Eine einheitliche Theorie zur Erklärung der Phänomene im Zusammenhang mit dem Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen gibt es zur Zeit (noch) nicht. 1 Im Folgenden soll versucht werden einen Überblick über die aktuellen Theoriemodelle der Medien- und Kommunikationsforschung herzustellen. Besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Rezeption von Gewalt- und Aggressionshandlungen in den Medien gelegt, wobei auch hier die unterschiedlichen Ansätze beleuchtet werden sollen.
Kann also „menschliches Handeln als ein im weiteren Sinne dinglich verursachtes Ereignis oder aber eher als Ergebnis von [...] selbstverantwortlich bestimmten Willensäußerungen eines aktiven und selbstreflexiven Subjekts angesehen werden [...]“ 2 ? Inwieweit adaptieren Kinder und Jugendliche die Medieninhalte, und in welchem Ausmaß tragen diese zur Gestaltung des sozialen und familiären Alltags bei? Könnten in diesem Fall demzufolge eindeutige Rückschlüsse über das Nachahmen von Fernsehgewalt im realen Leben gezogen werden? Gerade diese in der Öffentlichkeit sehr populären Fragestellungen sollen in den folgenden Kapiteln besondere Berücksichtigung finden, mit verschiedenen Theorieansätzen untersucht und durch weiteres Textmaterial überprüft werden. Als Grundlage dienen dabei die Aufsatzsammlung von Mike Friedrichsen und Gerhard Vowe sowie Michael Charltons und Klaus Neumann-Brauns Einführungsliteratur in die aktuelle kommunikationswissenschaftliche Forschung.
Die darin zu findenden Forschungsansätze liefern einen Einblick in die kontroverse Diskussion um die Rolle des Zuschauers als „passiven Rezipienten und [der] Wirkung des Mediums“ 3 . Des Weiteren soll so ein Überblick über die mannigfache Hypothesenbildung geschaffen und einleitend auf die kommunikationswissenschaftlichen Texte vorbereitet werden. [..]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historischer Ansatz
- Wirkungsansatz
- „Uses and Gratifications Approach“ - Nutzenansatz
- Ethnomethodologischer Ansatz
- Medienbiografischer Ansatz
- Medienökologischer Ansatz
- Aufsätze zum Thema
- Aufenanger: „Wie Kinder und Jugendliche Gewalt im Fernsehen verstehen“
- Kunczik:,,Wirkungen von Gewaltdarstellungen - Zum aktuellen Stand der Diskussion“
- Vollbrecht: „Jugendkulturelle Szenen und ihre Medien“
- Schlussbetrachtung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über die aktuellen Theoriemodelle der Medien- und Kommunikationsforschung zu bieten. Insbesondere wird die Rezeption von Gewalt und Aggression in den Medien untersucht, wobei verschiedene Ansätze beleuchtet werden. Der Fokus liegt auf der Frage, inwieweit Kinder und Jugendliche Medieninhalte adaptieren und wie diese die Gestaltung des sozialen und familiären Alltags beeinflussen. Die Arbeit untersucht, ob eindeutige Rückschlüsse auf das Nachahmen von Fernsehgewalt im realen Leben gezogen werden können.
- Entwicklung und Relevanz verschiedener Theorieansätze in der Medien- und Kommunikationsforschung
- Analyse der Rezeption von Gewalt und Aggression in den Medien durch Kinder und Jugendliche
- Bedeutung der Inter- und Multidisziplinarität in der aktuellen Kommunikationsforschung
- Einfluss der Medienlandschaft auf die Rezeption und Interpretation von Medieninhalten
- Untersuchung der Rolle des Zuschauers als "passiver Rezipient" und der Wirkung des Mediums
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Das Kapitel erläutert, dass es derzeit noch keine einheitliche Theorie zur Erklärung der Phänomene im Zusammenhang mit dem Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen gibt. Die Arbeit soll einen Überblick über aktuelle Theoriemodelle der Medien- und Kommunikationsforschung liefern, mit besonderem Schwerpunkt auf die Rezeption von Gewalt und Aggression in den Medien.
1.1. Historischer Ansatz
Der historische Ansatz in der Medienforschung wird vorgestellt, wobei die Bedeutung der Geschichtsperspektive für die Untersuchung aktueller Kommunikationsprobleme hervorgehoben wird. Die Entwicklung der letzten Jahre, nämlich die zunehmend historische Erforschung von individueller und gesellschaftlicher Kommunikation, steht im Vordergrund dieses Ansatzes. Der Text betont jedoch, dass Verhaltensweisen und Auswirkungen zurückliegender Medienrezeption nicht ohne Berücksichtigung der sich heute ständig verändernden Medienlandschaft in die aktuelle Kommunikationsforschung mit einbezogen werden dürfen.
1.2. Wirkungsansatz
Der Wirkungsansatz wird in drei Ausprägungen unterteilt: Medienzentrierte und rezipientenorientierte Ansätze sowie das komplexe Kausalmodell der Medien-Rezipienten-Beziehung. Die verschiedenen Ansätze und Verflechtungen des aktuellen Forschungsstandes werden detailliert betrachtet.
2. Aufsätze zum Thema
Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von Aufsätzen zum Thema Gewalt und Aggression in den Medien. Die jeweiligen Aufsätze werden zusammengefasst und die dort dargestellten Argumente und Thesen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Medien- und Kommunikationsforschung, Gewalt, Aggression, Kinder, Jugendliche, Rezeption, Medienlandschaft, Inter- und Multidisziplinarität, Wirkungsansatz, historischer Ansatz, "Uses and Gratifications Approach", Ethnomethodologie, Medienbiografie, Medienökologie, Mediengewalt, Medienkonsum, soziale Interaktion, familiärer Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es eine einheitliche Theorie zum Mediengebrauch von Jugendlichen?
Nein, in der aktuellen Medien- und Kommunikationsforschung existiert derzeit noch keine einheitliche Theorie, die alle Phänomene des Medienkonsums von Kindern und Jugendlichen vollständig erklärt.
Was untersucht der Wirkungsansatz in der Medienforschung?
Der Wirkungsansatz analysiert die Beziehung zwischen Medieninhalten und Rezipienten. Er wird in medienzentrierte, rezipientenorientierte Ansätze und komplexe Kausalmodelle unterteilt.
Führt die Rezeption von Mediengewalt zwangsläufig zu realer Aggression?
Die Forschung untersucht kontrovers, ob Kinder Medieninhalte direkt adaptieren und ob Fernsehgewalt zu Nachahmungstaten im realen Leben führt. Eindeutige Rückschlüsse sind schwierig und hängen von vielen Faktoren ab.
Was ist der „Uses and Gratifications Approach“?
Dieser Nutzenansatz fragt nicht, was Medien mit den Menschen machen, sondern was Menschen mit den Medien machen, um bestimmte Bedürfnisse und Gratifikationen zu befriedigen.
Welche Bedeutung hat der historische Ansatz in der Kommunikationswissenschaft?
Der historische Ansatz untersucht die Entwicklung von Kommunikation über die Zeit, muss jedoch die sich ständig wandelnde moderne Medienlandschaft berücksichtigen, um aktuelle Probleme zu verstehen.
Was versteht man unter dem medienökologischen Ansatz?
Dieser Ansatz betrachtet Medien als Teil der Umwelt des Menschen und untersucht, wie die mediale Umgebung das soziale Handeln und die Wahrnehmung beeinflusst.
- Quote paper
- Moritz Klöppel (Author), 2003, Theorieansätze und exemplarische Vergleiche der aktuellen Medien- und Kommunikationsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21035