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Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze

Title: Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze

Diploma Thesis , 2003 , 222 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Ina Weigelt (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Summary Excerpt Details

Spätestens seit den Ereignissen in Lens (zur Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich 1998) dürfte ein Großteil der deutschen Bevölkerung wissen, was Hooligans sind: brutale Schläger, zurückgebliebene Jugendliche mit schlechter Kindheit, Neonazis und vor allem keine richtigen Fußballfans. Da sind sich vor allem die Offiziellen (von den Vereinen, vom
DFB etc.) einig. Dass dieses Raster nicht so einfach über die gewaltbereiten Jugendlichen und jungen Männer gelegt werden kann, will ich mit dieser Arbeit richtig stellen. Ich will die Subkultur der Hooligans gründlich analysieren, um dabei die Vorurteile von den wirklichen empirisch nachgewiesenen Gegebenheiten zu trennen.

Aus dieser Zielsetzung heraus lag dementsprechend das Hauptaugenmerk meiner Arbeit auf dem ersten Teil, in welchem ich versuchte, die besonderen Spezifika der Subkultur herauszufiltern. Dafür notwendig waren anfangs die klare Abgrenzung der Begriffe und die Erklärungen über die Geschichte des Hooliganismus, die auch die heutige Differenzierung der (deutschen) Fußballfanszene begründet. Nicht zuletzt sollten innerdeutsche Unterschiede dabei herausgearbeitet werden. Nach diesen
Vorüberlegungen und Differenzierungen habe ich mich der Ursachenanalyse zugewandt.

Schnell habe ich festgestellt, dass es nicht die Ursache für jugendliches Gewalthandeln
gibt, deshalb war es notwendig mehrere (theoretische wie praktische) Ansätze zu erläutern. Schließlich habe ich mich den spezifischen Merkmalen und Verhaltensweisen der Hooligans gewidmet. Auch hier war es nicht mein Ziel, ein bestimmtes Raster
anzulegen, nach dem Hooligans „erkannt“ und „entlarvt“ werden können, vielmehr war es mein Anliegen zu zeigen, wie viele Facetten diese Subkultur hat und wo Affinitäten zu anderen Jugend(sub)kulturen zu finden sind.

Im zweiten Teil meiner Arbeit habe ich besondere Probleme – Hooligans würden vielleicht eher sagen: Aspekte – der Hooliganszene vorgetragen, die im ersten Teil noch nicht mit zum Ausdruck kamen. So werden die politischen Orientierungen der Hools, die Rolle der Medien, das Problem Länderspiele, die deutsch-holländischen Hooligan- und Fanbeziehungen und die Rolle der Frauen in der Szene aufgegriffen, um das Bild der Hooligans und ihrer Umstände zu verfeinern. Im letzten Teil schließlich beschäftige ich mich mit den Präventionsmaßnahmen. Prävention wird von allen Instanzen, die sich mit „Hooliganbekämpfung“ beschäftigen, groß geschrieben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Merkmale

2.1 Begriffsklärungen

2.1.1 Hooligan / Hooliganismus

2.1.2 Devianz / Gewalt

2.1.3 Subkultur

2.2 Geschichte des Hooliganismus

2.2.1 Geschichte von Krawallen bei sportlichen Großveranstaltungen, insbesondere bei Fußballspielen

2.2.2 Ausdifferenzierung der Fan-Szene

2.2.2.1 „Neckermänner“

2.2.2.2 „Kutten“

2.2.2.3 „Hools“

2.2.3 Entwicklung des Hooliganismus in der DDR und in den neuen Bundesländern

2.2.4 Ost-West-Vergleich der heutigen Hooligan-Szene

2.2.5 Neuere Entwicklungen

2.3 Ursachen von Zuschauerausschreitungen und Hooliganismus

2.3.1 Die Entwertungsthese (nach Heitmeyer) – Individualisierung und ihre Folgen

2.3.2 „Gewalt macht Spaß“ – Die Frage nach dem Warum

2.3.3 Massenbewegungen und Gruppenverhalten

2.3.4 Gewalt bei den Fußballspielern

2.3.5 Die Rolle des DFB, der Vereine und die zunehmende Kommerzialisierung und Professionalisierung des Profi-Fußballs

2.3.6 Aggressor in Grün – Die Polizei als „3. Mob“

2.4 Spezifische Merkmale und Verhaltensweisen der Hooligansubkultur

2.4.1 Identifikation mit dem Verein

2.4.2 Äußerliche Erscheinung

2.4.3 Hierarchisierung („Gute“, Mitläufer, „Lutscher“)

2.4.4 Ehrenkodex

2.4.5 Alkohol- und Drogenkonsum

2.4.6 Visualisierungen (Fanzines, Transparente, Aufkleber, Comics, etc.)

2.4.7 Exkurs: Ultras – eine Abgrenzung

2.4.8 Solidarität und Anerkennung

2.4.9 Männlichkeit und Körperlichkeit

2.4.10 Freund- und Feindschaften

2.4.11 Provokation als wichtigstes „Instrument“ der Hooligans

2.4.12 Der Ablauf eines Hooligan-„Spieltags“

3 Ausgewählte Probleme

3.1 Politisierung der Hooligan-Szene – „rechte“ und „linke“ Gewalt

3.2 Die Rolle der Medien bei der Gewaltentstehung

3.3 Besonderes Problem: Länderspiele

3.4 Auf gute Feindschaft: Das deutsch-holländische (Fußball-)Verhältnis

3.5 Frauen in der Fußballfan- und Hooliganszene

4 Prävention von gewalttätigem Zuschauerverhalten

4.1 durch die Sozialarbeit

4.1.1 Fan-Projekte

4.1.2 Akzeptierende Jugendsozialarbeit nach Krafeld

4.1.3 Sportsozialarbeit

4.2 durch die Polizei

4.3 durch die Stadienordnung und –architektur

4.4 durch die Ordner

4.5 durch die Vereine/den DFB

5 Persönliches Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Hooligan-Subkultur gründlich, um Vorurteile von empirisch belegten Fakten zu trennen und ein fundiertes Verständnis der Hooliganszene zu entwickeln. Dabei stehen die Spezifika der Subkultur, deren Ursachen, mediale Einflüsse sowie Ansätze der Prävention im Fokus der Untersuchung.

  • Analyse der spezifischen Merkmale und Verhaltensweisen der Hooligan-Subkultur.
  • Untersuchung der Entstehungsursachen von Gewalt im Fußballumfeld (theoretische und praktische Ansätze).
  • Betrachtung von Sonderproblemen wie Länderspiele, Medieneinfluss und politische Orientierungen.
  • Kritische Evaluation bestehender Präventionsmaßnahmen durch Sozialarbeit, Polizei und Vereine.
  • Beleuchtung der historischen Entwicklung, insbesondere in der ehemaligen DDR.

Auszug aus dem Buch

Hierarchisierung („Gute“, Mitläufer, „Lutscher“)

Innerhalb der Hooliganszene gibt es eine gut organisierte Gliederung. Ganz oben stehen die Anführer. Sie übernehmen die Planung und Organisation von Auseinandersetzungen im Vorfeld. Sie nehmen den Kontakt zu den Anführern der gegnerischen Hools auf (am Spieltag und auch schon zuvor) und sie führen die z. T. große Menschenmenge am Spieltag an (z.B. kümmern sie sich darum, dass man weitestgehend von der Polizei unbeobachtet bleibt). Anführer wird man, wenn man gute organisatorische Fähigkeiten, ein hohes Maß an Kampfbereitschaft und vor allem viel Kampferfahrung hat.

Die Anführer rekrutieren sich aus der Gruppe des „Harten Kerns“, auch die „Guten“ genannt. Die „Guten“ sind zwischen 18 und 35 Jahren. Sie sind oft schon sehr lange in der Hooligan-Szene aktiv und kennen sich untereinander schon Jahre. Sie behalten den Überblick und stehen bei Fights in der ersten Reihe, sind die ersten die zuschlagen. Weil sie überwiegend Alt-Hools sind, orientieren sie sich auch noch mehrheitlich am Ehrenkodex – siehe nächstes Kapitel. Andreas Kirsch schreibt über die „Guten“: „Das Ziel der ‚Guten’ ist der Kitzel bei der Eroberung fremden Territoriums und das Ausloten der Grenzen, an die man sonst im Alltag nicht stößt. Sie wollen die Gefahr des Faustkampfes Mann gegen Mann erleben und genießen die Aufmerksamkeit und den Status, den sie sich mit ihrem Auftreten bei anderen und bei Mädchen erwerben. Man inszeniert ein großes Indianerspiel (jagen, fangen, kämpfen, siegen) oder ein Räuber- und Gendarmspiel mit echten Polizisten und ernstzunehmendem Hintergrund.“ Wichtige Eigenschaften eines „Guten“ sind also: Körperkraft, Zuverlässigkeit, kameradschaftliches Verhalten, Witz, Organisationstalent und langjährige Zugehörigkeit zur Szene.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Vorurteil, Hooligans seien lediglich brutale Schläger ohne richtigen Bezug zum Fußball, durch eine fundierte Analyse ihrer Subkultur zu widerlegen.

2 Merkmale: Dieses Kapitel definiert Hooliganismus, erläutert dessen Geschichte sowie Ursachen und beschreibt die spezifischen Verhaltensweisen und Merkmale innerhalb der Hooligansubkultur.

3 Ausgewählte Probleme: Hier werden spezifische Aspekte der Szene wie politische Orientierungen, Medieneinfluss, Länderspielproblematiken und die Rolle von Frauen detailliert erörtert.

4 Prävention von gewalttätigem Zuschauerverhalten: Die verschiedenen Strategien zur Eindämmung von Zuschauergewalt durch Sozialarbeit, Polizei, Stadionarchitektur und Vereine werden kritisch hinterfragt.

5 Persönliches Resümee: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung sowie einer konsequenten, akzeptierenden Sozialarbeit.

Schlüsselwörter

Hooligan, Hooliganismus, Fußballfans, Zuschauergewalt, Subkultur, Prävention, Fan-Projekte, Fan-Szene, Fankultur, Gewaltursachen, Stadionordnung, Sozialarbeit, Länderspiele, Gruppendynamik, Rechtsextremismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Subkultur der Hooligans im Umfeld des Fußballs. Sie analysiert die Merkmale dieser Gruppe, ihre Entstehungsgeschichte sowie die verschiedenen Ursachen und Probleme, die mit Zuschauerausschreitungen verbunden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Definition und Geschichte des Hooliganismus, die individuellen und sozialen Ursachen von Gewalt, die Rolle der Medien, die spezifische Situation in der ehemaligen DDR sowie verschiedene Strategien der Prävention durch staatliche und soziale Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die Hooligan-Subkultur objektiv zu beschreiben und gängige Vorurteile durch wissenschaftlich fundierte Informationen zu ersetzen, um ein tieferes Verständnis für die Beweggründe und Strukturen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und wertet diverse sozialwissenschaftliche Studien, Forschungsberichte sowie Zeitungsberichte aus, um ein realistisches Bild der Szene zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Merkmalsanalyse (Definition, Historie, Verhaltensweisen), die Untersuchung ausgewählter Problemlagen (Politik, Medien, Länderspiele) und die Darstellung sowie kritische Würdigung der Präventionsmaßnahmen durch Sozialarbeit und Sicherheitsbehörden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hooliganismus, Subkultur, Gewaltaspekt, Fan-Projekte, Entwertungsthese, Gruppendynamik und Präventionsstrategien.

Wie unterscheidet sich die Hooligan-Szene im Osten von der im Westen?

Die Autorin hebt hervor, dass ostdeutsche Hooligan-Gruppen aufgrund ihrer DDR-Vergangenheit oft einen stärkeren Zusammenhalt aufweisen, militärisch organisierter sind und ein anderes Aggressionsverhältnis gegenüber staatlichen Organen zeigen.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Ehrenkodex“ bei Hooligans?

Der Ehrenkodex sollte ursprünglich sicherstellen, dass Auseinandersetzungen „fair“ (Mann gegen Mann, keine Waffen, kein Nachtreten) ablaufen. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass dieser Kodex heute, besonders bei jüngeren Hooligans, zunehmend verfällt.

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Details

Title
Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze
College
University of Siegen  (Fachbereich Soziologie)
Grade
1,1
Author
Ina Weigelt (Author)
Publication Year
2003
Pages
222
Catalog Number
V20919
ISBN (eBook)
9783638246736
Language
German
Tags
Subkultur Hooligans Merkmale Probleme Präventionsansätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ina Weigelt (Author), 2003, Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20919
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