Der Einfluss journalistischer Meinung auf die Nachrichtengebung ist seit etwa 85 Jahren Untersuchungsgegenstand zahlreicher Studien. Während erste Untersuchungen von White 1950 sich mit den Einflüssen des Nachrichtenredakteurs befassten, prüften Klein und Maccoby 1954 Einflüsse der Verallgemeinerung; Gieber und Johnson 1961 diejenigen lokaler Machtgruppen und Flegel und Chaffee 1971 die Beeifnlussung durch journalistische Konfliktsicht auf die Konfliktberichterstattung beschäftigten, zielen heutige Fragestellungen eher auf die bewusste Darstellung der persönlichen Standpunkte ab.
Inhaltsverzeichnis
- Thema und Zielsetzung
- Einfluss der journalistischen Meinung
- Trennung von Nachricht und Meinung
- Problematik der Meinung im Kommentar
- Meinungen in den Nachrichten
- Auswahl der Quelle
- Hoch- und Herunterspielen der Informationen
- Frames
- Angleichung von Nachrichten und Kommentar
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von journalistischen Meinungen auf die Nachrichtengebung und untersucht, ob und wie sich persönliche Einstellungen und politische Standpunkte in der Berichterstattung niederschlagen.
- Untersuchung des Spannungsfelds zwischen journalistischer Objektivität und subjektiven Meinungen
- Analyse der Trennung von Nachricht und Meinung als journalistische Norm
- Bewertung von Einflussfaktoren wie Quelle, Darstellung und Framing auf die Nachrichtengebung
- Beurteilung des Einflusses von Kommentaren und der Auswirkung von politischen Einstellungen auf die Berichterstattung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel legt den Fokus auf die Zielsetzung der Arbeit und die Relevanz der Thematik. Es beleuchtet die historische Entwicklung der Forschung zum Einfluss von journalistischen Meinungen auf die Nachrichtengebung und stellt den theoretischen Rahmen der Untersuchung dar.
Kapitel 2 befasst sich mit der journalistischen Norm der Trennung von Nachricht und Meinung. Es beleuchtet die Definitionen der BBC und den deutschen Pressecodex, um die Komplexität und die Grenzen der Objektivität in der Nachrichtengebung zu verdeutlichen. Die Problematik der Meinungsäußerung im Kommentar wird ebenfalls diskutiert.
Kapitel 3 untersucht verschiedene Phänomene, die den Einfluss von Meinungen auf die Nachrichtengebung verdeutlichen. Es betrachtet die Auswahl von Quellen, die strategische Gewichtung von Informationen und die Rolle von Frames in der Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Journalistische Meinungen, Nachrichtengebung, Objektivität, Trennung von Nachricht und Meinung, Kommentar, Quelle, Framing, politische Einstellungen, Einflussfaktoren, Berichterstattung.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflussen politische Einstellungen von Journalisten die Nachrichten?
Die Arbeit untersucht, wie persönliche Meinungen und Frames unbewusst oder bewusst in die Auswahl und Darstellung von Informationen einfließen.
Warum ist die Trennung von Nachricht und Meinung so wichtig?
Sie ist eine zentrale journalistische Norm (z.B. im Pressecodex), die Objektivität und die unabhängige Urteilsbildung der Leser sicherstellen soll.
Was versteht man unter "Framing" in der Berichterstattung?
Framing bezeichnet das Einbetten von Informationen in einen bestimmten Deutungsrahmen, wodurch die Wahrnehmung des Rezipienten gelenkt wird.
Wie wirkt sich die Auswahl der Quellen auf die Objektivität aus?
Journalisten können durch die bevorzugte Wahl bestimmter Experten oder Quellen eine einseitige Sichtweise auf ein Thema fördern.
Was ist das Problem bei der Vermischung von Kommentar und Nachricht?
Wenn wertende Elemente in reine Nachrichtentexte einfließen, fällt es dem Leser schwer, zwischen Fakten und der Interpretation des Journalisten zu unterscheiden.
- Quote paper
- Antonia Beggert (Author), 2009, Der Einfluss politischer Einstellungen von Journalisten auf ihre Berichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208834