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Rezension: Pierre Bourdieu - Ein Soziologischer Selbstversuch

Título: Rezension: Pierre Bourdieu - Ein Soziologischer Selbstversuch

Comentarios / Reseña Literaria , 2012 , 12 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jan Danis (Autor)

Sociología - General y Principios básicos
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Einleitung
„Ich beabsichtige hier nicht, einer Schriftgattung zu huldigen, von der ich oft genug gesagt habe, wie gefällig und zugleich trügerisch sie ist: die Autobiographie.“ (7)

Bourdieus „soziologischer Selbstversuch“ möchte, wie er in dem ersten Satz des Buches festhält keine Autobiographie sein, sondern eine ihm „angemessen erscheinende Sicht der Dinge“ (7). Eine an sich akzeptable Absicht, wenn jemand nach einer gewissen Lebenszeit den Entschluss fasst, das Erlebte schriftlich mitzuteilen, wäre Bourdieu nicht Zeitlebens jemand gewesen, der wissenschaftliche Methodik, vorgefundene gesellschaftliche Zustände, aber auch sich selber als einen Teil des zu Erforschenden ständig hinterfragt hätte. So hat er im Jahr 1986 den Artikel „L’illusion biographique“ – „Die biografische Illusion“ veröffentlicht, in welchem er Kritik äußert, dass Biografie als ein zeitlich und logisch orientierter Zusammenhang gesehen wird (vgl. Liebau 1990: 83) – verantwortlich hierfür macht Bourdieu den Eigennamen, der als Institution aus Zeit und Raum herausgenommen wird und von Veränderungen ausgeschlossen ist (vgl. Bourdieu 1986). Jedoch geht mit dieser Verwendung des Eigennamens eine extreme Abstraktion der Identität der Person einher (vgl. Liebau 1990: 86). Für Bourdieu ist statt Biografie der Begriff „Trajectoire“ – Laufbahn treffender; darunter sind Positionen zu verstehen, „die nacheinander von demselben Akteur (oder derselben Gruppe) in einem Raum eingenommen werden, der sich selbst ständig entwickelt und der unausweichlichen Transformationen unterworfen ist“ (Bourdieu 1998). Bourdieu selber ist aus einfachen Verhältnissen bis an die Spitze der Gesellschaft gelangt, ohne sich jedoch jemals selbst vollständig zu diesem Feld gehörig zu fühlen. Inwiefern die Veränderungen des Raums, und die soziologische Beschreibung dieser Veränderungen im Buch gelungen ist, wird im Rahmen dieser Rezension besprochen.
Passend zur geäußerten Kritik an der klassischen Biographie, folgt Bourdieus Selbstversuch keiner Chronologischen Ordnung, sondern gliedert sich grob in drei Teile:

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Biographische Angaben zu Pierre Bourdieu

Einleitung

Akademisches Feld der 50-er Jahre

Algerien

Kindheit, Jugend, Studienzeit

Schlussfolgerung und Kritik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rezensiert Pierre Bourdieus Werk „Ein soziologischer Selbstversuch“. Dabei wird untersucht, inwiefern es dem Autor gelingt, eine soziologische Selbstbeschreibung zu liefern, die über eine klassische Autobiografie hinausgeht, indem sie strukturelle Einflüsse und persönliche Entwicklungsprozesse analysiert.

  • Analyse der akademischen Sozialisation Bourdieus
  • Einfluss der Feldforschung in Algerien auf Bourdieus Denken
  • Reflexion über die Entwicklung vom Philosophen zum Soziologen
  • Verhältnis zwischen individueller Biografie und strukturellen Bedingungen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Bourdieus Autobiografie-Konzept

Auszug aus dem Buch

Akademisches Feld der 50-er Jahre

„Verstehen heißt zunächst das Feld verstehen mit dem und gegen das man sich entwickelt“ (11). Bourdieu schreibt an dieser Stelle, wie seiner Meinung nach „Institutionelle Riten“ eine „Selbstsicherheit (oder Überheblichkeit)“ erzeugten, und die École als „eine der Hochburgen des intellektuellen Lebens“ (13) erscheinen ließen. Philosophie – das Studienfach Bourdieus – galt zur damaligen Zeit als Königsdisziplin schlechthin – erzeugte bei Abschluss eine „Selbstsicherheit […], die zuweilen an die Unbewusstheit einer triumphalen Ignoranz heranreichte“ (13). Kritisiert wird auch der „Glaube an die „Allmacht der rhetorischen Erfindungsgabe“ (13), wobei hier Bourdieu offenbar seine früheren Lehrer beim Namen, und nicht im allzu guten Zusammenhang erwähnt: Michel Alexandre und Jean Beaufret.

Gleichzeitig gelten die Ansprüche eines intellektuellen Philosophen als derartig hoch, dass es sich verbietet, sich mit „niederen“ Gegenständen oder Fächern zu beschäftigen, zu welchen zur damaligen Zeit auch die Sozialwissenschaften gehörten. Die Ablehnung dieser Wissenschaften, sowie anderer Themenbereiche wie des Marxismus, der Weberschen Staatslehre, sieht Bourdieu durch ein verändertes Feld aufgrund von Studentenprotesten 1968 zumindest ansatzweise beendet. Bourdieu beschreibt auch kurz wie das Gefühl der Abgehobenheit zustande kommt, indem zum einen „Interessenssolidaritäten“ und „Habitusaffinitäten“ herrschen, als auch ein „sozial konstruierte[s] Gefühl von >>überlegenem Wesen<< zu sein“ (15), welches durch die Zusicherung und Erwartung von gegenseitiger Verherrlichung aller ihrer Akteure entsteht - gleichzeitig kritisiert Bourdieu eine „mentale Distanz zur Welt“ (16).

Zusammenfassung der Kapitel

Biographische Angaben zu Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den Lebensweg und die zentralen wissenschaftlichen Leistungen Bourdieus, einschließlich der Entwicklung seiner „Theorie der Praxis“.

Einleitung: Die Einleitung thematisiert Bourdieus kritische Haltung gegenüber dem Genre der Autobiografie und führt in das Konzept seiner „Trajectoire“ und die Gliederung des vorliegenden Werks ein.

Akademisches Feld der 50-er Jahre: Hier wird Bourdieus kritische Sicht auf das französische akademische Milieu, insbesondere die Philosophie als damals dominierende Disziplin, und deren Abgrenzung gegenüber den Sozialwissenschaften beleuchtet.

Algerien: Dieses Kapitel behandelt die prägende Zeit Bourdieus in Algerien, die zu einem Bruch mit seiner philosophischen Vergangenheit führte und seine methodische Neuausrichtung hin zur Soziologie forcierte.

Kindheit, Jugend, Studienzeit: Der Autor beschreibt hier die frühen, oft schwierigen Lebensjahre Bourdieus und reflektiert deren Einfluss auf seinen Habitus und seine kritische Weltsicht.

Schlussfolgerung und Kritik: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung ab, ob es Bourdieu gelungen ist, die selbstgestellten Anforderungen an eine soziologische Selbstbeschreibung zu erfüllen.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Soziologie, Autobiografie, Selbstversuch, Habitus, Trajectoire, Wissenschaftsgeschichte, Philosophie, Algerien, Soziale Ungleichheit, Theorie der Praxis, Akademisches Feld, Reflexivität, Biografische Illusion, Sozialer Raum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine Rezension über Pierre Bourdieus Werk „Ein soziologischer Selbstversuch“ und analysiert dessen Inhalt vor dem Hintergrund seines wissenschaftlichen Lebenswerkes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen die akademische Sozialisation, den Übergang von der Philosophie zur Soziologie, Bourdieus Feldforschung in Algerien und die Reflexion über die eigene Biografie als soziologisches Analyseobjekt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Bourdieu sein Ziel erreicht hat, eine soziologische Selbstbeschreibung zu liefern, die über eine konventionelle Autobiografie hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die vorliegende Arbeit nutzt eine strukturierte Inhaltsanalyse des rezensierten Buches, um die argumentativen Stränge und die Biografie des Autors im Kontext seiner soziologischen Theoriebildung nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei wesentlichen Lebensphasen Bourdieus: seine Erfahrungen im akademischen Feld der 50er Jahre, seine prägende Zeit in Algerien und seine frühen Jahre in Kindheit und Jugend.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie „Soziologie“, „Habitus“, „Autobiografie“, „Theorie der Praxis“ und „Reflexivität“ charakterisieren.

Wie unterscheidet Bourdieu laut Rezension zwischen Biografie und „Trajectoire“?

Bourdieu lehnt die klassische Biografie ab, da sie durch den Eigennamen eine künstliche Identität schafft. „Trajectoire“ hingegen beschreibt die Abfolge von Positionen, die ein Akteur in einem sich ständig transformierenden Raum einnimmt.

Welche Rolle spielte Algerien für die wissenschaftliche Entwicklung Bourdieus?

Algerien war entscheidend für den Bruch mit der „gelehrten Sicht der Dinge“. Dort entwickelte Bourdieu durch die praktischen Bedingungen des Bürgerkriegs eine „praktische Reflexivität“ und vollzog den entscheidenden Schwenk zur empirischen Soziologie.

Warum ordnet Bourdieu sein Buch nicht chronologisch?

Dies ist eine bewusste Entscheidung, um nicht den Eindruck einer klassischen Lebensgeschichte zu erwecken und stattdessen thematische Zusammenhänge, wie sein Verhältnis zur Philosophie, in den Vordergrund zu rücken.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Rezension: Pierre Bourdieu - Ein Soziologischer Selbstversuch
Universidad
University of Linz  (Abteilung Theoretische Soziologie und Sozialanalysen)
Curso
Theoriewerkstatt: Theorierezeption und Theorieproduktion - Theoretisierung von Biographie und Erzählung
Calificación
1,0
Autor
Jan Danis (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
12
No. de catálogo
V207583
ISBN (Ebook)
9783656349327
ISBN (Libro)
9783656349723
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bourdieu Ein soziologischer Selbstversuch Rezension Biographieanalyse Lebenslaufforschung Pierre Bourdieu Biographie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Danis (Autor), 2012, Rezension: Pierre Bourdieu - Ein Soziologischer Selbstversuch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207583
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