Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf zwei Schwerpunkte. Zum einen erarbeitet der Autor ein analytisches Begriffsmodell zur Prozessdarstellung von Vergangenheitsbewältigung. Hierzu wird einerseits der Begriff zu nahe Begrifflichkeiten, wie z.B. Vergangenheitspolitik oder Erinnerungskultur, abgrenzt oder in Bezug gesetzt. Andererseits entwickelt der Autor über semantische Analysen von historisch-politikwissenschaftlichen Theorien eine Metamodell (auch als Abbildung), das Inhalt und Prozess von Vergangenheitsbewältigung analytisch fassbar macht. Auf Basis dessen wird in einem zweiten Schwerpunkt der Prozess der Vergangenheitsbewältigung der DDR-Geschichte evaluiert und defizitäre Entwicklungen offen gelegt. Abschließend werden thesenhaft Maßnahmen diskutiert, die diesen Defiziten entgegenwirken sollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Zum Verhältnis von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur – eine begriffliche Systematisierung
- Die Berliner Mauer – von Anfang an eine ideologische Projektionsfläche
- Die juristische Vergangenheitsbewältigung
- Die gesellschaftlich-moralische Vergangenheitsbewältigung
- (K)eine Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Art und Weise, wie die deutsche Gesellschaft mit der Vergangenheit der Berliner Mauer und den damit verbundenen Todesfällen umgeht. Dabei werden die Entstehung und Persistenz von Meinungen analysiert, die im Widerspruch zu den Grundwerten der Demokratie stehen. Die Arbeit befasst sich mit der begrifflichen Systematisierung von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur und analysiert die Prozesse der Vergangenheitsbewältigung seit der Wiedervereinigung.
- Begriffliche Systematisierung von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur
- Analyse der Entstehung und Persistenz von Meinungen zur Berliner Mauer
- Untersuchung der Defizite in der Bewältigung der DDR-Vergangenheit
- Reflexion der Prozesse der Vergangenheitsbewältigung seit der Wiedervereinigung
- Bewertung des Erfolgs der Vergangenheitsbewältigung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einführung: Die Arbeit beginnt mit einer Diskussion um die Entstehung von Meinungen über die Berliner Mauer, die den Tod von Menschen an der Mauer als Eigenverschulden betrachten. Diese Meinungen werden in den Kontext von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur gestellt.
- Zum Verhältnis von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur: Der zweite Abschnitt befasst sich mit der begrifflichen Systematisierung von Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur. Dabei werden verschiedene Ansätze, Theorien und Begrifflichkeiten verglichen und in eine eigene Theoriegrundlage integriert.
- Die Berliner Mauer – von Anfang an eine ideologische Projektionsfläche: Dieses Kapitel beleuchtet die Berliner Mauer als Objekt, Ort und Projektionsfläche von Vergangenheitsbewältigung. Es werden die unterschiedlichen Perspektiven auf die Mauer und ihre Bedeutung für die deutsche Gesellschaft diskutiert.
- Die juristische Vergangenheitsbewältigung: Der Abschnitt untersucht die juristische Aufarbeitung der Maueropfer und die Rolle der Justiz in der Vergangenheitsbewältigung.
- Die gesellschaftlich-moralische Vergangenheitsbewältigung: Dieser Abschnitt beleuchtet die gesellschaftliche und moralische Auseinandersetzung mit der Mauer und den Todesfällen an ihr. Es werden verschiedene Aspekte wie die Erinnerungskultur, die Rolle der Medien und die Bedeutung der persönlichen Erfahrung behandelt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, die Berliner Mauer, DDR-Vergangenheit, Maueropfer, ideologische Projektionsfläche, juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung sowie die Entstehung und Persistenz von Meinungen im Kontext der deutschen Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel dieser Seminararbeit?
Die Arbeit untersucht, wie die deutsche Gesellschaft mit der Geschichte der Berliner Mauer umgeht, und analysiert die Prozesse der Vergangenheitsbewältigung sowie die Entstehung demokratiewidriger Meinungen.
Wie wird der Begriff "Vergangenheitsbewältigung" definiert?
Der Autor entwickelt ein analytisches Metamodell, das den Prozess der Vergangenheitsbewältigung von verwandten Begriffen wie Erinnerungskultur oder Vergangenheitspolitik abgrenzt.
Welche Rolle spielt die Berliner Mauer in der Analyse?
Die Berliner Mauer wird als ideologische Projektionsfläche betrachtet, an der sowohl die juristische als auch die gesellschaftlich-moralische Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit evaluiert wird.
Was wird unter juristischer Vergangenheitsbewältigung verstanden?
Dieser Abschnitt untersucht die rechtliche Aufarbeitung der Maueropfer und wie die Justiz dazu beigetragen hat, das Unrecht des Grenzregimes zu behandeln.
Welche Defizite deckt die Arbeit auf?
Die Arbeit legt defizitäre Entwicklungen in der Bewältigung der DDR-Geschichte offen und diskutiert Thesen für Maßnahmen, die diesen entgegenwirken könnten.
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- David Jugel (Author), 2012, Tod an der Mauer - Wie die Deutschen mit ihrer Vergangenheit umgehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209189