennens des Selbst und des Anerkanntwerdens durch andere. Es ist die Antwort auf die Fragen: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin?
Was unterscheidet personale von sozialer Identität?
Die personale Identität bezieht sich auf die Einzigartigkeit eines Individuums, während die soziale Identität die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen und die Übernahme sozialer Rollen beschreibt.
Wie beeinflusst die Globalisierung die Identität?
Globalisierung führt zu „entgrenzten Identitäten“. Individuen sind mit einer Vielzahl kultureller Einflüsse konfrontiert, was traditionelle Bindungen lockert und Identitätskonstruktionen komplexer macht.
Was versteht man unter „zerrissenen Identitäten“ in der Postmoderne?
In der Postmoderne gibt es keine einheitliche, feste Identität mehr. Das Selbst wird oft als Fragment oder als ständiger Diskurs wahrgenommen, was zu einer inneren Zerrissenheit führen kann.
Was ist eine „transkulturelle Identität“?
Es ist ein Identitätskonzept, das über einzelne Kulturen hinausgeht und Elemente verschiedener Kulturen in sich vereint, anstatt sich nur einer einzigen nationalen oder ethnischen Gruppe zugehörig zu fühlen.
Warum ist das Konzept der Identität wissenschaftlich schwer zu fassen?
Weil Identität kein festes Objekt ist, sondern ein dynamischer, lebenslanger Prozess, der je nach wissenschaftlicher Disziplin (Psychologie, Soziologie, Kulturwissenschaft) unterschiedlich interpretiert wird.
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- Thomas Berger (Author), 2012, Eine Analyse von Identitätskonstrukten: „Identitäten in einer pluralen Gesellschaft“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210576